„National feminin“ auf ARD

Kritik zum Göttingen-„Tatort“: Reiz der Widersprüche in „National feminin“

Beim dritten Göttingen-„Tatort“ in der ARD ermittelten Lindholm und Schmitz nach dem Tod einer rechtsnationale Bloggerin. Vor allem die Widersprüche machten den Reiz aus. Eine Kritik.

  • Beim Göttingen-„Tatort“ „National feminin“ ging es um den Tod einer rechtsnationalen Bloggerin
  • Die Kommissarinnen Lindholm und Schmitz ermittelten
  • War der dritte Göttingen-"Tatort" sehenswert? Eine Kritik

Göttingen, das ist seit Jahrzehnten ein Ort der politischen Extreme und Auseinandersetzung. Die Eingangsszene von „National feminin“, eine Demo linker Aktivisten gegen junge Rechte, spielt darauf an. 

Dass es in dem dritten Göttingen-„Tatort“ aber nicht beim Abarbeiten von Scharmützeln zwischen Linken und Rechten bleibt, ist gut so und der Regisseurin Franziska Buch sowie Drehbuchautor Florian Oeller zuzuschreiben. 

Kritik zum Göttingen-„Tatort“ in der ARD: Reiz der Widersprüche

Es wird viel transportiert in diesen 90 Minuten – vor allem Widersprüchliches: Da sind smarte junge Rechtsnationale, die die radikale, rassistische Sprache vermeidend auf gefährliche Art und Weise unterwegs sind. 

Da ist eine Juraprofessorin (hervorragend: Jenny Schily), die von Rechten gefeiert, von Linken im Hörsaal verbal angegriffen wird und eine Liebesbeziehung zur rechten Bloggerin Marie (Emilia Schüle) hegt. 

Kritik zu „National feminin“ - Der bisher beste Göttingen-„Tatort“

Der „Tatort“, der auch Sozialstudie ist, wird so zu einem fesselnden Stück, in dem die jungen Rechten entlarvt werden – auch im Verhör mit den Kommissarinnen Lindholm (Maria Furtwängler) und Anaïs Schmitz (Florence Kasumba), die die Rollen tauschen: Schmitz, Zielscheibe der Rechten, agiert kontrolliert und klar, ihre kühle Kollegin Lindholm emotional, angriffslustig. 

Das Duo bietet erneut Überraschungen. Auch das macht „National feminin“ zum bisher besten Göttingen-„Tatort“, in dem viel Göttingen ist – inhaltlich und noch mehr optisch.

Von Thomas Kopietz

Mehr zum neuesten Göttingen-„Tatort“: „National feminin“

Emilia Schüle spielte im Göttingen-Tatort „National feminin“ eine Hauptrolle. Im Interview sprach sie über ihre Verbindung zum Tatort und die Dreharbeiten.

Göttingen soll zum Dauer-Drehort für Filme werden. Diesen Wunsch hat eine Initiative. Mit dem Tatort „National feminin“ ist ein weiterer in der Uni-Stadt gedrehter Streifen zu sehen.

Der neue Tatort aus Weimar* verspricht einen spannenden Fall mit einer Portion Klamauk.

Beim Tatort aus München (ARD) "Lass den Mond am Himmel steh'n" erwartet die Zuschauer ein toter Teenager, ein gefühlloser Verdächtiger und eine Villa voller Eidechsen.

Rubriklistenbild: © Swen Pförtner/dpa

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Mit Corona infiziert und gestorben: Trauer um bekannten Münchner - er war an zahlreichen TV-Hits beteiligt
Mit Corona infiziert und gestorben: Trauer um bekannten Münchner - er war an zahlreichen TV-Hits beteiligt
Unfassbare Szenen: Corona-Regeln völlig egal - 7000 Menschen feiern bei heimlicher Mega-Hochzeit
Unfassbare Szenen: Corona-Regeln völlig egal - 7000 Menschen feiern bei heimlicher Mega-Hochzeit
Fall Peggy: Verdächtiger gesteht Transport der Leiche
Fall Peggy: Verdächtiger gesteht Transport der Leiche
Corona: Ski-Zoff eskaliert! Österreich feuert gegen Deutschland und Söder - „Dämonisierung des Wintertourismus“
Corona: Ski-Zoff eskaliert! Österreich feuert gegen Deutschland und Söder - „Dämonisierung des Wintertourismus“

Kommentare