Polizei ermittelt am Unglücksort

Explosion in Leverkusen: Einsatzkräfte bergen drei weitere Todesopfer aus den Trümmern

Nach der Explosion in Leverkusen ermittelt die Kölner Polizei nun am Unglücksort. Die Einsatzkräfte haben drei weitere Leichen aus den Trümmern geborgen.

  • Nach der Explosion in Leverkusen ermittelt die Polizei am Donnerstag am Unglücksort. (siehe Erstmeldung)
  • Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr haben drei weitere Leichen aus den Trümmern geborgen. (siehe Update vom 29. Juli, 16.05 Uhr)
  • Die Zahl der Todesopfer steigt damit auf fünf an. Zwei weitere Personen werden noch vermisst.
  • Dieser News-Ticker wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 29. Juli, 16.05 Uhr: Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr haben bei ihrem Einsatz am Donnerstag (29. Juli) drei weitere Leichen aus den Trümmern geborgen. Das teilten die Polizei Köln und die Staatsanwaltschaft in einer Pressemitteilung mit.

Die Zahl der Todesopfer nach der Explosion in Leverkusen steigt damit auf fünf an. „Aussagen zum Alter der Getöteten werden die Ermittlungsbehörden bis zur abschließenden Identifizierung nicht bekannt geben“, teilte die Polizei weiterhin mit. Zwei Menschen würden weiter vermisst, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Explosion in Leverkusen: Polizei ermittelt am Unglücksort

Erstmeldung vom 29. Juli: Leverkusen - Nach der verheerenden Explosion mit mindestens zwei Toten auf einem Gelände von Chemie-Unternehmen in Leverkusen begutachten Ermittler der Kölner Polizei am Donnerstag (29. Juli) den Unglücksort. Der Brandort könne betreten werden, die Ermittler seien wohl den ganzen Tag vor Ort, erklärte ein Sprecher der Kölner Polizei am Morgen. Es sei eine „Puzzlearbeit“ und unwahrscheinlich, dass die Unglücksursache sofort herausgefunden werde.

Bei der schweren Explosion am Dienstagmorgen (27. Juli) im Chempark Leverkusen sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Chempark-Betreiberfirma Currenta wurden 31 Personen verletzt. Fünf Menschen werden noch vermisst. Die Hoffnung, noch Überlebende zu finden, ist minimal. „Wir müssen davon ausgehen, dass wir die fünf Vermissten nicht mehr lebend finden werden“, sagte Currenta-Geschäftsführer Frank Hyldmar auf einer Pressekonferenz am Mittwoch (28. Juli).

Der Sprecher der Kölner Polizei erklärte, man werde mit zwei Teams vor Ort sein. Ein Team stehe bereit um zu dokumentieren und zusammen mit der Feuerwehr eventuell Leichen zu bergen. Die Begehung finde mit Vertretern vom Umweltbehörden, Sachverständigen, des Unternehmens und des Landeskriminalamts statt. Die Polizei will bei den Ermittlungen auch Drohnen einsetzen.

Nach der Explosion im Chempark Leverkusen am Dienstag stiegen dunkle Rauchwolken über dem Unglücksort auf.

Nach Explosion in Leverkusen: DNA-Proben von Angehörigen der Vermissten könnten zum Einsatz kommen

Bei der Suche nach den noch vermissten Menschen könnten auch DNA-Proben von Angehörigen zum Einsatz kommen. Die Polizei beabsichtigte, „von Angehörigen der Vermissten vorsorglich DNA-Proben zu entnehmen“, um gegebenenfalls „eine Identifizierung zu erleichtern“, erklärte ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Man geht davon aus, dass die fünf vermissten Arbeiter, die nach der Detonation noch nicht in den Ruinen der Anlage gefunden worden sind, tot sind.

Laut der Kölner Polizei ist fraglich, ob alle Bereiche bereits begangen werden können. Einige Teile seien demnach einsturzgefährdet, andere Bereiche kontaminiert. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt mittlerweile wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und fahrlässiges Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion gegen unbekannt.

Explosion in Leverkusen: Umweltamt arbeitet weiter an Analyse der Stoffe in der Rauchwolke

Das nordrhein-westfälische Landesumweltamt (LANUV) arbeitet weiter an einer Analyse der Stoffe, die mit der Rauchwolke nach der Explosion in die umliegenden Wohngebiete getragen wurden. „Bislang liegen aus diesen Untersuchungen noch keine Ergebnisse vor“, teilte das Umweltamt am Mittwochabend mit. Erste Ergebnisse seien zum Ende der Woche zu erwarten. Nach einer ersten Einschätzung könnte es sich um „Dioxin-, PCB- und Furanverbindungen“ gehandelt haben.

Nach dem Brand waren in Leverkusen Rußpartikel niedergegangen. Die Stadt empfahl ihren Einwohnern bis zu einer abschließenden Klärung unter anderem, kein Obst oder Gemüse aus dem Garten zu essen, auf dem sich Partikel abgelagert hatten. Der Ruß sollte zudem nicht in die Wohnungen getragen werden. Wer dringend im Garten arbeiten müsse, sollte dabei vorsorglich Handschuhe tragen. (ph/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

 

Rubriklistenbild: © David Young

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