Strandbesucher zur Vorsicht aufgerufen

Schiff verliert giftige Fracht in Nordsee – Erste Containerladung auf deutscher Urlaubs-Insel gefunden

Das Schiff hatte 270 Container auf dem Weg von Antwerpen nach Bremerhaven in stürmischer See verloren.
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Das Schiff hatte 270 Container auf dem Weg von Antwerpen nach Bremerhaven in stürmischer See verloren.

Nach der Havarie des Riesenfrachters "MSC Zoe" wurde erstes Strandgut auf Borkum gesichtet. Auch andere beliebte Inseln könnten bald betroffen sein.

Update vom 5. Januar 2019, 13.46 Uhr:

Nach der Havarie des Frachters "MSC Zoe", bei der rund 270 Container in die Nordsee stürzten, fordert die Bundesregierung Peilsender in Containern weltweit. "Als Bundesregierung setzen wir uns aktiv dafür ein, dass es zu einer Einigung für den Einsatz von Peilsendern auf internationaler Ebene kommt", sagte der Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, Norbert Brackmann (CDU).

Eine derartige verpflichtende Ausstattung könne nur sinnvoll im Rahmen der international geltenden Regularien eingeführt werden, sagte Brackmann der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Samstag. Eine solche Maßnahme allein auf nationaler Ebene halte er für nicht zielführend.

Update vom 5. Januar 2019, 9.14 Uhr:

Nach der Havarie eines der weltweit größten Containerschiffe in der Nordsee wird an den deutschen Stränden weiteres Treibgut erwartet. „Die Berechnungen, die gemacht worden sind, zeigen, dass Borkum, Juist und Norderney betroffen sein könnten - die anderen Inseln eher nicht“, sagte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD). Die „MSC Zoe“ hatte in der Nacht zum Mittwoch auf der Fahrt vom portugiesischen Sines nach Bremerhaven in stürmischer See mehr als 270 Container verloren.

Schiff verliert giftige Fracht in Nordsee – Erste Containerladung auf deutscher Urlaubs-Insel gefunden

Update vom 4. Januar 2019, 13.45 Uhr: 

Nach der Havarie des Riesen-Frachters „MSC Zoe“ in der Nordsee ist auf der Insel Borkum erstes Strandgut gefunden worden. „Es hat jetzt die erste Ladung gegeben, die auch in Borkum angespült worden ist“, sagte der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD). Er rechnet damit, dass noch mehr anlandet: „Die Berechnungen, die gemacht worden sind, zeigen, dass Borkum, Juist und Norderney betroffen sein könnten - die anderen Inseln eher nicht.“

Der SPD-Politiker nannte die hohe Zahl der beidseitig vom Schiff gefallenen Container extrem ungewöhnlich: „Bisher sind davon erst 20, die an Land gespült worden sind, gesichtet worden.“ Es gelte nun, neben Umweltschäden auch Gefahren für Leib und Leben der Anwohner und Urlauber zu verhindern und künftig mit angemessenen technischen Möglichkeiten solche Fälle zu verhindern. Für die Kosten habe der Verursacher - die Reederei - letztlich die Kosten zu tragen.

Die auf der Insel Borkum lebende Landtagsabgeordnete Meta Janssen-Kucz (Grüne) betonte: „Unsere größte Sorge gilt aber dem Gefahrgut, den Peroxiden. Wir hoffen, dass die Rettungskette von Behörden und Reederei funktioniert.“ Es seien rund 30 Geräte und einige weitere Haushaltsgegenstände angespült worden, bestätigte die Polizei auf Borkum.

Unterdessen ist auf dem Atlantik ein Feuer auf einem deutschen Frachter ausgebrochen.

Havarie der "MSC Zoe" in der Nordsee: Sack mit giftigem Puder an Wattenmeer-Insel angespült

Update vom 3. Januar 2019, 14.00 Uhr

An der niederländischen Wattenmeer-Insel Schiermonnikoog ist ein Sack mit giftigem Puder angespült worden. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich um einen Stoff aus der Gruppe der Peroxide, meldeten die Behörden der Provinz Friesland am Donnerstag. Die Substanz werde nun untersucht. In dem Sack seien etwa 25 Kilo Puder. Tests sollen ergeben, welcher Stoff genau es ist. Erst dann wisse man, wie giftig das Pulver ist.

