Argentinien will „in Kürze“ Informationen liefern

Nach Mega-Stromausfall in Südamerika: Könnte ein kompletter Blackout auch hierzulande passieren?

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Bei dem beispiellosen Stromausfall in Argentinien und Uruguay fahren die Autos auf unbeleuchteten Straßen.

Nach dem Mega-Stromausfall in Argentinien und Uruguay ist die Elektrizität in weiten Teilen wieder hergestellt. Doch viele stellen sich die Frage: Könnte ein kompletter Blackout auch in Deutschland passieren?

Update vom 17. Juni, 16.09 Uhr: Nach dem größten Stromausfall in der Geschichte Südamerikas stellt sich die Frage, ob ein ähnliches Szenario auch in Deutschland möglich wäre. „Deutschland hat eines der sichersten Stromnetze der Welt“, sagte eine Sprecherin des Übertragungsnetzbetreibers Tennet, der in großen Teilen Deutschlands und den Niederlanden für den weiträumigen Stromtransport über Höchst- und Hochspannungsleitungen zuständig ist. Das Stromnetz sei redundant ausgelegt. Falle eine Verbindung aus, gebe es mindestens einen zweiten Weg, über den der Stromtransport sichergestellt werden könne.

Im Jahr 2017 war nach Angaben der Bundesnetzagentur jeder Verbraucher im Durchschnitt gut 15 Minuten ohne Strom. Die Qualität der Stromversorgung in Deutschland liege damit „im europäischen Vergleich auf einem sehr hohen Niveau“, sagte ein Sprecher der Behörde, der alle Stromausfälle gemeldet werden müssen, die länger als drei Minuten dauern. Hauptursachen für Stromausfälle sind Stürme, Hochwasser, Schnee oder andere Umweltereignisse.

Stefan Küppers, Technik-Geschäftsführer des Verteilnetzbetreibers Westnetz, der rund fünf Millionen Endkunden mit Strom versorgt, sagte zudem: „Alle Teile des Netzes werden bei uns regelmäßig gewartet, um unvorhergesehene Ausfälle zu vermeiden.“ Wichtig sei auch das Training von Notfallsituationen. Zudem seien Kraftwerke und andere Stromerzeuger so über das Land verteilt, dass sich der Ausfall einer Anlage gut ausgleichen lasse. „Absolute Sicherheit gibt es aber nicht“, räumte Küppers ein.

Das hatten im November 2005 die Bewohner von großen Teilen des Münsterlandes zu spüren bekommen. Eine ungewöhnliche Kombination aus orkanartigem Wind und viel nassem Schnee hatte damals zahlreiche Strommasten umstürzen lassen. Rund 250 000 Menschen hatten zunächst keinen Strom. Bis alle wieder versorgt waren, dauerte es fünf Tage.

Nach Mega-Stromausfall in Südamerika: Argentinien will „in Kürze“ Informationen liefern

Update vom 17. Juni, 14.02 Uhr: Nachdem der historische Stromausfall in Südamerika weitestgehend wieder behoben worden ist, gibt es für dessen Ursache immer noch keine offizielle Erklärung. Argentiniens Präsident Mauricio Macri sprach von einem noch die da gewesenen Fall und versprach dessen umfassende Aufklärung. Dabei berief er sich ebenfalls auf den Engergiestaatssekretär des Landes: „In Kürze wird Gustavo Lopetegui weitere Informationen zur Verfügung stellen“, schrieb Argentiniens Staatschef auf Twitter. 

Bis man den Ursachen allerdings komplett auf den Grund gehen könne, würden noch einige Tage vergehen, hieß es weiter.

Auch Lopetegui versicherte bereits, alle nötigen Maßnahmen ergreifen zu wollen. „Eigentlich gibt es keine Erklärungen, dass so etwas passieren darf, aber es ist passiert“, zitiert die bbc Lopetegui. Das Ganze sei besonders schwerwiegend. 

