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Gletscherbruch in den Dolomiten: Überreste von zwei weiteren Bergsteigern gefunden

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Von: Patrick Mayer, Lukas Einkammerer, Martina Lippl

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Nach dem Gletschersturz in den Dolomiten geht die Suche nach Vermissten weiter. Die Zahl der bestätigten Todesopfer ist auf neun gestiegen. Alle Infos im News-Ticker.

Update vom 7. Juli, 7.13 Uhr: Vier Drohnen fliegen inzwischen über dem Unglücksort am Marmolata-Gletscher. Teil des Eises und Schnee schmelzen. So konnten die Retter die sterblichen Überreste von zwei weiteren Leichen am Mittwoch lokalisieren. Die Zahl der bestätigten Todesopfer ist damit auf neun gestiegen. So konzentriert sich die Suche jetzt auf drei Vermisste, die von der Eis- und Steinlawine am Sonntag (3. Juli) verschüttet wurden.

Am Donnerstag sollen Bergungsteam „am Boden“ zum Einsatz kommen, fall es das Wetter zulässt. Die Suchoperation auf dem Gletscher ist riskant. Das Eis gilt als instabil. Experten befürchten einen weiteren Gletschersturz. In der Marmolata-Hütte wurde deswegen ein Interferometer und ein Doppler-Radar installiert, um kleinste Bewegungen am Gletscher zu beobachten.

Gletscherbruch in Italien: Zahl der Todesopfer steigt auf neun

Update vom 6. Juli, 19.30 Uhr: Nach dem tragischen Unglück in den Dolomiten am Sonntag haben die örtlichen Behörden nun ein trauriges Statusupdate gegeben. Wie Maurizio Fugatti, der Präsident der autonomen Provinz Trient, am Mittwochabend bekannt gab, soll die Zahl der Toten auf neun gestiegen sein. Zuvor wurde neben acht Verletzten mit rund sieben Toten gerechnet – eine Zahl, die durchaus auch noch weiter ansteigen könnte. Vier Tote sind, laut Fugatti, bereits von Angehörigen identifiziert worden, bei den anderen fünf Opfern stehe die Identifizierung noch aus.

Nach dem schweren Unglück stellten sich viele die Frage, ob der Gletscherabbruch vorhersehbar gewesen wäre. Dies soll die Justiz in Trient jedoch ausschließen, wie Staatsanwalt Sandro Raimondo gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur Ansa bestätigte. Mithilfe von Zeugenaussagen und Filmmaterial sollen Ermittler den Ablauf des Unglücks rekonstruieren wollen – um zu verstehen, wie etwas so Schreckliches passieren konnte.

Eine mögliche Erklärung für den unerwarteten Gletscherabbruch könnten Folgen des Klimawandels wie hohe Temperaturen und fehlender Niederschlag sein. Egal, was Schuld am Tod so vieler Menschen war, man kann nur hoffen, dass alle Verletzten bald wieder genesen sind – und, dass so ein Unglück nie wieder passiert.

Gletschersturz in den Dolomiten: Rettungskräfte entdeckten weitere Leichen an der Marmolata

Update vom 6. Juli, 16.10 Uhr: Rettungskräfte haben am Mittwoch in den norditalienischen Dolomiten weitere Leichen von verschütteten Bergsteigern gefunden. Es wurde angenommen, dass es Wanderer aus derselben Seilschaft sind, die am Sonntag von den Massen aus Geröll, Eis und Schnee mitgerissen worden waren. Das teilte die Autonome Provinz Trient mit.

Weitere Details gaben die Behörden zunächst nicht bekannt. Bei dem Gletscherabbruch kamen mindestens sieben Menschen zu Tode, insgesamt acht wurden verletzt, darunter zwei Deutsche. Die Behörden suchten noch nach fünf Italienern. Ob die neuen Funde dazu gehören, war am Mittwoch zunächst noch unklar. Ab Donnerstag sollen Feuerwehrleute, Polizisten und Bergretter mit Suchhunden wieder in das Gebiet an der Marmolata gehen.

