Autozüge mit Wartezeit

Urlaub auf Sylt wieder möglich: Viele Touristen strömen auf die Nordseeinsel

Sylt und Nordfriesland: Ab sofort dürfen Übernachtungsgäste wieder unter anderem auf die Inseln und Halligen. Die Ostfriesischen Inseln warten noch auf grünes Licht.

Update vom 2. Mai: Nachdem die Autozüge am Samstagmorgen zunächst nur wenige Fahrzeuge auf die Insel gebracht hatten, wurde es am Mittag deutlich voller. „Beim Syltshuttle sind die Züge seit dem Vormittag bis zum späten Nachmittag voll ausgelastet. Es gibt eine Wartezeit von zwei Stunden in Richtung Westerland“, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn.

Urlaub auf Sylt: Wartezeit von zwei Stunden in Richtung Westerland

Auch der blaue Autozug des privaten Bahnkonzerns Railroad Development Corporation (RDC) erreichte Sylt mit deutlich mehr Autos auf den Verladedecks. „Wie erwartet ist die Anreise zur Mittagszeit sehr lebhaft“, sagte RDC-Sprecherin Meike Quentin. Grund dafür sei auch die Ausgangssperre in Gebieten mit einer hohen Inzidenz: Autofahrer, die sonst die Nacht für ihre Anreise genutzt hätten, konnten nun erst um 5 Uhr starten.

„Unsere Fähren sind jetzt am Mittag ordentlich gefüllt, Plätze sind aber noch fre“, sagte Tim Kunstmann, Geschäftsführer der FRS Syltfähre, die zwischen Sylt und der dänischen Nachbarinsel Römö pendelt. Die Fahrgäste kämen aus ganz Deutschland, darunter Menschen aus Köln, Duisburg, Wolfsburg sowie Kassel. Regelmäßig landeten am Sonnabend zudem Privatflugzeuge auf dem Inselflughafen im Ort Tinnum.

Nach rund sechs Monaten Pause wegen der Corona-Pandemie sind am Samstagmorgen die ersten Urlauber auf Sylt angekommen.

Erste Touristen kommen auf Sylt an

Update vom 1. Mai: Nach rund sechs Monaten Pause wegen der Corona-Pandemie sind am Samstagmorgen die ersten Urlauber auf Sylt angekommen. Die größte deutsche Nordseeinsel gehört zur touristische Modellregion Nordfriesland. Unter strengen Auflagen wird der Tourismus wieder hochgefahren. Die ersten Autozüge brachten am frühen Morgen zunächst nur wenige Fahrzeuge auf die Insel. „Wir rechnen in den kommenden Tagen mit einem erhöhten Reisendenaufkommen“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn (DB).

Mit rund 20 Autos beladen erreichte kurz vor 7 Uhr der erste Blaue Autozug des privaten Bahnkonzerns Railroad Development Corporation (RDC) die Insel. «Wir gehen von einer lebhaften Anreise um die Mittagszeit aus, rechnen aber nicht mit einem Massenandrang», sagte RDC-Sprecherin Meike Quentin.

Was in Nordfriesland ab Sonnabend möglich ist, das wünschen sich auch die Hotelbetreiber der sieben Ostfriesischen Inseln: Gäste empfangen. Dazu haben sie der niedersächsischen Landesregierung ein Öffnungskonzept vorgelegt. Die Vorschläge zielen auf eine dauerhafte Öffnung des Tourismus bei gleichzeitiger Kontrolle des Infektionsgeschehens. Die Antwort steht noch aus.

Urlaub an der Nordsee: Nordfriesland startet als Modellregion

Nordfriesland fährt den Tourismus langsam und unter strengen Auflagen wieder hoch: Am 1. Mai startet der Kreis mitsamt Inseln und Halligen als zweite und wohl größte touristische Modellregion Schleswig-Holsteins. Das Projekt läuft zunächst bis zum 31. Mai mit der Option auf Verlängerung. Sobald die 7-Tage-Inzidenz über drei Tage hinweg den Wert von 100 überschreitet, kann das Projekt abgebrochen werden. Mehrere Tausend kleine und größere Betriebe beteiligen sich nach Angaben des Kreises an der Modellregion. In diesen Tagen bereiten sich unter anderem Gastronomen und Vermieter in Nordfriesland auf den erwarteten Gästeansturm am Samstag vor.

Brandenburger Strand in Westerland auf der Insel Sylt an der Nordsee in Schleswig-Holstein.

