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Android Betriebssystem: Google kündigt weitreichende Änderung an

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Von: Lisa Mayerhofer

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Mobiltelefon zeigt Android-Logo: Google kündigt eine aufwändige, mehrjährige Datenschutzinitiative für sein Betriebssystem Android an.
Google kündigt eine aufwändige, mehrjährige Datenschutzinitiative für sein Betriebssystem Android an. © Jaap Arriens/Imago

Nach Apple will jetzt auch Google eine wichtige Funktion für Smartphones beschränken. Für Facebook dürfte das weitreichende Folgen haben.

Mountain View - Während der Google-Konzern Alphabet Gewinn und Umsatz kräftig steigern konnte, kämpft die Facebook*-Muttergesellschaft Meta mit sinkenden Gewinnen und schwindenden Nutzerzahlen.

Apple: Datenschutz-Änderung sorgt für milliarden-schweren Umsatzverlust

Eines von Facebooks größten Problemen ist dabei eine Neuerung von Apple: Auf iPhones und iPads des Tech-Riesen müssen Nutzer seit vergangenem Jahr um Erlaubnis gebeten werden, ob Apps wie etwa Facebook oder Instagram Daten sammeln dürfen*.

Die meisten Nutzer stimmten dem Tracking durch die Apps nicht zu. Meta, dessen Geschäftsmodell auf dem Verkauf von Werbung durch Daten-Tracking beruht, sagte damals voraus, dass dem Konzern diese Regelung im Jahr 2021 voraussichtlich rund 10 Milliarden Dollar Umsatz kosten würden.

Google zieht beim Datenschutz die Zügel an

Jetzt will auch Google beim Datenschutz die Zügel anziehen. Konkret plant der Tech-Riese eine Datenschutzinitiative für sein Betriebssystem Android. Damit droht Facebook ein weiterer massiver Umsatzverlust. Die Initiative mit dem Namen Sandbox umfasst bereits den Browser Chrome und soll nun ausgeweitet werden.

Anthony Chavez, Vizepräsident des Android-Produktmanagements, schrieb dazu gerade in einem Blogpost: „Heute kündigen wir eine mehrjährige Initiative an - mit dem Ziel, neue, privatere Werbelösungen einzuführen.“ Die Änderungen zum Datenschutz bei Android werden, wie bei Apple, „die Weitergabe von Nutzerdaten an Dritte einschränken und ohne App übergreifende Identifikatoren funktionieren“, so Chavez.

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Google plant Übergangsfrist

Die Umsetzung aller Änderungen soll dabei mindestens zwei Jahre dauern, heißt es in dem Blogpost weiter. Zudem grenzte sich der Konzern von dem Vorgehen von Apple ab: Man wolle nicht wie „andere Plattformen auf plumpe Weise“ bestehende Werbetechnologien einschränken.

Online-Werbung sei weiter ein wichtiger Bestandteil, versicherte Chavez. App-Hersteller seien eingeladen, mit Google zusammen an einer Lösung für mehr Datenschutz zu arbeiten. Apple hatte den Herstellern diese Möglichkeit nicht gegeben.

Es ist allerdings kein Wunder, dass Google einen sanfteren Weg als Apple wählt: Der Tech-Riese verdient sein Geld ebenso wie Facebook zum größten Teil mit Werbeeinnahmen - und steht ebenso wie Facebook wegen des Vorwurfs von Datenschutzverstößen in der Kritik. Ob der Konzern bei der Umsetzung der Datenschutzinitiative* starke Rücksicht auf die Interessen seines Konkurrenten Facebook nimmt, dürfte trotzdem fraglich sein.

*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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