Wegen Sanktionen im Ukraine-Krieg

Russland droht mit Ende der Internationalen Raumstation ISS

Die Internationale Raumstation (ISS).
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Russland droht wegen Sanktionen im Ukraine-Krieg mit dem Ende der Internationalen Raumstation ISS. In Kürze will Roskomos-Chef Rogosin Fristen nennen.

Washington D.C./Moskau – Vor knapp 25 Jahren begann der Bau der Internationalen Raumstation (ISS)*, seit mehr als 21 Jahren umkreist die Raumstation dauerhaft bewohnt die Erde. Doch im Ukraine-Krieg* wird die ISS zunehmend zum Spielball der russischen Politik*. Dmitri Rogosin, Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, droht bereits seit Beginn des Ukraine-Konflikts* damit, die Zusammenarbeit rund um die Raumstation einzustellen. Neben Roskosmos sind an der ISS unter anderem die US-Raumfahrtorganisation Nasa* und ihr europäisches Pendant Esa beteiligt.

Zuletzt hatte Rogosin auf Telegram angekündigt, er werde am Samstag (02.04.2022) bekannt geben, wie die russische Seite mit der Zusammenarbeit im Weltall weiter verfahren will, sollten die im Ukraine-Krieg verhängten Sanktionen gegen Russland* nicht aufgehoben werden. Nun teilte Rogosin ebenfalls auf Telegram mit: Die Moskauer Führung werde in Kürze Fristen für ein Ende der Kooperation konkret vorschlagen. Die Schreiben würden den Raumfahrtbehörden der USA*, Kanadas, Japans und der Europäischen Union* zugestellt.

Ukraine-Krieg und Sanktionen: Russland droht mit Ende der ISS-Kooperation

Eine vollwertige Wiederherstellung der normalen Beziehungen zwischen den ISS-Partnern sei „nur möglich bei einer vollständigen und bedingungslosen Aufhebung der illegalen Sanktionen“, übersetzt die Nachrichtenagentur dpa das Schreiben Rogosins. Dieser hat auf Telegram auch Antwortschreiben des Nasa-Chefs Bill Nelson und von Esa-Generaldirektor Josef Aschbacher veröffentlicht. Nelson schrieb demzufolge, „einen sicheren und erfolgreichen ISS-Betrieb zu erhalten, bleibt eine Priorität für die Vereinigten Staaten“. Nelson will die Zusammenarbeit mit Russland auf der ISS fortsetzen, die Nasa werde sich bei den US-Behörden für vereinfachte Lösungen einsetzen.

Esa-Chef Aschbacher dagegen habe sich Rogosin zufolge nur als „Postbote“ betätigt. Er habe einen Brief von Roskosmos lediglich an die EU-Mitglieder weitergereicht. Russland solle also warten, bis alle EU-Mitglieder sich geäußert hätten, kritisierte Rogosin und fuhr fort: Bis dahin könne die ISS „ihren eigenen Tod sterben“.

Wegen Sanktionen: Beendet Russland die Zusammenarbeit im Weltall?

Bereits mehrfach hatte Rogosin auf Twitter und Telegram angedroht, Russland werde das ISS-Projekt vorzeitig verlassen*. Die Nasa hat bereits Überlegungen angestellt, wie ein Betrieb der Raumstation ohne russische Beteiligung* gelingen könnte. Das ist nicht so einfach, denn die ISS ist so aufgebaut, dass die russischen und amerikanischen Teile voneinander abhängig sind. Beispielsweise sorgt Russland für den Antrieb der Internationalen Raumstation und führt auch Trümmervermeidungs-Manöver durch, während amerikanische Solaranlagen Strom produzieren und ihn an das russische Segment übertragen.

Bisher gibt es eine offizielle Zusammenarbeit auf der ISS bis 2024, die Nasa hatte jedoch bereits vor einiger Zeit klargestellt, dass sie die Raumstation bis 2030 betreiben und die ISS Anfang 2031 gezielt zum Absturz bringen möchte*. Ob das noch ein realistischer Plan ist, ist derzeit unklar. (tab/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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