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„Wenn die Soldaten weinen, dann weine ich mit ihnen“

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Von: Lucas Maier

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Der Krieg in der Ukraine hat schlimme Folgen für die Soldatinnen und Soldaten: In der Region Donezk kümmert sich die „Mutter der Soldaten“ um sie. 

Donezk – Schusswunden, Amputationen und der Tod: Der Ukraine-Krieg verlangt den Soldaten viel, manchmal sogar alles ab. Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, besuchte zuletzt Kriegsverletzte auf ihrem Weg der Genesung.

Davon teilte der 44-Jährige Fotos in sozialen Netzwerken. Bei den Helfenden bedankte er sich mit den Worten: „Danke, dass Sie die medizinische Front schützen!“.

News zum Ukraine-Krieg: „Mutter der Soldaten“ ist für verletzte Soldaten da

Eben diese Front findet sich auch in der vom Krieg gebeutelten Stadt Saporischschja im Osten der Ukraine. Hier kümmert sich die „Mutter der Soldaten“, um die Verletzten. In einem Feldhospital, rund 20 Kilometer hinter der Gefechtslinie, besuchte das ZDF die Krankenschwester.

Ukraine-Krieg
Eine Krankenstation in Saporischschja. © Dmytro Smoliyenko / Imago Images

Mit bürgerlichem Namen heißt die „Mutter der Soldaten“, Romashka. In den 1990er Jahren musste sie aus ihrer Heimat Tadschikistan in die Ukraine fliehen.

Ukraine-Krieg: Die Angriffe fordern ihren Tribut.
Präsident Selenskyj mit einem verletzten Soldaten. © Cover-Images/IMAGO

Tod und Verderben im Ukraine-Krieg: Romashka gibt den Soldaten Halt

Der Besuch bei der Krankenschwester zeigt die Realität des Krieges auf drastische Weise. Dabei scheint Romashka vielfach der einzige Halt inmitten des Grauens zu sein, der vielen Soldaten offenbar Kraft gibt.

„Wenn die Soldaten weinen, dann weine ich mit ihnen.“

Krankenschwester Romashka gegenüber dem ZDF

Dabei ist der „Titel“, „Mutter der Soldaten“, praktischer gemeint als man zuerst annehmen wollen würde. Als der Soldat Ivan mit Tränen in den Augen zu ihr ins Lazarett kam und sagte: „Heute ist mein letzter Bruder gestorben, seit heute bin ich Waise“, bot ihm Romashka an, dass er ihr Sohn werden könne. Das Team des ZDF durfte der Besiegelung dieser „Patenschaft“ sogar beiwohnen.

Im Ukraine-Krieg wächst die Sorge das Russland mit Giftgas angreifen könnte.

News zum Ukraine-Krieg: Auch für die Toten ist die „Mutter der Soldaten“ da

Doch der Krieg tobt weiter und holt auch die „Mutter der Soldaten“ und ihre Besucher schnell wieder ein. Die Nachricht über einen getöteten Soldaten bringt Romashka zurück ins Lazarett.

„Es geht gar nicht so sehr ums Waschen der Leichen, sondern vielmehr darum, den Toten ihre Menschlichkeit zurückzugeben.“

Krankenschwester Romashka gegenüber dem ZDF

Der Mann starb dadurch, dass ein Granatsplitter seine Lungenarterie zerfetzte. „Als du hier warst, war ich in Sicherheit. Ich konnte in Frieden leben, weil du mein Leben für mich gegeben hast. Für mich und meine Kinder und deren Kinder“, betete die „Mutter der Kämpfenden“, neben dem Toten. (lm)

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