Während einige bereits einen Hackerangriff als Erklärung für den massiven Stromausfall heranzogen, sehen andere den Grund in den Unwettern, die schon seit Tagen an der argentinischen Küste aufeinandergetroffen sind. 

Wie die Zeitschrift el país allerdings berichtet, wären die Nachbarländer Brasilien und Chile kaum von dem Blackout betroffen gewesen. So hieß seitens der dortigen Verantwortlichen, ihr Stromsystem würde ganz normal funktionieren. 

Video: Wieder Strom für 47 Millionen Menschen

Auswirkungen des historischen Blackouts

Das Fehlen der Elektrizität in großen Teilen Südamerikas hatte massive Auswirkungen auf das Leben der Bevölkerung. Züge fielen aus, ganze U-Bahn-Stationen mussten geschlossen werden, das öffentliche Leben in den Städten war so gut wie gänzlich lahmgelegt. Auch Tankstellen mussten geschlossen werden, da weder die Pumpen in den Zapfstellen funktionierten, noch die Preisanzeigen. Genauso gab es Störungen in der Wasserversorgung. Wenigstens in den meisten Kliniken jedoch konnte der Betrieb dank Notstromgenatoren weitestgehend aufrecht erhalten werden.

Es wird bereits spekuliert, ob die Geschehnisse auch von den verschiedensten Seiten politisch instrumentalisiert werden können, da in Argentinien derzeit die Präsidentschaftswahlen stattfinden. 

Stromausfall in Südamerika: Reaktionen der Menschen

Die Menschen in den betroffenen Regionen jedoch versuchten, das Beste aus der misslichen Lage zu machen. Eigentlich hatte Südamerika am vergangenen Sonntag den Vatertag feiern wollen - das musste nun eben ohne Elektrizität funktionieren. „Wie in alten Zeiten“, kommentierten einige User die Geschehnisse auf Social-Media und posteten Fotos von sich bei Kerzenschein. Ein paar Glückliche freuten sich, dass sie wenigstens in ihren Gasküchen noch Tee zubereiten konnten. „Heute hast du dich in einen Helden verwandelt“, lobten sie beispielsweise ihren Edelstahl-Wasserkocher. 

Auch Fußball-Fans blieben von der Krise nicht unberührt, denn eigentlich findet gerade der „Copa America“ statt - vergleichbar mit unserer EM. „Am Ende gewinnt der, der zuerst wieder Strom hat“, witzelten die Leute auf Twitter.  

Ursache für Stromausfall in Südamerika am Tag danach noch ungeklärt

Update vom 17. Juni, 6.45 Uhr: Ein solches Szenario gab es selten: Nach dem gigantischen Stromausfall in Argentinien und Uruguay ist die Elektrizitätsversorgung in beiden südamerikanischen Ländern nun wieder nahezu flächendeckend hergestellt. Die 47 Millionen Menschen in beiden Staaten hätten praktisch alle wieder Strom, wie die größten argentinischen Energieversorger Edesur und Edenor sowie ihr uruguayisches Pendant UTE am Sonntagabend (Ortszeit) mitteilten. Die beiden Länder waren bis zu 15 Stunden lang von der massiven Störung betroffen gewesen.

Der Blackout hatte am Sonntagmorgen um 7.07 Uhr Ortszeit (12.07 MESZ) begonnen, gut 50 Minuten vor Sonnenaufgang. Da auf der Südhalbkugel der Erde gerade der Winter beginnt, wird zum Teil auch mit Strom geheizt. Dafür sind Klimaanlagen seltener im Einsatz als im Sommer.

„Es handelt sich um einen nie da gewesenen Fall“, schrieb Argentiniens Präsident Mauricio Macri auf Twitter. Auch der Unterstaatssekretär für Zivilschutz, Daniel Russo, sagte dem Sender Radio Mitre, dies sei ein Ausfall in einem für Argentinien beispiellosen Ausmaß. Innerhalb des Staatsgebiets blieb nur das an der südlichen Landesspitze gelegene Feuerland von dem Ausfall verschont. 

