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Heizen nur bis 19 Grad: EU-Kommission plant Sparvorgaben für Gas-Lieferstopp

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Von: Thomas Schmidtutz

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EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: Angesichts der Gaskrise bereitet Brüssel umfassende Energiespar-Vorgaben für Unternehmen und Verbraucher vor.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: Angesichts der Gaskrise bereitet Brüssel umfassende Energiespar-Vorgaben für Unternehmen und Verbraucher vor. © Jean-Francois Badias/dpa

Die EU-Kommission stellt sich darauf ein, dass Russland noch in diesem Jahr den Gashahn zudrehen könnte. Jetzt gibt es einen ersten Entwurf für einen Notfallplan.

Brüssel - Auf Wirtschaft und Verbraucher könnten angesichts der drohenden Gas-Krise erhebliche Energiesparmaßnahmen zukommen. Ein Entwurf für einen Notfallplan der Europäischen Kommission sieht vor, dass öffentliche Gebäude, Büros und kommerzielle Gebäude ab Herbst bis maximal 19 Grad beheizt werden sollen.

„Jetzt handeln kann die Auswirkungen einer plötzlichen Versorgungsunterbrechung um ein Drittel reduzieren“, heißt es in dem Text, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Es gebe mittlerweile ein „erhebliches Risiko“, dass Russland in diesem Jahr Gaslieferungen nach Europa stoppt.

Gaskrise: EU-Kommission ruft Haushalte zum Gas sparen auf, „jetzt“

Unternehmen, die Gas ersetzen können, sollten ihren Verbrauch reduzieren, heißt es. Ziel sei es, Industrien zu schützen, die für die Lieferketten und die Wettbewerbsfähigkeit besonders wichtig sind. Auch Haushalte werden dazu aufgerufen, freiwillig weniger zu verbrauchen. „Jeder kann Gas sparen, jetzt“, schreibt die Kommission.

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Bereits bestehende Regeln sehen vor, dass bei Gasknappheit Haushalte und etwa Krankenhäuser priorisiert würden. Wenn die Stromproduktion in Gefahr sei, könnten Länder jedoch die Versorgung von Gaskraftwerken für die Stromversorgung über bestimmte geschützte Verbraucher stellen, heißt es. Der Plan kann sich noch ändern und soll voraussichtlich nächsten Mittwoch (20. Juli) offiziell vorgestellt werden.

Gaskrise: Behörde warnt vor Gaslücke im Winter

Simulationen der Regulierungsbehörde ENTSO-G haben laut dem Text ergeben, dass ein Lieferstopp im Juli dazu führen würde, dass die Gasspeicher nicht ausreichend befüllt werden könnten und somit im Winter sowie im nächsten Jahr noch Knappheit herrschen könnte. Käme eine Unterbrechung im Oktober oder später, gäbe es weniger Risiken für die Nachfrage im Winter. Man hätte dann aber weniger Zeit, zu reagieren. Die Auswirkungen für die Mitgliedsstaaten hingen davon ab, wie abhängig sie von russischem Gas seien, heißt es. Deutschland gehört hier zu den am stärksten betroffenen Ländern.

EU-Kommission: Gaslieferungen inzwischen noch bei 30 Prozent des langjährigen Durchschnitts

Nach Angaben der Kommission hat sich die Gasversorgung von Seiten Russlands bereits drastisch verringert. So kamen in Deutschland vor dem Beginn der Wartungsarbeiten bei Nord Stream 1 nur noch 40 Prozent der vereinbarten Gaslieferungen an, in Italien waren es noch 50 Prozent. Europaweit entsprächen die Gasflüsse mittlerweile weniger als 30 Prozent des Durchschnitts 2016 bis 2021, heißt es in dem Entwurf. Das habe zu historisch hohen Energiepreisen geführt und die Inflation in die Höhe getrieben. Es gebe keine Hinweise, dass sich die Situation verbessern werde. Sie werde sich eher verschlechtern. Erst am Mittwoch hatte der russische Gasriese Gazprom auf Twitter erklärt, man könne den Weiterbetrieb von Nord Stream 1 auch nach Abschluss der Wartungsarbeiten nicht garantieren. (dpa/utz)

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