Trauer und Nazi-Parolen nach Corinnas Tod

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Zum Gedenken an die tote Corinna entzünden zwei Frauen vor dem Rathaus in Eilenburg eine Kerze.

Eilenburg - Die Trauer über den schrecklichen Tod der kleinen Corinna ist auch am Freitag in der sächsischen Stadt Eilenburg unübersehbar. Auch Neonazis mischen sich ins Gedenken ein. 

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Mordfall Corinna: Suche nach jedem Detail

Corinna (9) wurde von Sexverbrecher missbraucht

Spielkameraden Corinnas haben mit Kreide den Fußweg vor einem Wohnblock voll gekritzelt. “Wir werden Dich nie vergessen“, prangt in bunten Buchstaben auf dem Asphalt. Das Blumen- und Lichtermeer vor der Rathaus-Treppe wächst immer weiter. Auch vor dem Wohnhaus, in das die Neunjährige am Dienstag nicht mehr zurückkehrte, fahren immer wieder Menschen mit Blumen vor. Viele Eilenburger trauern still. Allerdings werden auch Neonazis wieder aktiv und mischen sich mit ihren Parolen in das Gedenken ein.

Trauer und Entsetzen: Der Fall Corinna aus Eilenburg

 
Der grausame Tod der kleinen Corinna schockt ganz Deutschland. Die Neunjährige war am vergangenen Dienstagabend nach dem Spielen nicht nach Hause gekommen. Ihre Mutter ging dann zur Arbeit und organisierte die Suche mit Hilfe der Familie. Um 19.45 Uhr wurde die Polizei alarmiert. © ap
 
24 Stunden nach ihrem Verschwinden entdeckten Einsatzkräfte das tote Kind in einem Sack im Mühlgraben , einem Nebenarm der Mulde, nur etwa 250 Meter vom Wohnhaus entfernt. © ap
 
In der 17 000-Einwohner-Stadt Eilenburg herrschte Trauer und Entsetzen. Am Wohnhaus der Neunjährigen und an der Rathaustreppe legten Nachbarn, Freunde, Einwohner und Kindergruppen Blumen nieder und stellten Kerzen auf. Viele von ihnen weinten. © ap
 
In der 17 000-Einwohner-Stadt Eilenburg herrschte Trauer und Entsetzen. Am Wohnhaus der Neunjährigen und an der Rathaustreppe legten Nachbarn, Freunde, Einwohner und Kindergruppen Blumen nieder und stellten Kerzen auf. Viele von ihnen weinten. © ap
 
Das Haus von Corinnas Eltern. Corinna ist das dritte Kind, das seit 2007 in der Region Leipzig einem Verbrechen zum Opfer fiel. 2007 starb der kleine Mitja, nachdem er brutal missbraucht worden war. Im Jahr 2008 wurde Michelle ermordet. © ap
 
Nach der Obduktion steht fest: Corinna wurde vergewaltigt und anschließend ermordet. “Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Hans Strobl am Donnerstag. © ap
 
“Der Täter ist noch auf freiem Fuß.“ Zum genauen Tatablauf machte er keine Angaben. © ap
 
Die mit 80 Beamten besetzte Kripo-Sonderkommission “Corinna“ sucht mit Hochdruck nach Hinweisen auf den Täter. © ap
 
Als das Kind gefunden wurde, war es teilweise nackt. Die Polizei sucht nach den Kleidungsstücken. An diesem Freitag sollen noch einmal Spezialhunde eingesetzt werden. © ap
 
Aus der befürchtung ist Gewissheit geworden. Die kleine Corinna (9) wurde Opfer eines Sexualverbrechens. Sehen Sie hier die Bilder der Suche und der Reaktionen auf ihren Tod. © ap
 
Aus der befürchtung ist Gewissheit geworden. Die kleine Corinna (9) wurde Opfer eines Sexualverbrechens. Sehen Sie hier die Bilder der Suche und der Reaktionen auf ihren Tod. © ap
 
Aus der befürchtung ist Gewissheit geworden. Die kleine Corinna (9) wurde Opfer eines Sexualverbrechens. Sehen Sie hier die Bilder der Suche und der Reaktionen auf ihren Tod. © ap
 
Aus der befürchtung ist Gewissheit geworden. Die kleine Corinna (9) wurde Opfer eines Sexualverbrechens. Sehen Sie hier die Bilder der Suche und der Reaktionen auf ihren Tod. © ap
 
Aus der befürchtung ist Gewissheit geworden. Die kleine Corinna (9) wurde Opfer eines Sexualverbrechens. Sehen Sie hier die Bilder der Suche und der Reaktionen auf ihren Tod. © ap
 
Aus der befürchtung ist Gewissheit geworden. Die kleine Corinna (9) wurde Opfer eines Sexualverbrechens. Sehen Sie hier die Bilder der Suche und der Reaktionen auf ihren Tod. © ap
 
Aus der befürchtung ist Gewissheit geworden. Die kleine Corinna (9) wurde Opfer eines Sexualverbrechens. Sehen Sie hier die Bilder der Suche und der Reaktionen auf ihren Tod. © ap
 
