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Pfusch am Bau: Häftling flieht durch Oberlicht

Bochum - Ein schlecht eingebautes Oberlicht hat ein Häftling im Bochumer Gefängnis zur Flucht genutzt. Dabei hätte der 47-Jährige, der schon einmal geflohen ist, in einem Monat entlassen werden sollen.

Wie Polizei und Justizvollzugsanstalt (JVA) bestätigten, war der 47-Jährige am Sonntag entkommen, als er die Räume der Besucherkontrolle reinigen sollte. Nach Angaben der JVA gibt es dort zwar ein Fenster aus Panzerglas - das sei aber mangelhaft eingebaut worden.

„Dieses Oberlicht hat er herausgehebelt und sorgsam beiseite gestellt“, sagte der Leiter der Anstalt, Friedhelm von Meißner. „Sie müssen sich vorstellen, dass dieses Fenster zwar aus Sicherheitsglas ist, aber nur durch vier Aluminiumleisten gehalten. Das ist schlicht und ergreifend Baupfusch.“ Den machte sich der 47-jährige Gefangene zu Nutzen, entfernte die Leisten und entkam über das Dach der Pforte ins Freie.

Die Suche nach dem Mann, bei der unter anderem auch ein Hubschrauber eingesetzt wurde, verlief ohne Erfolg. Der 47-jährige Pole saß seit Ende 2010 wegen mehrerer Diebstähle in Drogeriemärkten im Gefängnis und gilt als nicht gefährlich. Allerdings ist er auch nicht zum ersten Mal auf der Flucht. Vor einigen Jahren war er laut von Meißner aus seinem Heimatland geflohen und in Deutschland untergetaucht, weil ihn in Polen ebenfalls eine Haftstrafe erwartete. Im kommenden Monat hätte er eigentlich entlassen und dorthin ausgeliefert werden sollen, um seine Strafe in Polen abzusitzen.

Mitte Januar hatte die Bochumer JVA bereits schon einmal für Schlagzeilen gesorgt, weil dort ein gefährlicher Schwerverbrecher einen Ausbruchsversuch unternommen hatte. Er hatte über Nacht die Gitterstäbe seiner Zelle durchgesägt, war jedoch nicht aus dem Gefängnis hinausgekommen. Stattdessen hatte er es nur bis auf den Dachboden geschafft, wo ihn die Beamten noch am selben Tag wieder festnehmen konnten.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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