In Nordrhein-Westfalen

Weitere Städte prüfen nach Evakuierung Hochhäuser auf Brandschutz

Hochhaus in Wuppertal geräumt
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Städtische Mitarbeiter öffnen in Wuppertal den versiegelten Eingang von einem Hochhaus, das wegen Feuergefahr geräumt wurde, für einen Bewohner.
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Hochhaus in Wuppertal geräumt

Die Lage für die Bewohner eines geräumten Hochhauses in Wuppertal ändert sich vorerst nicht. Die Stadt prüft nun alle Hochhäuser.

Update, 13.45 Uhr: Nach der Evakuierung eines Hochhauses in Wuppertal wegen Mängeln beim Brandschutz prüfen auch andere Städte in Nordrhein-Westfalen ihre Bauten. Eine Liste infrage kommender Gebäude erstellt derzeit unter anderem die Bauaufsicht der Stadt Recklinghausen, wie eine Sprecherin am Mittwoch mitteilte.

In Bielefeld prüft die Bauaufsicht, an welchen Hochhäusern in den vergangenen Jahren an den Fassaden gearbeitet wurde und welche Stoffe dabei verwendet wurden. Nach der Einschätzung des Bauamtes könnten 15 bis 20 Gebäude betroffen sein. Auch das Bauordnungsamt der Stadt Münster will nach eigenen Angaben Hochhäuser überprüfen.

„Die Abteilung Brandschutz der Feuerwehr ist an dem Thema dran und überprüft die Aktenlage. Nach derzeitigem Stand ist der Eindruck, dass wir keine Fälle wie in Wuppertal haben“, sagte Monika Hörig, die Leiterin des Presseamtes in Bonn. Auch in Bottrop sieht weder die Feuerwehr noch die Bauaufsicht Handlungsbedarf, wie eine Stadtsprecherin mitteilte.

„Bauaufsicht, Stadtplanung und Feuerwehr sind zu dem Thema in Beratungen“, hieß es bei der Pressestelle der Stadt Köln. Am Dienstagabend war ein Hochhaus in Wuppertal evakuiert worden, weil beim Brandschutz deutliche Mängel festgestellt worden waren.

Dagegen in Berlin sind keine umfassenden Prüfungen von Hauswänden auf Sicherheit und Brennbarkeit vorgesehen. „Eine Überprüfung sämtlicher Berliner Häuserfassaden ist nicht geplant“, teilte die Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Karin Dietl, am Mittwoch mit. Das gelte sowohl für Hochhäuser über 22 Meter wie für Häuser mit geringerer Höhe. Zuständig dafür wären die Bezirke, da die Senatsverwaltung keine Vollzugsbehörde sei, so Dietl. „Bislang gibt es jedoch keine Signale, dass eine Überprüfung angedacht ist. Wenn ein Bezirk einen begründeten Verdacht hätte, könnte er aber Untersuchungen einleiten.“

Wuppertal - Nach der Räumung eines elfstöckigen Wohnhauses in Wuppertal wegen Mängeln beim Brandschutz hat die Stadt begonnen, alle 70 Hochhäuser auf ihrem Gebiet zu untersuchen. Das sagte der Ressortleiter Bauen und Wohnen bei der Stadt Wuppertal, Jochen Braun, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Die Eigentümer seien angeschrieben und um den Nachweis gebeten worden, dass die Fassaden der Gebäude nicht brennen können. Parallel dazu überprüfe die Stadt mit der Feuerwehr die Fluchtwege in diesen Häusern.

Braun erwartet nicht, dass dabei Gefahren deutlich werden wie bei dem am Dienstag geräumten Hochhaus. Die hohe Gefährdung dort ergebe sich aus der Kombination einer brennbaren Fassade mit Fluchtwegen, die bei einem Fassadenbrand selbst von den Flammen bedroht würden.

Noch kein Signal der Eigentümer

Seitens der Eigentümer gebe es noch kein Signal, dass die Gefahr der brennbaren Fassade beseitigt werde, erklärte eine Sprecherin der Stadt. Das elfstöckige Haus gehört den Angaben zufolge nach mehreren Eigentümerwechseln jetzt einer Gesellschaft mit Sitz in Berlin. Die Brandschutzmängel seien bekannt gewesen. Für die Ordnungsbehörde sei es aber sehr langwierig, einen Hausbesitzer zur Beseitigung solcher Mängel zu bringen. Bei jedem Besitzerwechsel „kann man wieder bei Null anfangen“, sagte die Sprecherin.

Die Fassade des Hochhauses im Stadtteil Oberbarmen mit rund 70 Bewohnern sei brennbar - das betreffe den Unterbau aus Holz, die einer Holzwolle ähnelnde Dämmung wie auch die Kunststoffverkleidung. Der Brand des Grenfell-Hochhauses in London mit mindestens 79 Toten habe das Risiko derart deutlich gemacht, dass sich die Stadt zum Handeln entschlossen habe, sagte die Sprecherin. Eine direkt mit der Feuerwehr verbundene Brandmeldeanlage hätte zu einer anderen Bewertung führen können, doch eine solche Vorrichtung fehle.

Haus versiegelt

Nach der plötzlichen Räumung am Dienstag wurde das Haus versiegelt, es wird nun von einem Sicherheitsdienst bewacht. Falls Bewohner noch Wertsachen, Kinderspielzeug oder Kleidung aus ihren Wohnungen holen wollen, sei dies kein Problem, versicherte die Stadtsprecherin. Sie würden dann von städtischen Mitarbeitern begleitet, die allerdings darauf achten müssten, dass niemand in dem Haus bleibt.

Die Stadt biete den Betroffenen Betreuung für alle daraus entstehenden Probleme an. Auch neue Wohnungen in der näheren Umgebung könnten vermittelt werden. Eine endgültige Rückkehr in das Hochhaus sei nur möglich, wenn die Gefahr beseitigt, die brennbare Fassade also ausgetauscht worden sei.

dpa

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