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Tausende Leerflüge bei der Lufthansa: EU-Kommission hält an Vorgabe fest

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Von: Sebastian Richter

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Die Lufthansa liegt im Streit mit der EU-Kommission. Tausende Leerflüge befürchtet der Konzern-Chef, wenn es keine Einigung gebe. (Symbolbild)
Die Lufthansa liegt im Streit mit der EU-Kommission. Tausende Leerflüge befürchtet der Konzern-Chef, wenn es keine Einigung gebe. (Symbolbild) © Sebastian Gollnow/dpa

Die Lufthansa muss wegen einer EU-Regel in diesem Winter wohl Tausende Leerflüge starten. Für Airline und Klima ein Problem. Die EU-Kommission bleibt trotzdem hart.

Frankfurt – Die Lufthansa liegt mit der EU-Kommission im Zwist. Geringe Nachfrage hat den Konzern gezwungen, ihre Flüge in diesem Winter drastisch zu reduzieren. 33.000 Flüge hat die Lufthansa vom Winterflugplan gestrichen*. Und es könnten sogar noch mehr sein – wenn die EU-Kommission es nicht verbieten würde.

Nach EU-Recht müssen Airlines einen gewissen Teil ihrer Starts und Landungen garantieren, um die „historischen Rechte“ an diesen Zeitslots behalten zu dürfen. Der genaue Anteil hat sich in den letzten Monaten immer wieder geändert. Vor der Corona-Pandemie* waren die Airlines noch dazu verpflichtet, 80 Prozent der Flüge durchzuführen.

Lufthansa: Tausende Flüge heben trotz Angst vor Leerflügen ab

Angesichts der extrem niedrigen Passagierzahlen während der Corona-Pandemie durften die Airlines zwischenzeitlich drei von vier Flügen streichen und mussten nur noch 25 Prozent der Flüge garantieren. Doch als die Flugzahlen langsam wieder stiegen, erhöhte die EU-Kommission die Messlatte für mindestens durchgeführte Starts und Landungen wieder auf 50 Prozent. Schon damals warnten Fluggesellschaften vor Leerflügen.

In einem Beschluss im Dezember hat die EU-Kommission die Pflicht-Flüge wieder erhöht, diesmal auf 64 Prozent. Wieder befürchtet die Lufthansa zahlreiche Leerflüge, gerade in Anbetracht der Omikron-Mutation. Bis zu 18.000 leere oder beinahe leere Flüge vom Flughafen Frankfurt* prognostizierte Konzern-Chef Carsten Spohr. Und das, während die Lufthansa ohnehin mit strengen Klimavorgaben zu kämpfen* hat.

Leerflüge bei der Lufthansa befürchtet: EU-Kommission verteidigt Beschluss

Doch die EU-Kommission bleibt bei ihrer Entscheidung. „Die Omikron-Variante ist besorgniserregend und wir werden die Situation beobachten. Aber wir müssen plötzliche und nicht vollständig belegte Änderungen vermeiden“, teilt ein Sprecher der Regierung dem Nachrichtenportal Aero Telegraph mit. Der Luftverkehr erhole sich trotz neuer Virusstämme stetig, so die Erfahrung in Brüssel.

Mit der Anhebung der verpflichtend genutzten Zeitslots stelle man die Flughafenkapazität für die Nutzer sicher, heißt es weiter. Außerdem sei der Wert nicht aus der Luft gegriffen. „Bei der Entscheidung berücksichtigte die Kommission die Luftverkehrsprognosen von Eurocontrol und die Entwicklungen seit Beginn der Pandemie“, so der Sprecher gegenüber Aero Telegraph. Man habe sich auch mit Interessenvertretern der Luftfahrtbranche unterhalten.

Omikron macht sich bereits bei der Lufthansa bemerkbar. Eine Krankheitswelle unter Piloten zwang die Lufthansa schon über die Feiertage zur Steichung zahlreicher Flüge*. (spr) *fnp.de ist ein Teil von IPPEN.MEDIA.

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