1. hallo-muenchen-de
  2. Welt

Tödliche Massenpanik bei Fußball-Spiel: Mindestens 33 Kinder und Jugendliche unter den Opfern

Erstellt:

Von: Jan-Frederik Wendt, Sarah Neumeyer

Kommentare

Nach einem Fußballspiel in Indonesien kommt es zu schweren Ausschreitungen und einer Massenpanik. FIFA-Präsident Infantino spricht von einem „dunklen Tag“.

Update vom Dienstag, 4. Oktober, 7.00 Uhr:  Unter den mehr als 120 Toten bei der Massenpanik in einem indonesischen Fußballstadion sind den Behörden zufolge mindestens 33 Kinder und Jugendliche. Das bisher jüngste identifizierte Opfer sei ein drei oder vier Jahre altes Kleinkind, sagte ein Sprecher des Ministeriums für Frauenförderung und Kinderschutz am Dienstag (4. Oktober). Insgesamt waren bei der Tragödie im Kanjuruhan-Stadion in der Stadt Malang mindestens 125 Menschen ums Leben gekommen.  

Tödliche Massenpanik bei Fußball-Spiel: Indonesien setzt Expertenteam ein 

Update vom Montag, 3. Oktober, 7.20 Uhr: Indonesien hat nach der tödlichen Massenpanik in einem Fußballstadion ein unabhängiges Expertenteam eingesetzt, das die Hintergründe klären soll. Dies wurde am Montag (3. Oktober) nach einer Sondersitzung der Regierung mit hochrangigen Sicherheitsbeamt:innen bekannt. Die Tragödie mit mindestens 125 Toten in der Stadt Malang ist eine der schlimmsten Stadion-Katastrophen in der Geschichte des Fußballs. Das „Joint Independent Fact Finding Team“ werde aus Regierungsbeamt:innen, Vertreter:innen des Fußballverbandes, Expert:innen, Akademiker:innen und Journalist:innen bestehen, sagte Sicherheitsminister Mohammad Mahfud.

„Es wird erwartet, dass das Team seine Arbeit in zwei oder drei Wochen abgeschlossen hat“, sagte Mahfud. Die Regierung habe zudem die Nationalpolizei angewiesen, „in den nächsten Tagen“ gegen Personen zu ermitteln, die für die Tragödie verantwortlich sein könnten.

+++ 16.07 Uhr: Die Polizei hat die Zahl der Toten bei der Massenpanik im Anschluss an ein Fußballspiel in der indonesischen Provinz Ost-Java von 174 auf 125 Menschen gesenkt. Die ursprünglich höhere Zahl sei dadurch entstanden, dass einige Leichen mehr als einmal gezählt worden seien, erklärte der nationale Polizeichef Listyo Sigit Prabowo am Sonntag laut dpa. Der Leiter der örtlichen Zivilschutzbehörde, Budi Santoso, sprach zudem von mehr als 300 Verletzten. Bei einigen sei der Zustand kritisch. 

Polizisten feuern Tränengas beim Erstliga-Spiel zwischen Arema FC und Persebaya FC. Bei schweren Ausschreitungen im Anschluss an ein Fußball-Spiel in der indonesischen Provinz Ost-Java sind mindestens Dutzende Menschen gestorben.
Polizisten feuern Tränengas beim Erstliga-Spiel zwischen Arema FC und Persebaya FC. Bei schweren Ausschreitungen im Anschluss an ein Fußball-Spiel in der indonesischen Provinz Ost-Java sind mindestens Dutzende Menschen gestorben. © Yudha Prabowo/dpa

Dutzende Tote nach Fußball-Spiel in Indonesien: „Fußballwelt im Schockzustand“

+++ 13.03 Uhr: Mit großer Betroffenheit hat Präsident Gianni Infantino vom Fußball-Weltverband FIFA auf die schwere Massenpanik in einem Stadion in Indonesien mit mehr als 170 Toten reagiert. „Die Fußballwelt ist nach den tragischen Vorfällen in einem Schockzustand, sagte der 52 Jahre alte Schweizer in einer FIFA-Stellungnahme am Sonntag (2. Oktober). „Dies ist ein dunkler Tag für alle, die im Fußball involviert sind, und eine Tragödie jenseits aller Vorstellungskraft. Ich spreche den Familien und Freunden der Opfer, die in diesem tragischen Vorfall ihr Leben verloren haben, mein tiefstes Beileid aus.“

Bei einer der schwersten Katastrophen der Fußball-Geschichte sind mindestens 174 Menschen gestorben. Das teilte Emir Dardak, Vizegouverneur der Region, am Sonntag bei Kompas TV mit. Mehr als 100 Verletzte seien in Krankenhäuser gebracht worden, bei elf sei der Zustand kritisch, sagte er weiter. 34 Menschen seien auf dem Spielfeld des Kanjuruhan-Stadions ums Leben gekommen, alle weiteren in Krankenhäusern, sagte der Polizeichef der Provinz, Nico Afinta, laut dem Radiosender Elshinta und dem Sender tvOne. Zur Ursache für die Ausschreitungen machte er zunächst keine Angaben. Die Polizei habe Tränengas eingesetzt, um randalierende Fans zu zerstreuen, sagte Afinta.

