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Baywa-Chef: Nahrungsmittel könnten wegen Gaskrise „knapp und teuer“ werden

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Von: Thomas Schmidtutz

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Klaus Josef Lutz: Der BayWa-Chef und Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) erwartet gravierende Folgen bei einem dauerhaften Lieferstopp für russisches Gas.
Klaus Josef Lutz: Der BayWa-Chef und Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) erwartet gravierende Folgen bei einem dauerhaften Lieferstopp für russisches Gas. © Imago/Frank Hoermann

Der Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags, Klaus Josef Lutz, hat vor den Folgen eines Lieferstopps für russisches Gas gewarnt. Bei Fleisch oder Käse wäre die Produktion gefährdet, sagte er.

München - Der Chef des Agrarhändlers Baywa, Klaus Josef Lutz, rechnet im Falle eines Lieferstopps für russisches Gas mit Einschränkungen bei der Lebensmittel-Versorgung. Sollte es zu einem dauerhaften Lieferausfall aus Russland kommen, „wäre die Produktion von Grundnahrungsmitteln wie Fleisch, Milch und Käse gefährdet“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Deutschlands größtem Agrarhändler gegenüber der Süddeutschen Zeitung.

Er rechne aber nicht mit einem „akuten Nahrungsmittelnotstand“. „Wir gehen davon aus, dass die Nahrungsmittelversorgung bis Ende ersten Quartals nächsten Jahres gesichert ist - was nicht heißt, dass immer alles verfügbar wäre“. Allerdings könnten Grundnahrungsmittel „knapp und teuer werden“, sagte Lutz, der auch Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) ist.

Baywa-Chef: Gas-Ersatz nur schwer möglich - wenn überhaupt

Ein Gasstopp hätte weitreichende Folgen für die Lebensmittelproduktion. „Ohne Gas kein Ammoniak und keine Düngerproduktion. Auch die Produktion von Grundnahrungsmitteln wie Fleisch, Milch und Käse wäre gefährdet, weil Gas beispielsweise zum Pasteurisieren genutzt wird.“ Ein Wechsel auf Öl sei nicht ohne Weiteres machbar. „Und ein Eins-zu-Eins-Ersatz durch Gas aus Holland oder Norwegen wird auch nicht einfach sein. Es war bisher von der Politik gewünscht, mit Gas zu produzieren. Billige Energie ist Grundlage unseres Wohlstands.“

Zuletzt hatten mehrere Lebensmittel-Hersteller vor möglichen Produktionsbeschränkungen gewarnt. Erst vor wenigen Tage hatte etwa die Chefin der Münchner Traditionsbäckerei Hofpfisterei, Nicole Stocker, gesagt, für den Fall eines Lieferausfalls bei russischem Gas müsse man das Sortiment ausdünnen. Auch bei Molkereien oder Brauereien ist die Sorge vor möglichen Produktionsausfällen groß. (utz/dpa)

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