Nach Gletschersturz in Dolomiten: Am Mittwoch ging die Suche nach weiteren Vermissten weiter.
Nach Gletschersturz in Dolomiten: Am Mittwoch ging die Suche nach weiteren Vermissten weiter. © Luca Bruno/dpa

Am Mittwoch setzten die Einsatzkräfte die Suche anfangs nur mit Drohnen fort, die über das Gebiet flogen. Es bestand die Gefahr, dass sich erneut Eis und Geröll lösen könnten. Experten stellten außerdem drei Überwachungsgeräte auf, um Bewegungen der Gletschermassen zu erkennen. Sie sollten die Sicherheit der Bergungsarbeiten in dem Gebiet sicherstellen, das derzeit für die Suche gesperrt ist.

Update vom 6. Juli, 13.45 Uhr: Die Trauer und der Schmerz nach dem Gletscherbruch in den Dolomiten ist groß. Allesandra überlebte die Tragödie an der Marmolata, während ihr Ehemann starb. In einem berührenden Post in den sozialen Medien erinnert sie öffentlich an ihren Tommaso.

Update vom 6. Juli, 9.57 Uhr: In den Dolomiten geht die Suchoperation am Mittwochmorgen weiter. Die ersten Hubschrauber sind schon wieder in der Luft, wie in der Instagram-Story der Region Trient zu sehen ist.

Lawinen-Unglück in den Dolomiten: Zahl der Vermissten sinkt auf fünf

Update vom 6. Juli, 6.13 Uhr: Vier Tage nach dem Gletscherbruch an der Marmolata werden noch fünf Menschen vermisst. Sieben Leichen sind bislang geborgen worden. Vier der Todesopfer sind identifiziert. Während bei zwei Geborgenen noch die Anerkennungsphase läuft, gibt es bei einem Opfer offenbar keine Hinweise. Beim Einsturz des Gletschers wurden acht Menschen verletzt. Darunter ein junger Mann (30) aus Trient, bei dessen Prognose die Ärzte derzeit etwas zurückhaltend sind.

Wenn es das Wetter zulässt, soll die Suche mit Hunden am Gletscherabbruch beginnen. Mit Infrarotmeter und Doppel-Radar wird der Marmolata-Gletscher inzwischen genauestens überwacht. Das Eis ist unstabil. Aus Sicherheitsgründen wurden alle Zugänge zur Marmolata geschlossen. Die Gemeinde Canazei will am kommenden Samstag den Opfern der Marmolata-Katastrophe gedenken.

Nach Gletschersturz in den Dolomiten: So geht es den verletzten Deutschen

Update vom 5. Juli, 21.45 Uhr: Den beiden beim Gletschersturz in Norditalien verletzten Deutschen geht es besser. Ihr Gesundheitszustand stabilisiere sich, teilte die Gesundheitsbehörde in Venetien am Dienstagabend mit, in deren Kliniken der Mann und die Frau liegen. Die Ärzte in der Provinz Belluno hätten den 67-Jährigen an diesem Dienstag wegen seiner Verletzungen operiert. Er bleibe vorerst auf der Intensivstation. Die 58 Jahre alte Frau wurde auf eine normale Station verlegt und soll dort weiter überwacht werden.

Am Sonntagnachmittag begruben an der Marmolata in den Dolomiten Massen aus Schnee, Eis und Geröll mehrere Bergsteiger unter sich. Die Behörden bestätigten sieben Tote und acht Verletzte. Fünf Alpinisten - alles Italiener - galten an diesem Dienstagabend noch als vermisst.

Lawinen-Unglück in den italienischen Dolomiten: Zahl der Vermissten sinkt auf fünf

Update vom 5. Juli, 19.15 Uhr: Die Zahl der Vermissten nach dem tödlichen Lawinen-Unglück in den italienischen Dolomiten ist von dreizehn auf fünf gesunken. Das teilte die Autonome Provinz Trient mit, in der der Berg Marmolata liegt, an dem sich am Sonntag der Gletscherabbruch ereignete.

Acht Menschen konnten die Behörden demnach wieder ausfindig machen. Bei ihnen bestand zunächst die Befürchtung, sie könnten unter den vermissten Bergsteigern sein, die verschüttet wurden. Laut Trentino sank die Zahl der Verletzten in Kliniken außerdem auf sieben, weil ein Patient entlassen wurde.

Update vom 5. Juli, 17.55 Uhr: Beim Lawinen-Unglück an der Marmolata werden mindestens sieben Menschen getötet. Ein überlebender Bergsteiger schildert von den Sekunden beim Gletscherbruch in den Dolomiten. Währenddessen geht die Suche nach noch mindestens acht Vermissten am Dienstag weiter.

