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Schockierendes Video: Orcas in Freizeitpark attackieren Artgenossen

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Von: Sina Alonso Garcia

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Orcas im SeaWorld San Diego
Im SeaWorld San Diego werden Orcas zum Zweck der Unterhaltung für Shows dressiert. Die Gefangenschaft hat mitunter schwerwiegende Folgen für die Psyche der Tiere. © IMAGO/ZUMA Wire

Orcas gelten eigentlich als friedliebende Tiere. In Gefangenschaft zeigen sie allerdings ungewöhnliche Verhaltensweisen, wie nun erneut ein Vorfall im SeaWorld San Diego bestätigt. Dort gingen zwei Orcas auf einen Artgenossen los.

San Diego - Es sind schockierende Bilder, die einem die Tränen in die Augen treiben: Am 5. August 2022 filmte ein Besucher des SeaWorld-Parks in San Diego, wie zwei Orcas auf einen Artgenossen losgingen. Das Video, das von der Tierrechtsorganisation PETA geteilt wurde, zeigt, wie die beiden Wale einen dritten Wal höchst aggressiv attackieren. Augenzeugen berichten von blutigen Bisswunden.

„Alle paar Sekunden sprangen die zwei Orcas aus dem Wasser, um den verletzten Orca weiter anzugreifen“, berichtet der SeaWorld-Besucher, der die Szene auf seinem Handy festhielt, gegenüber PETA. „Wir alle sahen sofort, dass das Wasser mit Blut getränkt war, was meine neunjährige Tochter zum Weinen brachte.“ Die Flanke des attackierten Wals sei übersäht mit Bisswunden gewesen.

Trauriges Video aus SeaWorld: Aggressives Verhalten der Orcas für diese Spezies höchst ungewöhnlich

Während ein derart aggressives Verhalten von Orcas in der Natur als höchst ungewöhnlich gilt, kommt es in Gefangenschaft deutlich häufiger vor. In Meeresparks wie SeaWorld werden die Tiere oft in winzigen Becken zusammengepfercht, aus denen sie nicht entkommen können. Mit dem Video versucht PETA, Besuchern von SeaWorld die Augen zu öffnen. „Wenn ihr diesen Freizeitpark besucht, unterstützt ihr die Misshandlung dieser Tiere“, appelliert die Tierrechtsorganisation an ihre Follower auf Instagram. „Orcas gehören nicht in solche Becken!“

Das sehen viele User ähnlich, die ihre Bestürzung und ihre Wut in der Kommentarspalte zum Ausdruck bringen. „Entsetzlich“, „so traurig“ und „herzzerreißend“ heißt es da. Einige fordern die Menschen auf, „so etwas nicht zu unterstützen“ und verlangen von SeaWorld, die nicht artgerechte Haltung der Orcas zu beenden.

Nach Orca-Attacke: PETA reicht Klage gegen SeaWorld San Diego ein

Nachdem der Augenzeuge PETA das Videomaterial zugespielt hatte, reichte die Organisation eine Beschwerde beim US-Landwirtschaftsministerium (USDA) ein und forderte die Behörde auf, den Park wegen offensichtlicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetz zu untersuchen. Das gemeinsame Unterbringen unverträglicher Tiere sei demnach nicht erlaubt.

Wir fordern die USDA auf, gegen SeaWorld zu ermitteln, weil die Tiere unter so stressigen Bedingungen gehalten werden, dass es zu schrecklichen Angriffen kommt, und erinnern Familien daran, sich von allen Parks fernzuhalten, die Orcas oder andere Tiere einsperren.“

Tracy Reiman, PETA USA

Der blutige Kampf der Orcas ist nicht der einzige erschütternde Vorfall, der sich Anfang August 2022 im SeaWorld San Diego ereignete. Nur einen Tag vor der Attacke gab der Park in einem Facebook-Post bekannt, dass Orca Nakai nach mehr als 20 Jahren Gefangenschaft an einer Infektion gestorben sei. Laut PETA sei Nakai nicht nur zur Unterhaltung der Besucher, sondern auch zu Studienzwecken missbraucht worden. Bereits 2012 habe er zudem bei einer Auseinandersetzung mit einem Artgenossen, mit dem er sich ein winziges Becken teilte, ein Stück seines Kiefers verloren.

Orcas in freier Wildbahn: Statt Artgenossen jagen sie kleinere Meeressäuger

In freier Wildbahn greifen Orcas, auch Killerwale genannt, sich in der Regel nicht gegenseitig an. Stattdessen ernähren sie sich von Robben, Seelöwen, Pinguinen und anderen Meeressäugern. Eine seltene Orca-Spezies machte etwa in Kapstadt Jagd auf weiße Haie. Vor der Küste Westaustraliens haben Forscher zudem eine Gruppe von Orcas beobachtet, die Blauwale bei lebendigem Leib fraßen. Angriffe auf Menschen in freier Natur gelten hingegen als höchst selten.

In Neuseeland dokumentierte eine Drohne Aufnahmen einer Schwimmerin im Meer, die von Killerwalen verfolgt wird - die Aufnahme zeigt, wie die Orcas sich völlig ruhig und mit fließenden Bewegungen neben der Schwimmerin hertreiben lassen. Eine ganze Weile schwimmen sie zu viert an der Küste entlang. Auf viele Zuschauer wirkt das Video beruhigend und unheimlich zugleich. Die Schwimmerin scheint darauf zu vertrauen, dass sie als Mensch nicht auf der Speisekarte der Orcas steht. Solange die Orcas sie nicht für eine Robbe halten, ist dieses Vertrauen sicher berechtigt. Sich hundert Prozent darauf verlassen kann man sich aber vermutlich nicht.

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