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Starbucks-Mitarbeiter wegen absurder TikTok-Bestellungen unter Druck: „Wie Kaffee machende Roboter“

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Von: Sven Barthel

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Starbucks-Mitarbeiterin
Social-Media-Trend: TikTok-Videos von exotischen Starbucks-Getränke-Mischungen setzen die Mitarbeiter der Kaffeehaus-Kette unter Druck. © IMAGO / ITAR-TASS & Screeshot Tik Tok / @Who_Is_Jackie

Starbucks-Kunden bestellen immer öfter komplizierte Getränke-Mischungen mit mehr als zehn Zutaten, um damit auf TikTok prahlen zu können. Das setzt die ohnehin schon gestressten Baristas der amerikanischen Kaffeehauskette noch stärker unter Leistungsdruck.

Seattle - Über 30 Getränke stehen bei Starbucks auf der Speisekarte und den Anzeigetafeln über dem Barbereich. Die 1971 gegründete amerikanische Kaffeehauskette ist bekannt dafür, Extrawünsche ihrer Kunden zu erfüllen.

Mehr als 87.000 Getränke-Kombinationen seien bei Starbucks möglich, informiert das Unternehmen auf seiner Website. Formulierungen wie „Einen entkoffeinierten, laktosefreien Soja-Chai-Latte, bitte!“ wurden durch den globalen Siegeszug zum weltweiten Running Gag.

Anmerkung der Redaktion

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 01.06.2021 veröffentlicht. Da er für unsere Leserinnen und Leser noch immer Relevanz besitzt, haben wir ihn erneut auf Facebook gepostet.

Wer seinen Kaffee klassisch und ohne Firlefanz genießt, kann darüber nur schmunzeln. Zahlreiche Starbucks-Kunden nehmen die uneingeschränkte Servicebereitschaft dagegen zum Anlass, öfter mal etwas Neues auszuprobieren. Und wenn es nicht schmeckt, bestellt man beim nächsten Mal einfach eine andere Kombination. Doch durch Instagram und TikTok hat dieser Trend absurde Ausmaße angenommen.

Auf Starbucks-Zutaten basierende Getränke-Rezepte plötzlich bei TikTok im Trend

Inzwischen setzen TikTok und Instagram Starbucks‘ Thekenmitarbeiter zunehmend unter Druck. Denn das Selbstdarstellungs-Bedürfnis vieler Menschen führt immer öfter zu immer ausgefalleneren Getränke-Mischungen, die von den Kunden nicht bestellt werden, um sie zu genießen, sondern um damit vor der Kamera eine Show abzuziehen. Geht ein solches Video dann auch noch viral, wächst die Zahl der Nachahmer und die Versuche anderer, noch einen obendrauf zu setzen.

„Diese Bestellungen treiben uns in den Wahnsinn, weil sie so lang sind, so spezifisch, und sie mehr Zeit erfordern, als uns für die Zubereitung eines einzigen Getränks eigentlich zusteht“, sagte ein Starbucks-Schichtleiter in New York gegenüber der britischen Tageszeitung Guardian. Wie Business Insider berichtet, dränge Starbucks bei seinem „Drive-Thru“-Business auf eine Bestellannahme von unter 50 Sekunden pro Kunde, habe aber die Änderungen, die ein Kunde an seinem Getränk vornehmen kann, bislang nicht eingeschränkt.

Starbucks: Barista-Posting von verrückter Getränke-Bestellung geht über Twitter viral

Viele Starbucks-Kunden werden immer anspruchsvoller und ungeduldiger und wie Business Insider im Februar 2022 berichtet, wurde der Ton durch die Pandemie noch rauer. Kunden bestellen Getränke mit mehr als zehn Zutaten, haben aber kein Verständnis dafür, dass die Zubereitung länger als bei einem Standard-Getränk dauert, gaben mehrerer Barista gegenüber diverser US-Medien zu Protokoll.

„Die Kunden behandeln uns wie ‚Kaffee machende Roboter‘“ berichtet einer von seinem Arbeitsalltag. „Und wenn das Getränk im Ergebnis nicht 1:1 wie auf TikTok aussieht, wird gemeckert und verlangt, das ganze noch einmal neu zu machen.“ Eine ähnliche absurde Bestellung wurde Josie Morales, einem Starbucks-Mitarbeiter einer Filiale in Los Angeles im wahrsten Sinne des Wortes zu bunt.

Sein Kunde mit dem Namen Edward bestellte einen traditionellen „Caramel Ribbon Crunch Frappuccino“, der aus Kaffee, Milch, Eis, Karamellsirup, Karamellsauce, Schlagsahne, Karamellstreusel und einem knusprigen Karamell-Zucker-Topping besteht. Doch Edward fügte der Rezeptur noch 13 Extrawünsche hinzu, darunter extra Karamell-Spritzer, sieben Pumpen Karamell-Soße, extra Eis, extra Zimt-Pulver und schwere Sahne.

Barista Morales twitterte ein Foto der komplexen Mischung und betitelte es mit den Worten: „In der heutigen Folge von: ‚Warum ich meinen Job kündigen möchte‘ “. Der lustig gemeinte Schuss ging für Morales jedoch nach hinten los. Das Posting ging viral. Plötzlich wollten immer mehr Leute das Rezept probieren und bezeichneten es als „The Edward“. Trotz der kostenlosen PR, die sein Tweet Starbucks einbrachte, wurde Morales umgehend gefeuert.

Der Trend, bei Starbucks Getränke* zu bestellen, die nicht auf der Karte stehen, deren Mischungen von TikTok-Videos inspiriert sind, läuft munter weiter und könnte so einige Starbucks‘ Baristos und Baristas jetzt um ihre Jobs bangen lassen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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