Lawinen-Unglück in den italienischen Dolomiten: Zahl der Vermissten sinkt von 13 auf acht

Update vom 5. Juli, 15.55 Uhr: Die Zahl der Vermissten nach dem tödlichen Lawinen-Unglück in den italienischen Dolomiten ist von dreizehn auf acht gesunken. Das bestätigte die Polizei in Trient auf Nachfrage an diesem Dienstag. Vier Ausländer, die als vermisst galten, konnten kontaktiert werden und seien gesund. Zudem konnten die Personalien eines schwer verletzten Mannes ermittelt werden, der nach dem Unglück in eine Klinik in Treviso gebracht wurde, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Eine Lawine aus Eis, Schnee und Geröll hatte am Sonntag an der Marmolata in Norditalien mehrere Bergsteiger unter sich begraben. Die Behörden bestätigten bislang sieben Tote und acht Verletzte, darunter zwei Deutsche. Die Einsatzkräfte vor Ort setzten am Dienstag die Suche nach Toten und Vermissten an der Unglücksstelle fort.

Weil der Untergrund noch instabil war und die Behörden weitere Lawinen nicht ausschließen konnten, überflogen die Rettungskräfte das Gebiet mit Drohnen. Das Bergmassiv bleibt bis auf Weiteres gesperrt. Bei der Suche fanden die Helfer Kleidung und laut Ansa auch „Reste von Vermissten“. Dort seien sehr kleine menschliche Überreste, die kaum zuzuordnen seien, sagte der Chef der Bergrettung, Maurizio Dellantonio, vor Journalisten. „Das sind sehr schmerzvoll Dinge“, erklärte er.

Gletscherbruch in den Dolomiten:Lawinen-Unglück an der Marmolata:
Totemindestens 7
verletzte Bergsteigermindestens 8, darunter 2 Deutsche
vermisstmindestens 8

Stand Dienstagnachmittag, 5. Juli, 16 Uhr

Gletschersturz an der Marmolata: Hier ereignete sich das Unglück in den Dolomiten.
Gletschersturz an der Marmolata: Hier ereignete sich das Unglück in den Dolomiten. © dpa

Gletschersturz an der Marmolata: Drohnen filmen Kleidungsstücke an der Unglücksstelle

Update vom 5. Juli, 13.17 Uhr: Kleidungsstücke wurden bei Drohnenflügen am Dienstagvormittag entdeckt. Zunächst ist noch unklar, ob diese den Opfern des Gletscherbruchs an der Marmolata zuzurechnen sind, oder ob es sich um ältere Fundsachen handelt. Das berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Ob und wie die Funde geborgen werden, stünde allerdings noch nicht fest.

Die italienische Polizei hat zudem den Halter eines Autos mit deutschem Kennzeichen ausfindig gemacht. Dieser sei gefunden worden und befinde sich außer Gefahr, hieß es von der Polizei in Trient auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Dienstag. Er sei nicht in das Unglück an dem Gletscher involviert gewesen. Der Wagen mit bayerischem Kennzeichen stand auf dem Parkplatz, der in der Regel von den Bergsteigern genutzt wird, die hinauf Richtung Marmolata laufen.

Noch immer werden 13 Menschen vermisst, die Behörden bestätigten sieben Tote und acht Verletzte, darunter zwei Deutsche. Weil zu dem Auto mit dem deutschen Nummernschild anfangs niemand zurückkam, schlossen die Behörden zunächst nicht aus, dass die Insassen unter den Opfern sein könnten.

Gletscheralarm im Aostatal: Einsturzgefahr am Planpincieux-Gletscher

Indes wurde Gletscher-Alarm im Val Ferret im Aostatal ausgelöst. Auf der italienischen Seite am Mont-Blanc-Massiv drohen gewaltige Teile des Planpinceux-Gletschers abzustürzen, teilt Ansa mit. Am Abend werde zudem ein Sturm erwartet. Die Warnung gelte für einen Teil des Gletschers von etwa 400.000 Kubikmetern, der sich bis zu einem Meter pro Tag bewegt. Die Gemeinde Courmayeur habe daher für diese Nacht (von 18.30 bis 8.00 Uhr) die Evakuierung eines Bereichs von Val Ferret angeordnet, der sich unter den Seracs befindet und in dem sich etwa zehn Gebäude befinden. Der Planpincieux-Gletscher auf dem Mont-Blanc-Massiv steht seit dem warmen Sommer 2019 unter genauester Beobachtung - schon damals drohten Eismassen ins Tal zu stürzen.

