Hintergründe zunächst unklar

Neue Details zu Bluttat nahe Oslo: Täter schoss mit Pfeil und Bogen - Polizei bestätigt Todesopfer-Zahl

In Norwegen hat sich in Kongsberg eine Gewalttat ereignet. Ein mit Pfeil und Bogen bewaffneter Mann schoss dort auf Menschen. Tote und Verletzte sind zu beklagen.

  • Bluttat in Norwegen: Im Ort Kongsberg schoss ein Täter mit Pfeil und Bogen auf Menschen. Die Hintergründe waren zunächst unklar.
  • Der Täter wurde gefasst, soll noch in der Nacht vernommen werden (siehe Update vom 13. Oktober, 22.51 Uhr)
  • Wie die Polizei bestätigt, starben fünf Menschen bei der Gewalttat, zwei weitere wurden verletzt (siehe Update vom 13. Oktober, 23.39 Uhr)

Update vom 13. Oktober, 23.39 Uhr: Nun bestätigt die Polizei, dass es bei der Bluttat in Kongsberg am Mittwochabend fünf Todesopfer gegeben hat. Zwei weitere Personen wurden verletzt

Update vom 13. Oktober, 23.16 Uhr: Wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Ermittlerkreise berichtet, seien bei dem Angriff mindestens fünf Tote zu beklagen. Norwegens scheidende Ministerpräsidentin Erna Solberg hat den Betroffenen der Gewalttat in der Kleinstadt Kongsberg ihre Anteilnahme ausgedrückt. „Unsere Gedanken gehen zuallererst an die Betroffenen und ihre Angehörigen“, sagte Solberg am späten Mittwochabend auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in Oslo. Sie wird am Donnerstag nach ihrer Wahlniederlage vor einem Monat von dem Sozialdemokraten Jonas Gahr Støre an der Regierungsspitze abgelöst. Auswirkungen auf den Regierungswechsel habe die Tat nicht, sagte Solberg.

„Die Meldungen, die heute Abend aus Kongsberg kommen, sind grauenvoll“, sagte Solberg. „Der Täter hat furchtbare Handlungen gegen mehrere Menschen begangen. Das ist eine sehr dramatische
Situation, die die Gemeinschaft in Kongsberg hart trifft.“ Es sei wichtig, zu unterstreichen, dass man noch nichts Genaueres zu dem Vorfall wisse.

Nach dem Angriff in Kongsberg steckt ein Pfeil in einer Wand.

Update vom 13. Oktober, 23.09 Uhr: Kongsbers Bürgermeisterin Kari Anne Sand äußerte sich schockiert nach dem Vorfall. „Das ist eine Tragödie für alle Betroffenen. Mir fehlen die Worte“, sagte sie am späten Mittwochabend gegenüber der Zeitung Verdens Gang. Auch die scheidende Ministerpräsidentin Erna Solberg und Justizministerin Monica Mæland wollten sich äußern.

Eine Einwohnerin von Kongsberg sagte der Nachrichtenagentur NTB, sie habe gehört, wie der Alarm in einem Supermarkt losgegangen sei. Dabei habe sie sich nicht viel gedacht. Dann jedoch habe sie auch Polizeiautos und Rettungswagen gehört. Die Polizei habe am Abend mit Taschenlampen Garagen und Hinterhöfe im Stadtzentrum abgesucht.

Wegen des Vorfalls wurde die Polizei vor Ort - anders als üblich - vorübergehend bewaffnet, wie das Polizeidirektorat am späten Abend mitteilte. Es handele sich um eine Bereitschaftsmaßnahme - vorläufig gebe es keine Hinweise für eine Änderung der Bedrohungslage im Land. Auch der norwegische Geheimdienst PST wurde über den Vorfall in Kenntnis gesetzt.

Update vom 13. Oktober, 22.51 Uhr Uhr: Noch immer sind die Hintergründe zur Tat im norwegischen Kongsberg unklar. Während Medien wie die Zeitung Verdens Gang von mindestens vier Toten sprechen, hält sich die örtliche Polizei mit präzisen Angaben noch zurück. Wie mehrere Medien berichten, sei der Täter aktuell in Untersuchungshaft in der sich in der Nähe befindenden Stadt Drammen, soll noch in der Nacht dort vernommen werden.

Der TV-Sender TV2 berichtet derweil davon, dass der Täter auch noch ein Messer bei sich getragen haben soll. Im Ort Kongsberg wurde derweil am Abend von den Behörden ein echtes Großaufgebot aufgefahren. Neben bewaffneten Sicherheitskräften und Krankenwagen kreisten auch Hubschrauber über der Stadt, gar ein Bombenentschärfungsteam wurde umgehend mit in die Stadt geschickt.

Øyvind Aas, zuständiger Polizeichef, spricht nach der Gewalttat in Kongsberg mit Jounalisten.

Erstmeldung: Kongsberg - Bei einer Bluttat in Norwegen sind mehrere Menschen verletzt und getötet worden. Das teilte die norwegische Polizei am Mittwochabend auf einer Pressekonferenz mit. Die Tat ereignete sich demnach gegen 18.30 Uhr im Zentrum der Stadt Kongsberg, die sich rund 80 Kilometer südwestlich von Oslo befindet.

Die Polizei könne leider bestätigen, dass es mehrere Verletzte und auch Tote gegeben habe, sagte der zuständige Polizeichef Øyvind Aas. Zeitungen wie Verdens Gang berichten von mindestens vier Todesopfern. Die Verletzten seien in Krankenhäuser gebracht worden.

Bluttat in Norwegen: Mann schießt mit Pfeil und Bogen bewaffnet auf Menschen in Kongsberg

Aas sagte weiter, dass es sich offensichtlich um einen Einzelhändler handelt und nicht nach weiteren Tätern gesucht werde. Der Mann sei mutmaßlich mit Pfeil und Bogen bewaffnet gewesen und gefasst worden.

Offenbar gab es mehrere Tatorte. Aas sprach laut Dagbladet von „mehreren Tatorten auf einem großen Gebiet im Zentrum von Kongsberg“. Die Lebensmittelkette Coop bestätigte dem Blatt, dass sich der Vorfall auch in einer ihrer Filialen ereignete. Kein Mitarbeiter sei verletzt worden, hieß es weiter.

Kongsberg: Polizei spricht von mehreren Tatorten

Das Motiv ist noch unklar. Es sei noch zu früh, darüber Aussagen zu treffen, sagte Aas. Es sei natürlich, dass man auch überprüfe, ob es sich um eine Terrortat handle.

Bei der Tat in Kongsberg werden Erinnerungen an den schwersten Anschlag in der Geschichte von Norwegen wach. Vor zehn Jahren hatte Anders Behring Breivik zunächst im Osloer Regierungsviertel eine Bombe gezündet und dabei acht Menschen getötet.

Daraufhin fuhr er zur etwa 30 Kilometer entfernten Insel Utøya und brachte 69 weitere Menschen um. Auch in Atlanta in den USA hat es in diesem Jahr eine Bluttat mit acht Toten gegeben.

Rubriklistenbild: © dpa

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