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Lufthansa droht Piloten-Streik - mitten in der Urlaubssaison

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Von: Thomas Schmidtutz

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Lufthansa: Der krisengeschüttelten Airline droht ein Streik während noch im Sommer.
Lufthansa: Der krisengeschüttelten Airline droht ein Streik während noch im Sommer. © Imago/Hannes P. Albert

Nach dem Koffer-Chaos droht Fluggästen im Sommer weiterer Ärger. Im Tarif-Konflikt bei der Lufthansa stellt die Piloten-Vereinigung Cockpit die Weichen auf Streik.

Frankfurt/Main - Bei der Lufthansa ist ein Streik der Piloten noch im Sommer möglich. Der Vorstand der Gewerkschaft „Vereinigung Cockpit“ hat zur Vorbereitung eines Arbeitskampfes die entsprechende Urabstimmung beschlossen, wie ein Sprecher am Donnerstag in Frankfurt bestätigte. Genaue Termine für die Abstimmung oder Fristen nannte die Gewerkschaft aber nicht. Über diese werde noch entschieden.

Bei einer Zustimmung von 70 Prozent der stimmberechtigten Gewerkschaftsmitglieder wären demnach unbefristete Streiks möglich, wenn zuvor die noch laufenden Verhandlungen für gescheitert erklärt würden. Insidern zufolge könnte die Gewerkschaft bereits ab Mitte August streikbereit sein.

Lufthansa: Streik könnte Urlauber hart treffen

Damit drohen Urlaubern weitere Beeinträchtigungen. In Bayern und in Baden-Württemberg beginnen die Ferien erst Ende Juli. In weiteren Bundesländern wie Hessen oder Rheinland-Pfalz gehen die Sommerferien erst Anfang September zu Ende. Ohnehin ist der September traditionell ein besonders verkehrsreicher Monat. Damit könnten die Piloten die Lufthansa empfindlich treffen. Ein Streik könnte die ohnehin angespannte Lage an den Fluggästen weiter verschärfen. Derzeit fehlen an großen Airports wie Frankfurt oder München Mitarbeiter für die Abfertigung oder Kofferverladung. Alleine bei der Lufthansa liegt der Krankenstand derzeit bei rund 30 Prozent. Das sorgt für lange Wartezeiten und teils chaotische Zustände.

Lufthansa wie VC hatten am Mittwoch aber ihre weitere Verhandlungsbereitschaft erklärt. Grund für die Streikvorbereitungen der VC sind die nach sechs Gesprächsrunden festgefahrenen Verhandlungen über einen neuen Gehaltstarifvertrag, wie aus einem internen Rundschreiben hervorgeht. Dem Schreiben zufolge hat Lufthansa bislang kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt. Die VC verlangt nach eigenen Angaben unter anderem Gehaltssteigerungen von 5 Prozent im laufenden Jahr und einen automatisierten Inflationsausgleich ab dem kommenden Jahr. Sie hatte den vorherigen Tarifvertrag zum 30. Juni gekündigt.

Lufthansa: Streit um Neuausrichtung

Die Tarif-Verhandlungen werden von einem Streit über die künftige Konzernstrategie überschattet. Die VC hatte sich in der Vergangenheit die exakte Zahl von 325 Flugzeugen garantieren lassen, die ausschließlich von den rund 5000 Kapitänen und Ersten Offizieren geflogen werden dürfen, die dem Konzerntarifvertrag unterliegen. Die Lufthansa hatte unter dem Eindruck der Corona-Krise die entsprechende Vereinbarung aufgekündigt und begonnen, unter dem Kranich-Logo einen neuen Flugbetrieb mit niedrigeren Tarifbedingungen aufzubauen. Die neue Airline soll im Europa-Verkehr wesentliche Aufgaben der bisherigen Kerngesellschaft übernehmen. (dpa/utz)

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