Bei dem Erstliga-Spiel zwischen Arema FC und Persebaya FC waren rund 42.000 Menschen im Stadion, sagte Ferli Hidayat, der örtliche Polizeichef von Malang. Alle seien Arema-Fans gewesen, weil der Veranstalter den Fans von Persebaya den Zutritt zum Stadion verboten hatte, um Schlägereien zu vermeiden. Der indonesische Präsident Joko Widodo forderte in einer Ansprache eine „gründliche“ Untersuchung.

Schwere Ausschreitungen nach Fußball-Spiel in Indonesien: Zahl der Toten steigt

Update vom Sonntag, 2. Oktober, 9.31 Uhr: Die Zahl der Toten bei einer Massenpanik nach einem Fußball-Spiel in der indonesischen Provinz Ost-Java ist auf 174 gestiegen. Das teilte Emir Dardak, Vizegouverneur der Region, am Sonntag bei Kompas TV mit.

Zu den Ausschreitungen war es nach dem Erstliga-Spiel zwischen Arema FC und Persebaya FC gekommen. Im Anschluss an die 2:3-Niederlage in Malang hatten Tausende Zuschauerinnen und Zuschauer den Platz gestürmt. Die Polizei setzte Tränengas ein.

Schwere Ausschreitungen nach Fußball-Spiel in Indonesien: 129 Menschen sterben

Erstmeldung vom Sonntag, 2. Oktober: Malang – Mindestens 129 Menschen sind bei schweren Ausschreitungen im Anschluss an ein Fußball-Spiel in der indonesischen Provinz Ost-Java ums Leben gekommen. Um die randalierenden Fans zu zerstreuen, habe die Polizei Tränengas eingesetzt, sagte der Polizeichef der Provinz, Nico Afinta, am Sonntag bei einer improvisierten Pressekonferenz. 34 Menschen seien auf dem Spielfeld des Kanjuruhan-Stadions gestorben, alle weiteren in Krankenhäusern, sagte Afinta laut dem Radiosender Elshinta und dem Sender tvOne weiter. Zur Ursache für die Ausschreitungen machte er zunächst keine Angaben.

Zu den Ausschreitungen war es nach dem Erstliga-Spiel zwischen Arema FC und Persebaya FC gekommen. Im Anschluss an die 2:3-Niederlage in Malang hatten Tausende Zuschauerinnen und Zuschauer den Platz gestürmt. Auf Fotos, die auf der Seite von tvOne veröffentlicht wurden, ist unter anderem ein völlig zerstörtes Auto im Stadion zu sehen. Weitere Bilder zeigen den Platzsturm sowie Rauchschwaden auf dem Platz und auf den Tribünen.

Schwere Ausschreitungen nach Fußball-Spiel in Indonesien: 180 Verletzte in Kliniken

Unter den Toten seien auch zwei Mitglieder der Polizei gewesen, sagte Provinzpolizeichef Afinta. Die meisten Menschen seien an Sauerstoffmangel gestorben. Noch rund 180 Menschen sind nach seinen Angaben in Kliniken. Bei den Ausschreitungen wurden überdies 13 Fahrzeuge beschädigt, darunter zehn der Polizei.

Die Fußball-Clubs Arema und Persebaya sprachen den Opfern und ihren Familien ihr Beileid aus. „Arema FC spricht tiefes Beileid für die Katastrophe in Kanjuruhan aus. Das Management von Arema FC ist auch für den Umgang mit den Opfern verantwortlich, sowohl für die Toten als auch für die Verletzten“, sagte Vereinschef Abdul Haris. Der Club werde ein Krisenzentrum und eine Opferinformationsstelle einrichten. „Bei den Familien der Opfer entschuldigt sich das Management von Arema FC zutiefst und ist bereit, eine Entschädigung zu leisten. Das Management ist bereit, Vorschläge für den Umgang mit der Katastrophe anzunehmen, damit viele gerettet werden“, erklärte Haris. 

In Mexiko kam es nach einem Fußballspiel zu gewalttätigen Ausschreitungen. Mehrere Menschen wurde verletzt.

Ausschreitungen nach Fußball-Spiel in Indonesien: Spielbetrieb wird für eine Woche ausgesetzt

Der indonesische Fußball-Verband (PSSI) setzte den Spielbetrieb in der ersten Liga für eine Woche aus. Arema wurde die Austragung von Heimspielen für den Rest der Saison untersagt. Zudem habe der Verband ein Untersuchungsteam eingesetzt, das noch am Sonntag seine Arbeit aufnehmen sollte. „PSSI bedauert die Aktionen der Aremania-Anhänger im Kanjuruhan-Stadion. Es tut uns leid und wir entschuldigen uns bei den Familien der Opfer und bei allen Beteiligten für den Vorfall“, sagte der Verbandsvorsitzende Mochamad Iriawan. Man werde die Polizei bei der Aufklärung unterstützen. (dpa)

Auch interessant

Kommentare