Update vom 5. Juli, 10.45 Uhr: Nach dem Gletscherbruch läuft die Rettungsaktion auf der Marmolata wieder an. Spezialisten wollen Radargeräte installieren. Die Technik ist in der Lage sehr schnelle Bewegungen wie Lawinen und langsamere Bewegungen wie Erdrutsche zu erkennen. An der Bergflanke hat sich ein vertikaler und instabiler Block gebildet. „Wenn alles gut geht, wird er in kleine Stücke zerfallen, wenn es schlecht läuft in einem Stück“, erklärt Nicola Casagli im öffentlich-rechtlichen TV-Sender Rai. Der Geologe von der Universität Florenz und dessen Forschungsteam gehört als Kompetenzzentrum dem Zivilschutz an.

Gletscher-Unglück in Italien: Ein Hubschrauber der „Guardia di Finanzia“ versucht Handys von Vermissten zu orten.
Gletscher-Unglück in Italien: Ein Hubschrauber der „Guardia di Finanzia“ versucht Handys von Vermissten zu orten. © PIERRE TEYSSOT/afp

Nach Gletscherbruch in den Dolomiten: Behörden suchen nach 13 Vermissten

Update vom 5. Juli, 7.21 Uhr: Es scheint ein schier unmögliches Unterfangen: Mit Hubschraubern und mit Spezialausrüstung versuchen Rettungskräfte Signale von Handys von Vermissten zu orten.

Die Suche nach 13 Vermissten in Eis und Felsen geht weiter. Darunter sind drei Menschen, die aus Tschechien stammen. Der anfangs vermisste Österreicher konnte vom österreichischen Konsulat kontaktiert werden. Bei vier Autos auf dem Parkplatz ermitteln die Behörden nach eigenen Angaben noch die Eigentumsverhältnisse. Die Fahrzeuge haben ausländische Kfz-Kennzeichen – aus Deutschland, Tschechien und Ungarn.

Der Marmolata-Gletscher ist extrem unstabil. Ein „schwebender“ Bock droht einzustürzen. Vorerst dürfen keine Retter mehr die Flanke des Berges betreten. Noch ist nicht abschließend geklärt, warum der am Sonntag (3. Juli) gegen 14 Uhr Eismassen mit Felsen und Geröll plötzlich in die Tiefe stürzten. Doch es herrschten auf 3343 Metern in Punta Penia Rekordtemperaturen von über 10 Grad. Zum Zeitpunkt des Einsturzes waren es 10,7 Grad. Der Gefrierpunkt an der Marmolata habe 25 Tage lang über 3000 Meter gelegen.

Unter dem Gletscher muss sich eine gigantische Menge an Schmelzwasser gebildet haben, vermuten Experten. Der Druck des Wassers zwischen dem Eis und Fels entpuppte sich als „Bombe“, berichtet der italienische TV-Sender RAI. Diese gewaltige Kraft hob das Eis hoch und schleuderte es in die Tiefe – mit einer Geschwindigkeit von 300 km/h.

Die Marmolata (3.343 Meter) ist der höchste Berg der Dolomiten und Teil der Marmolatagruppe.
Der Marmolata-Gletscher zählt zu einem der größten in den italienischen Alpen und befindet sich auf der Nordseite der Marmolatagruppe, die in den Provinzen Trient und Belluno liegt.
Gletscherbruch an der Marmolata: Felsbrocken und Eisblöcke lösten sich am Sonntagnachmittag (3. Juli) in der Nähe von Punta Rocca an der Aufstiegsroute zum Gipfel. Mehrere Seilschaften befanden sich in dem Gebiet.

