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Milliardär Würth sorgt sich um sein Vermächtnis: „Hoffe, dass in einem halbem Jahr noch alles steht“

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Von: Sina Alonso Garcia

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Schraubenmilliardär Reinhold Würth sieht im Ukraine-Krieg die größte Krise seines Lebens. Ein Dritter Weltkrieg ist für ihn so denkbar wie nie.

Künzelsau - Die Erfolgsgeschichte des Schraubenherstellers Würth aus Künzelsau ist nicht zuletzt Reinhold Würth (87) zu verdanken. Nachdem sein Vater Adolf Würth das Unternehmen 1945 gegründet hatte, übernahm der junge Reinhold Würth 1954 mit gerade einmal 19 Jahren die Firma und baute sie zum Weltmarktführer aus. Heute bangt der Schraubenmilliardär um sein Vermächtnis. Wie er im Gespräch mit dem Wirtschaftsmagazin Capital erklärt, sei er aufgrund des Ukraine-Kriegs „in einem Ausmaß besorgt wie noch nie in meinen 73 Berufsjahren“.

Angesichts des Kriegs sorgt sich Würth vor allem um den Wohlstand und die Sicherheit in Europa. „Was sich da zusammenbraut! Ob wir schon in einem Dritten Weltkrieg sind? Ich weiß es nicht. Aber die Situation erscheint mir fast unlösbar“, sagt er. „Ich hoffe bloß, dass in einem halben Jahr noch alles steht, was wir hier aufgebaut haben.“ Ein nächster Weltkrieg sei so denkbar wie nie in seinem Leben.

Würth: Schraubenhersteller hat Russland-Geschäft eingestellt

Mit seinen mehr als 83.000 Mitarbeitern weltweit erwirtschaftet Würth jährlich einen Umsatz von rund 17 Milliarden Euro. Als weltweit größtes Unternehmen für Befestigungstechnik hat die Firma aus Baden-Württemberg sich weit über die Landesgrenzen hinaus etabliert. Seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs hat Würth seine Russland-Geschäfte stillgelegt und plant den kompletten Rückzug aus dem Kriegstreiber-Land.

Wie Würth betonte, sei ihm der Rückzug aus Russland wegen seiner engen persönlichen Beziehungen zu Mitarbeitern vor Ort sehr schwergefallen. Zu seinen Angestellten pflegt der Firmenpatriarch laut eigenen Angaben ein besonderes Verhältnis, bei dem stets auf Augenhöhe kommuniziert wird. Arroganz sei für ihn „die ekelhafteste Eigenschaft, die ein Unternehmer haben kann“.

Würth: Nach Rückzug aus Russland und der Ukraine sollen Mitarbeiter finanzielle Unterstützung erhalten

Die Firma Würth beschäftigt in Russland rund 780 Menschen und in der Ukraine 118. In beiden Ländern sollen die Angestellten nach dem Rückzug des Unternehmens eine finanzielle Unterstützung erhalten. Reinhold Würth ist derweil bei Weitem nicht der einzige Unternehmer, dem die Krise zu schaffen macht. Auch Trigema-Chef Wolfgang Grupp macht sich Sorgen um die Zukunft seiner Textilfirma.

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