Die Behörden hatten Strandbesucher zur Vorsicht aufgerufen. Sie sollten sich von dem Stoff fernhalten. Die Strände der niederländischen Wattenmeer-Inseln sind inzwischen übersät vom Inhalt der Container, darunter viel Plastik und Verpackungsmaterial.

Havarie des Riesenfrachters "MSC Zoe": Mindestens ein Container soll Gefahrengut enthalten

Den Helder/Bremerhaven - Nach der Havarie des Riesenfrachters "MSC Zoe" in der Nordsee könnten am Donnerstag weitere der rund 270 über Bord gegangenen Container an Land gespült werden.

Nach Angaben des Havariekommandos in Cuxhaven soll mindestens einer von ihnen Gefahrgut enthalten. Die niederländische Küstenwache geht von mindestens drei Containern mit einem gefährlichen Stoff aus.

Die Reederei der "MSC Zoe" lässt mit Spezial-Schiffen nach den Containern suchen. Die Schiffe sind mit Sonar ausgerüstet. Ein Bergungsunternehmen sei mit der Suche beauftragt worden, teilte die MSC Reederei mit Sitz in Genf mit. Das Unternehmen solle auch die Säuberung der Strände koordinieren. Man nehme den Vorfall sehr ernst.

Besondere Wachsamkeit herrscht an der ostfriesischen Küste, für die Insel Borkum wurde am Mittwochabend eine Warnmeldung abgesetzt. Es sei möglich, dass Container oder freigesetzte Gefahrstoffe an Land gelangten, hieß es in einer über das Warn- und Informationssystem Katwarn verbreiteten Meldung. «Keinesfalls offene Container oder freigesetzte Stoffe berühren», warnte der Landkreis Leer. «Sollten Sie einen Container entdecken, bitte umgehend der Rettungsleitstelle, Telefon 112, melden.»

Video: Havarie eines Riesenfrachters - Gefahrgut in der Nordsee

Auch für den Schiffsverkehr stellen die Container ein Risiko dar. «In der Nacht war das Ems-Fahrwasser westlich von Borkum vorübergehend gesperrt», sagte ein Sprecher des Havariekommandos. So sollte verhindert werden, dass Schiffe im Wasser treibende Container rammen könnten. Die Suche nach den restlichen über Bord gegangenen Containern wurde am Morgen nach Sonnenaufgang wieder aufgenommen.

«Die endgültige Zahl der Container wird sich erst bei der Zählung in Bremerhaven herausstellen», sagte der Sprecher. Das könne einige Tage dauern. Das Cuxhavener Havariekommando hatte zuvor nach Rücksprache mit der Besatzung des Frachters erklärt, dass mindestens einer der Container Gefahrgut enthalte - nämlich Dibenzoylperoxid, das in der Kunststoffproduktion eingesetzt werde.

Dibenzoylperoxid dient zur Härtung von Harzen oder als Bleichmittel für Öle, Fette und Wachse. Es wird meist in Pasten- oder Pulverform verkauft und kann im Extremfall bei großer Hitze explodieren.

Havarie des Riesenfrachters "MSC Zoe": Havariekommando will Bergungsplan erarbeiten

Der Frachter hatte die Container am Dienstag auf dem Weg vom belgischen Antwerpen nach Bremerhaven in stürmischer See verloren. Zunächst wurden sechs Container in deutschen Gewässern gesichtet. Zusammen mit der Reederei wollte das Havariekommando einen Bergungsplan erarbeiten. Der betroffene Bereich sollte gesichert werden. An den Stränden der Inseln Vlieland, Terschelling und Ameland wurden nach Angaben der niederländischen Küstenwache mehr als 20 Container angespült.

Das Containerschiff legte laut Havariekommando in der Nacht auf Donnerstag in Bremerhaven an. Die Fahrt in den Hafen verlief demnach ohne Zwischenfälle. Die «MSC Zoe» der Reederei Mediterranean Shipping Company aus der Schweiz ist mit über 394 Metern Länge eines der größten Containerschiffe der Welt. Sie kann mehr als 19.000 Standardcontainer laden.

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