Gletschersturz in den Dolomiten: Weiterer Abbruch droht! Drama um Vermisste - „Situation kritisch“

Update vom 4. Juli, 21.57 Uhr: Aktuell droht offenbar ein weiterer großer Gletscherbrocken einzustürzen. Die Marmolata sei noch nicht fertig „zerbröckelt“ warnt Walter Cainelle, der Präsident der Bergrettung von Trentino bei der italienischen Zeitung La Stampa. Ein weiterer Teil des Gletschers sei „bereit zum Einsturz“, so Cainelli. Demnach sei dieses Stück ähnlich groß, wie das, das zuvor zum Tod von mehreren Bergsteigern geführt hatte. „Es wird sicherlich zusammenbrechen, auch wenn nicht festgestellt werden kann, wann“, so der Experte. Dies sei der Grund, warum die Suche nach Vermissten aktuell ausgesetzt werde. Man müsse die Bergretter selbst schützen.

Dolomiten-Gletscher-Unglück: Helis mit Handy-Ortung sollen nun helfen Vermisste zu finden

Update vom 4. Juli, 17.27 Uhr: Unterdessen konnten die Bergretter ihre Drohnensuche nach Vermissten offenbar fortsetzen. Das berichtet La Stampa. Zuvor hatte schlechtes Wetter den Einsatz der Drohnen verhindert. Zudem sind nun auch sogenannte „Handy-Finder“-Helikopter am Unglücksort eingetroffen. Diese Hubschrauber sind mit spezieller Technik ausgerüstet und sollen nun Vermisste dadurch finden, dass sie ihre Handys orten.

Gletscherbruch in den Dolomiten: Bergung der Toten nach dem Unglück könnte teils unmöglich sein

Update vom 4. Juli, 17.18 Uhr: Nach dem Gletscher- und Lawinenunglück in den Dolomiten könnte es Wochen oder sogar noch länger dauern, bis alle Toten am Hang des Marmolata-Massivs gefunden und geborgen werden. Das sagte Maurizio Dellantonio, der Präsident der italienischen Bergrettung, am Montag. Er erklärte, dass nach dem Gletscherbruch riesige Mengen an Eis und Gestein in Fels- und Gletscherspalten gerutscht seien. Die Felsspalten sollten noch im Sommer freigelegt werden, auch dank des schmelzenden Eises, sagte er voraus. „Falls aber jemand im oberen Bereich des Berges in Gletscherspalten gestürzt ist, dann wird es schwierig“, sagte Dellantonio.

Tote und Verletzte nach massivem Gletscherbruch
Das Handout zeigt einen Rettungshubschrauber in den Dolomiten. Bei einem massiven Gletscherbruch in Norditalien sind mindestens sieben Menschen getötet und acht weitere zum Teil schwer verletzt worden. © dpa/Corpo Nazionale Soccorso Alpino e Speleologico

Italiens Regierungschef Mario Draghi sieht unterdessen Handlungsbedarf, um ein solches Unglück in Zukunft zu vermeiden. „Die Regierung muss darüber nachdenken, was passiert ist und Maßnahmen ergreifen“, sagte der 74 Jahre alte Regierungschef am Montagnachmittag in Canazei am Fuße des Berges Marmolata. Der Abgang der Lawine habe sicherlich etwas mit Umweltschäden und der Lage des Klimas zu tun, erklärte der parteilose Ministerpräsident weiter. „

Dolomiten-Unglück: Gletscher bricht ab - „Situation kritisch“

Update vom 4. Juli, 16.16 Uhr: Schlechtes Wetter in den Dolomiten behindert die Suchoperation an der Marmolata. Wegen des Regens müssen die Drohnen derzeit am Boden bleiben. „Im Moment ist die Situation kritisch, weil die Gefahr von weiteren Abbrüchen besteht, niemand kann den Gletscher betreten“, erklärte ein Sprecher der Alpinen Bergrettung, Alex Barattin, wie die italienische Zeitung La Stampa berichtet. „Wir überwachen alles mit Drohnen, wo wir etwas im Detail finden, greifen wir mit dem Helikopter ein“, so Alex Barattin.

Dolomiten-Bergrettung nennt neue Details: „Situation kritisch“ - weiter etliche Vermisste

Die Drohnen hätten zuvor Menschen, Material, Seile gesichtet und auch geborgen. Sobald es die Wetterbedingungen erlauben, werde die Suchoperation am Montag wieder aufgenommen. Die Zahl der Vermissten nach dem Gletschersturz ist zunächst noch unklar. 14 Menschen sind von Familienangehörige bei den Behörden als vermisst gemeldet worden, weil sie nicht nach Hause zurückgekehrt sind. Das teilt der Präsident der Region Trient Maurizio Fugatti, laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa mit. Davon seinen vier ausländische Staatsangehörige: aus Tschechien und ein Österreicher. Doch auf dem Parkplatz stehen noch vier Autos. Über die Insassen würden keine Informationen vorliegen. Ein Fahrzeug stamme aus Deutschland, zwei aus Tschechien und eins aus Ungarn. Nach Angaben der Retter sei es fast unmöglich, die Vermissten lebend zu finden.