Im argentinischen Buenos Aires und weiteren Teilen Südamerikas ist es zu einem mächtigen Stromausfall gekommen.

Stromausfalls in Südamerika: Erster Verdacht zur Ursache

Das Versorgungssystem sei wegen Spannungsproblemen automatisch abgeschaltet worden, erklärte Argentiniens Energiestaatssekretär Gustavo Lopetegui auf einer Pressekonferenz. An einem Sonntag ohne extreme Temperaturen verfüge das Netz über eine Stromreserve von 20 Prozent, daher sei die allgemeine Abschaltung ungewöhnlich gewesen. Lopetegui schloss einen Hacker-Angriff nicht aus, das sei aber nicht der Hauptverdacht. Ein Ergebnis der laufenden Untersuchungen werde erst in sieben bis zehn Tagen feststehen.

Züge und U-Bahnen in der Hauptstadt Buenos Aires mussten abrupt gestoppt werden und konnten erst am späten Sonntagabend wieder fahren. Da auch die Ampeln ausfielen, ging es auf den Straßen nicht minder chaotisch zu. Die meisten Krankenhäuser mussten sich über Generatoren versorgen.

Der uruguayische Versorger UTE meldete auf Twitter, dass ein Schaden im argentinischen Netz sich auf das Verbundsystem ausgewirkt habe, so dass das eigene Staatsgebiet ganz ohne Strom war. Auch in Teilen Brasiliens und Paraguays kam es zu Stromausfällen.

Massiver Stromausfall in Südamerika: Millionen Menschen ohne Elektrizität

Update vom 16. Juni, 15.41 Uhr: In Argentinien wird nach dem schweren Stromausfall vom Sonntag die Elektrizitätsversorgung langsam wieder hergestellt. Die ersten 34 000 Kunden seien zurück am Netz, meldete der Energieversorger Edesur auf Twitter. Im Netz der Hauptstadt und des Großraums Buenos Aires beginne der Strom wieder zu fließen. Der Prozess der Normalisierung werde noch einige Stunden dauern.

Stromausfall in Teilen Südamerikas: Blackout betrifft Argentinien und Uruguay

Ursprungsmeldung vom 16. Juni, 14.05 Uhr: In Teilen Südamerikas ist es am Sonntag zu einem massiven Stromausfall gekommen. Argentinien und Uruguay seien nach einer schweren Störung im Verbindungssystem ohne Elektrizität, teilte der argentinische Energieversorger Edesur auf Twitter mit.

Stromausfall in Südamerika betrifft Millionen Menschen

Argentinien ist laut einem Bericht der argentinischen Tageszeitung „El Clarin“ seit 7 Uhr am Morgen (Ortszeit) ohne elektrische Energie. Gründe für den Blackout wurden zunächst nicht genannt. In der Hauptstadt Buenos Aires fielen Ampeln aus, im Nah- und Fernverkehr blieben Züge auf offener Strecke stehen. Argentiniens Regierung äußerte sich zunächst nicht.

In den Tagen zuvor hatte es vor allem in Buenos Aires schwere Unwetter mit Sturm gegeben, in deren Folge teilweise auch die Wasserversorgung unterbrochen war.

Alleine in Argentinien und Uruguay leben rund 48 Millionen Menschen. Allerdings sind unterschiedlichen Berichten zufolge auch die Südamerika-Staaten Brasilien, Chile und Paraguay betroffen.

Stromausfall in Südamerika: Copa America auch betroffen?

Wie die „BBC“ schreibt, hätten sich die Menschen in einigen betroffenen Landesteilen gerade auf regionale Wahlen vorbereitet, als plötzlich das Licht ausging. Zu den betroffenen Provinzen zählten den Berichten zufolge Santa Fe, San Luis, Formosa, La Rioja, Chubut, Cordoba und Mendoza.

In Brasilien findet derzeit die Copa America statt, das Fußballturnier des Kontinents, zu vergleichen mit der Europameisterschaft. Die Auswirkungen darauf sind noch nicht bekannt.

MMtz

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