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Kassenärzte-Chef fordert Ende der „unsinnigen“ Corona-Tests: Lauterbach spricht Machtwort

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Von: Patrick Mayer

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Bundesgesundheitsminister: Karl Lauterbach von der SPD.
Bundesgesundheitsminister: Karl Lauterbach von der SPD. © IMAGO / IPON

Die deutschen Kassenärzte üben deutliche Kritik an den neuen Regelungen zu den Corona-Bürgertests. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach reagiert umgehend bei Twitter.

München/Berlin - Harte Fronten zwischen Medizinern und dem Bundesgesundheitsministerium: Andreas Gassen, der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), hatte eine komplette Einstellung der Corona-Bürgertests gefordert. Und sich entsprechend an das Haus von Karl Lauterbach (SPD) gewandt. Doch der Gesundheitsminister will davon nichts wissen.

Corona-Bürgertests: Kostenlose Testungen ab 1. Juli nur noch für Risikogruppen

„Diese unsinnigen Tests müssen abgeschafft werden. Sie sind viel zu teuer, der bürokratische Aufwand ist riesig und die epidemiologische Aussagekraft ist Null“, sagte Gassen der Bild-Zeitung. Es sei eine „völlig sinnfreie Veranstaltung, anlasslos gesunde Menschen mit fragwürdiger Qualität zu testen“, erklärte er. Die KBV und die Kassenärztlichen Vereinigungen bundesweit hatten sich am Donnerstag (30. Juni) in einem Schreiben direkt an Lauterbach gerichtet und erklärt, dass sie Corona-Bürgertestungen „zukünftig nicht mehr abrechnen und auszahlen können“. 

Lauterbachs Antwort folgte - öffentlich nachvollziehbar - bei Twitter: „Mit der KBV und Herrn Gassen sind wir schon in konstruktiven Gesprächen zur Abrechnung der Bürgertests. Die Tests werden bleiben und ab heute korrekt abgerechnet. Die sind nicht sinnfrei, sondern helfen, dass Infizierte andere nicht anstecken.“

Bereits zuvor hatte sein Ministerium einen Dialog angekündigt, um zu „erörtern, wie die neuen Regeln unbürokratisch umzusetzen sind“. Zuletzt hatte es reichlich Diskussionen um die Testungen auf das Coronavirus gegeben.

Im Video: Expertenkommission - Gemischtes Fazit zu Corona-Maßnahmen in Deutschland

Die neuen Regelungen sehen in der Bundesrepublik vor, dass es kostenlose Tests seit Donnerstag (30. Juni) nur noch für Risikogruppen und andere Ausnahmefälle gibt. Für Tests zum Beispiel für Feiern oder für Indoor-Musikveranstaltungen mit Testpflicht werden drei Euro Zuzahlung fällig. Bislang waren die Bürgertests überall und für Jedermann kostenlos.

Coronavirus: Hohe Fallzahlen Anfang Juli in Deutschland

Die Änderung fällt in eine Zeit, in der Ende Juni/Anfang Juli die Corona-Fallzahlen in Deutschland mit einer 7-Tage-Inzidenz von 682,7 (1. Juli) hoch sind und die Omikron-Variante BA.5 dominierend ist. KBV-Chef Gassen hatte trotz seiner Kritik an den Bürgertests die Wichtigkeit von PCR-Tests betont, sollte jemand klar erkennbare Corona-Symptome haben. (pm)

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