Aus der befürchtung ist Gewissheit geworden. Die kleine Corinna (9) wurde Opfer eines Sexualverbrechens. Sehen Sie hier die Bilder der Suche und der Reaktionen auf ihren Tod. © ap
 
Aus der befürchtung ist Gewissheit geworden. Die kleine Corinna (9) wurde Opfer eines Sexualverbrechens. Sehen Sie hier die Bilder der Suche und der Reaktionen auf ihren Tod. © ap
 
Aus der befürchtung ist Gewissheit geworden. Die kleine Corinna (9) wurde Opfer eines Sexualverbrechens. Sehen Sie hier die Bilder der Suche und der Reaktionen auf ihren Tod. © ap
 
Aus der befürchtung ist Gewissheit geworden. Die kleine Corinna (9) wurde Opfer eines Sexualverbrechens. Sehen Sie hier die Bilder der Suche und der Reaktionen auf ihren Tod. © ap
 
Aus der befürchtung ist Gewissheit geworden. Die kleine Corinna (9) wurde Opfer eines Sexualverbrechens. Sehen Sie hier die Bilder der Suche und der Reaktionen auf ihren Tod. © ap
 
Aus der befürchtung ist Gewissheit geworden. Die kleine Corinna (9) wurde Opfer eines Sexualverbrechens. Sehen Sie hier die Bilder der Suche und der Reaktionen auf ihren Tod. © ap
 
Aus der befürchtung ist Gewissheit geworden. Die kleine Corinna (9) wurde Opfer eines Sexualverbrechens. Sehen Sie hier die Bilder der Suche und der Reaktionen auf ihren Tod. © ap
 
Aus der befürchtung ist Gewissheit geworden. Die kleine Corinna (9) wurde Opfer eines Sexualverbrechens. Sehen Sie hier die Bilder der Suche und der Reaktionen auf ihren Tod. © ap
 
Aus der befürchtung ist Gewissheit geworden. Die kleine Corinna (9) wurde Opfer eines Sexualverbrechens. Sehen Sie hier die Bilder der Suche und der Reaktionen auf ihren Tod. © ap
 
Aus der befürchtung ist Gewissheit geworden. Die kleine Corinna (9) wurde Opfer eines Sexualverbrechens. Sehen Sie hier die Bilder der Suche und der Reaktionen auf ihren Tod. © ap

Damit werden Erinnerungen an den Mordfall Michelle wach, als Rechtsextremisten vor fast genau einem Jahr mit ihren Aufmärschen in Leipzig tagelang Schlagzeilen machten. Sachsens Innenminister Albrecht Buttolo ( CDU ) reagierte “mit Abscheu“. “Ich halte es für äußerst bedenklich, dass wir das immer wieder hinnehmen müssen“, sagt Buttolo. Diese Aufzüge beeinträchtigten die Suche nach dem Mörder, weil Beamte zur Absicherung der Spontan-Demos eingesetzt werden müssten, statt an der Aufklärung des Falls mitzuwirken. Vom Täter gab es am Freitag weiter keine Spur.

Todesstrafe wird gefordert

Die Verunsicherung im kleinen Eilenburg ist groß. Vor den Kerzen, Blumen und Teddys an der Rathaus-Treppe flackern immer wieder Diskussionen über die Bestrafung von Sexualverbrechern und Kindermördern auf. Das Wort “Todesstrafe“ wird ein ums andere Mal laut. Innenminister Buttolo sagt dazu: “Ich habe Verständnis für den Zorn in der Bevölkerung.“ Aber: “Eine Wiedereinführung der Todesstrafe wäre ein Sprung um Jahrhunderte zurück. Die Todesstrafe, wie es sie in der Nazi-Zeit und auch teilweise in der DDR noch gab, war kein Ruhmesblatt.“

Besonnen reagiert der Pfarrer der evangelischen Rinckart-Gemeinde. Er unterstützt einen “stillen Trauerweg“, den Bürger aus Eilenburg und Umgebung am Samstag um 17.00 Uhr auf dem Marktplatz starten wollen. Danach wolle er seine Kirche öffnen für ein Gebet, sagt Ralf Günther. Er kannte die ermordete Corinna. Die Neunjährige hatte oft den offenen Kinder- und Jugendtreff der Gemeinde besucht. Er hoffe, sagt der Pfarrer, dass die Neonazis nicht versuchen, das stille Gedenken der Bürger als Podium zu missbrauchen.

Wie sehr die Eilenburger zwischen Trauer, Wut, Verzweiflung aber auch Ärger über das Treiben der Rechtsextremisten hin und hergerissen sind, zeigt ein Eintrag im Gästebuch der Kirche St. Nikolai. Eine zweifache Mutter schreibt, sie hoffe, dass der Mörder gefunden wird. Danach heißt es: “Ich hoffe, die Menschen werden endlich wach, alles läuft weiter und NPD-Plakate prägen das Stadtbild... Gott - wo bist Du?.“

Von Birgit Zimmermann

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