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Frau bekommt 160.000 Euro von Ex-Mann, weil sie sich 27 Jahre um den Haushalt kümmerte

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Von: Sina Alonso Garcia

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Eine Frau putzt ein Fenster.
Sie rackerte sich im Haushalt ab, während ihr Mann Geld auf der Arbeit verdiente. Nun erkämpfte sich eine Frau vor Gericht den ihr zustehenden Anteil zurück. © Imago/PPE

27 Jahre lang opferte eine Frau in Argentinien ihre Karriere für die Familie. Nach der Scheidung von ihrem Mann besaß sie quasi nichts mehr. Vor Gericht erkämpfte sie sich 160.000 Euro von ihm.

Buenos Aires - Während er seinem Job nachging, managte sie den Haushalt. Kochte, putzte, kümmerte sich um die Kinder. 27 Jahre lang opferte eine Frau aus Argentinien ihre Karriere für die Familie. Nach fast 30 Jahren Ehe folgte der Schock: Das Paar trennte sich. Nichts von dem Geld, das der Familie gehörte, hatte die Frau selbst erwirtschaftet.

Dass ihr Mann ein gutes Leben führen konnte, während sie selbst vor dem Nichts stand, hielt die Frau für ungerecht. Da sie alleine nicht mehr über die Runden kam, entschied sie sich, vor Gericht zu ziehen. Dieses verurteilte ihren Mann dazu, acht Millionen Argentinische Pesos (umgerechnet knapp 160.000 Euro, damals, Stand 2019) als Wiedergutmachung zu zahlen.

Gericht findet klare Worte: „Sie wurde ihrer Möglichkeit beraubt, in den Arbeitsmarkt einzutreten“

„Nach 27 Jahren Ehe verließ der Beklagte seine Frau im Alter von 60 Jahren - dem Alter, in dem Frauen Rentenleistungen erhalten. Sie wurde der Möglichkeit beraubt, in den Arbeitsmarkt einzutreten“, heißt es im Urteil, das der Nachrichtenseite Clarin vorliegt.

„Die wirtschaftliche Abhängigkeit der Ehefrauen von ihren Ehemännern ist einer der zentralen Mechanismen, durch die Frauen in der Gesellschaft untergeordnet werden“, so das Urteil weiter. „In den meisten Familien übernehmen Frauen immer noch hauptsächlich die Last der Hausarbeit und der Kinderbetreuung.“

Gerichtsurteil: „Angemessen, um wirtschaftliche Situation der Ehegatten ins Gleichgewicht zu bringen“

Der Betrag von 160.000 Euro sei „angemessen, um die unterschiedliche wirtschaftliche Situation der Ehegatten, die sich aus der Ehe und ihrer Auflösung ergibt, wieder ins Gleichgewicht zu bringen“, sagte die zuständige Richterin.

Das Thema Gleichstellung war zuletzt auch in Deutschland wieder ein großes Thema. Am 8. März, dem Weltfrauentag, sprachen Politiker von einer „Rolle rückwärts“ der Gleichstellung wegen der Pandemie.*(BW24* berichtete). Im vergangenen Jahr haben Frauen in Deutschland erneut weniger verdient als Männer.**BW24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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