Marmolata-Katastrophe: Zahl der Todesopfer nach dem Gletschersturz steigt

Update vom 4. Juli, 13.26 Uhr: Die Zahl der Todesopfer ist inzwischen auf sieben gestiegen, berichtet die italienische Zeitung Corriere.it. Eine weitere Leiche sei von den Rettungskräften geborgen worden, berichtet italienische Medien übereinstimmend. Im Moment gibt es demnach 19 bestätigte Vermisste. Von acht Verletzten befinden sich zwei in einem kritischen Zustand, teilt die italienische Nachrichtenagentur Ansa mit. Von den Todesopfern konnten vier identifiziert werden. Es sind drei Italiener, darunter zwei Bergführer. Am Marmolata-Gletscher geht die Suche nach möglichen weiteren Verschütteten am Montag weiter.

Ein Wanderer, der den Gletscherabbruch überlebte, spricht von einem „Wunder“. „Es gab einen dumpfen Lärm, dann kam ein Meer aus Eis herab“, erzählt Steffano im Corriere.it. Er sei in dem Moment etwas höher als die Opfer gewesen. „Es ist nutzlos zu rennen, Du kannst nur beten, dass es nicht Deinen Weg kreuzt.“ Er und sein Begleiter hätten sich in eine Hocke gekauert und einander „fest umarmt, als das Eis vorbeirauschte“.

Gletscherabbruch in Dolomiten: 20 Menschen vermisst – auch Deutsche unter den Verletzten

Update vom 4. Juli, 12.11 Uhr: Die beiden deutschen Bergsteiger sind unter den Verletzten. Ein 67 Jahre alter Mann und eine 58 Jahre alte Frau würden im Krankenhaus auf einer Intensivstation behandelt werden. Beide würden eng überwacht, teilte die örtliche Gesundheitsbehörde am Montagmittag mit. 

Nach dem Gletschersturz in den Dolomiten ermittelt jetzt die Oberstaatsanwaltschaft. „Im Moment gibt es 17 Vermisste, 8 Verletzte, 2 davon in sehr ernstem Zustand. Von den Verletzten sind 2 deutsche Staatsangehörige. Die Opfer sind derzeit 6, von denen 4 identifiziert wurden“, erklärt Oberstaatsanwalt von Trient, Sandro Raimondi im italienischen TV-Sender Rai. Im Zusammenhang mit der Tragödie sei eine Ermittlungsakte gegen Unbekannt wegen schuldhafter Katastrophe eröffnet. Die Oberstaatsanwaltschaft befürchtet, dass die Zahl der Opfer noch steigen wird.

Unter den Todesopfern soll sich ein 27-Jähriger befinden. Kurz vor dem massiven Eissturz soll er noch ein Selfie an seinen Bruder geschickt haben. Seitdem herrscht Stille, es gäbe keine Neuigkeiten. Auch ein Bergführer (51) aus Norditalien soll bei dem Gletschersturz ums Leben gekommen sein.

Rekord-Temperaturen auf dem Gletscher an der Marmolata

Update vom 4. Juli, 11.40 Uhr: Einen Tag nach dem Eissturz an der Marmolata ist das Ausmaß der Tragödie noch schwer zu fassen. Auf dem Gipfel der Marmolata (3.343 Meter) seien in den vergangenen Tagen Temperaturen über zehn Grad gemessen worden, berichten italienische Medien. Ungewöhnliche Temperaturen für diese Jahreszeit, so ein Sprecher der Bergretter im italienischem Fernsehsender Rai. Die extreme Hitzewelle in Italien seit Ende Juni könnte ebenfalls dazu beigetragen haben, dass ein sogenannter Sérac, ein Turm aus Gletschereis, abbrach.