Auch die Wyker Dampfschiffs-Reederei (W.D.R.) bietet dann wieder mehr Fahrten zu den Inseln Amrum und Föhr an als bisher. So gibt es im Mai ab Dagebüll täglich zwischen 12 und 13 Abfahrten nach Föhr und Amrum beziehungsweise in der Gegenrichtung zum Festland, wie die Reederei mitteilte. „An stark gebuchten Tagen werden zusätzliche Fähren eingesetzt.“

„Für uns stand nicht eine Sekunde zur Diskussion, dass wir an der Modellregion teilnehmen wollen“, sagte Dominic Cloudt, der gemeinsam mit seiner Frau und einem Geschäftspartner Anfang des Jahres den Campingplatz Dünencamping in Wittdün auf Amrum übernommen hat. Er erwartet am ersten Wochenende gut 50 Anreisen. „Ab Mitte nächster Woche sind wir für das, was wir dürfen, so gut wie ausgebucht.“ Eine der größten Auflagen sei das Thema Testen.

Alle 48 Stunden ein Coronatest in der Modellregion Nordfriesland

Alle 48 Stunden müssen sich die Gäste in der Modellregion Nordfriesland testen lassen, wer in der Innengastronomie Platz nehmen will, muss ein maximal 24 Stunden altes Ergebnis vorweisen können. Um es seinen Gästen so angenehm wie möglich zu machen, habe man sich entschieden, selbst zu testen, sagte Cloudt. Gemeinsam mit den Betreibern des Hotels Seeblick in Norddorf hat das Dünencamping-Team ein eigenes Testzentrum mit Standorten an den jeweiligen Betrieben gegründet. Rund 10.000 Tests pro Woche können hier insgesamt gemacht werden.

Schon bald könnten die leeren Strandkörbe wieder gefüllt mit Touristen sein.

Eine Freigabe des Campingurlaubs in Gemeinden mit wenigen Corona-Neuansteckungen fordert der Verband der Campingplatzunternehmer Niedersachsen. Dort sind nur Dauercamper erlaubt.

Nicole Hesse vom Hotel Seeblick ist froh über die Modellregion. „Für uns war es die einzige und auch eine gute Möglichkeit zu zeigen, dass sicherer Tourismus möglich ist.“ Sie seien sehr gut, aber nicht zu hundert Prozent ausgebucht, sagte Hesse. Dies sei aber auch gut, um zu schauen, wie es funktioniere. Die „Riesenverantwortung“, die sie auch für den Tourismus insgesamt hätten, sei ihnen schon bewusst.

Auf der Nachbarinsel Sylt sind die Vorbereitungen ebenfalls im vollen Gang*. Bei Jürgen Gosch wird seit Tagen geputzt und gebohrt: „Wir sind hier nur am Saubermachen, ich glaube, ich habe noch nie so viel geputzt wie in diesem Jahr“, sagte der Fischunternehmer, der auf Sylt Läden in List, Westerland und Wenningstedt hat. „Ich habe mich dazu entschieden, an der Modellregion teilzunehmen, da müssen wir jetzt durch.“ Auf die ab Samstag erwarteten Gäste fühlt er sich nach eigenen Angaben gut vorbereitet.

Auch am Strand vor Westerland ist jetzt wieder mehr Betrieb als in den stillen Lockdown-Monaten. Täglich schaffen Ulrich Hoenack und sein Team Strandkörbe aus dem Winterlager an den Strand. „Wir geben jetzt Gas: Bis Montag wollen wir 800 Körbe an den Stränden haben“, sagt der Oberstrandkorbwärter der Gemeinde Sylt. Zuletzt hatten sie nur wenige Körbe herausgeholt, weil Urlauber nicht auf die Insel kommen durften. Bis Ende Juli sollen dann alle 4000 Körbe an den Stränden in der Gemeinde stehen.

In der Schleiregion und in Eckernförde dürfen Urlauber bereits seit dem 19. April unter strikten Vorgaben und mit deutlichen Einschränkungen Ferien machen. Weitere Modellvorhaben sind an der Lübecker Bucht und in Büsum (Kreis Dithmarschen) vorgesehen. Die Projekte sollen belegen, dass auch unter Corona-Bedingungen ein sicherer Urlaub möglich sein könne.

Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP) zog eine positive erste Bilanz. „Es läuft, glaube ich sehr gut“, sagte er mit Blick auf die Modellregion Schlei/Eckernförde. Und obwohl mit Nordfriesland eine Region mit einer anderen Größenordnung am Start ist, sei er auch da sehr optimistisch, dass das alles positiv laufe. dpa * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Lea Pischel/dpa

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