Mit einer Geschwindigkeit von 300 Kilometern pro Stunde sind die Eismassen vom Mamolata-Gletscher in die Tiefe gestürzt, berichtet Rai. Der italienische Fernsehsender beruft sich auf Maurizio Fugatti, Regierungschef von der Region Trentino. Eine 200 Meter lange Eisfront mit einer Höhe von 60 Metern und einer Tiefe von 80 Metern sei immer noch mit dem Berg verbunden. Die etwa zwei mit Eis gefüllten Fußballfeldern wären einer Neigung von 45 Grad ausgesetzt.

Gletschersturz in den Dolomiten: Zwei Deutsche sollen involviert sein

Bozen – Plötzlich donnerten Eis, Schnee und Geröll ins Tal. Mindestens sechs Bergsteiger sterben. 20 Menschen werden derzeit noch vermisst. Auch Deutsche sind nach neuesten Erkenntnissen in das Unglück involviert.

Die Retter haben kaum noch Hoffnung unter den Eis-, Schnee und Felsmassen weitere Überlebende zu finden. Auf dem Parkplatz am Fuße des Bergmassivs, wurden die Autos kontrolliert, um herauszufinden, ob und wie viele Menschen noch fehlten, twitterte die Bergrettung SUEM Veneto. 18 Menschen seien von dem Gipfel von Punta Rocca am Sonntag evakuiert worden. „Die Marmolata ist für die Öffentlichkeit gesperrt.“

Auf der Marmolata in der norditalienischen Region Trentino ist es am Sonntag zu einem massiven Gletscherbruch gekommen. Nach dem folgenschweren Gletschersturz in Norditalien geht das Auswärtige Amt davon aus, dass Deutsche in das Unglück involviert sind, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Nach bisherigem Stand handle es sich um zwei Personen, sagte eine Sprecherin am Montag. Weitere Angaben machte das Auswärtige Amt zunächst nicht. Der Honorarkonsul in Bozen und die deutsche Botschaft in Rom stünden im ständigen Austausch mit den italienischen Behörden, hieß es weiter.

Extrembergsteiger Reinhold Messner zur Dolomiten-Tragödie: Vorfälle wie an der Marmolata „werden wir häufiger sehen“

Extrembergsteiger und Umweltschützer Reinhold Messner sieht in dem Unglück eine Folge des Klimawandels und der Erderwärmung. „Diese fressen die Gletscher weg“, sagte der 77-Jährige im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

An den Abbruchkanten der Gletscher bilden sich dann sogenannte Eistürme - Seracs genannt - „die so groß sein können wie Wolkenkratzer oder Häuserzeilen“, erklärte Messner. Vorfälle wie an der Marmolata „werden wir häufiger sehen“, prognostizierte er, denn „heute gibt es viel mehr Fels- und Eisabbrüche als früher“.

Gletschersturz in Dolomiten: Einsatzkräfte berichten von schrecklichen Szenen

Und diese können dann furchtbare Folgen haben wie am Sonntag auf dem Massiv an der Grenze zwischen den Regionen Trentino-Südtirol und Venetien. Der sichtlich geschockte Bergretter Luigi Felicetti berichtete von dem Einsatz: „Als wir vor Ort ankamen, bot sich uns ein unglaubliches Bild. Überall lagen Eisblöcke und riesige Steine.“

Die Nachrichtenagentur Ansa zitierte Ermittler, wonach sich an dem Berg ein „unvorstellbares Blutbad“ abgespielt habe, nach dem „es schwer sein wird, die Identität der Opfer festzustellen, denn die Körper wurden zerstückelt“ von den Eis- und Steinbrocken.

Nach Gletschersturz auf der Marmolata: Italiens Regierungschef Dragi reist zum Unglücksort

Italiens Ministerpräsident Mario Draghi reist am Montag nach dem Gletschersturz mit mindestens sechs Toten in Norditalien in die Nähe des Unglücksortes. Der 74 Jahre alte Regierungschef will gegen Mittag in Canazei eintreffen, wo die Behörden ein Lagezentrum eingerichtet haben, wie Draghis Amtssitz in Rom mitteilte. Dort solle er zusammen mit dem Chef des Zivilschutzes über die Lage informiert werden.

Der Berg liegt auf der Grenze der Regionen Venetien und Trentino-Südtirol. Italiens Staatschef Sergio Mattarella telefonierte mit den Präsidenten der beiden Regionen, um seine Anteilnahme auszudrücken, wie der Quirinalspalast am Montag mitteilte.(ml/dpa)

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