„Sind de facto gescheitert“

Kritik an Jogi Löw? Bayern-Star Müller zieht besonders bitteres EM-Fazit

Thomas Müller wurde extra für die EM 2021 von Bundestrainer Joachim Löw wieder für die Nationalmannschaft nominiert. Das EM-Fazit des FCB-Stars fällt bitter aus.

München - Thomas Müller* ist ja bekannt für klare und offene Worte. Beim FC Bayern spricht der 31-Jährige häufig nach dem Spiel Klartext, wenn es mal nicht so gut lief - was zugegebenermaßen beim deutschen Rekordmeister eher selten vorkommt.

Beim DFB-Team sieht das aber anders aus! Daher hat sich Müller knapp eine Woche nach dem Aus bei der Fußball-Europameisterschaft* zu Wort gemeldet. „Wir haben uns viel vorgenommen vor dem Turnier“, so der Offensivspieler in seinem Newsletter: „Die Truppe, auf die ich gestoßen bin, hatte die Qualität, den Willen und auch die Arbeitsmoral wieder an alte Erfolge anzuknüpfen.“

DFB: Kritik von Thomas Müller an Ex-Bundestrainer Jogi Löw? FCB-Star mit bitterem EM-Fazit

Der Ur-Bayer war gemeinsam mit Mats Hummels erst kurz vor der EM* wieder in die Nationalmannschaft berufen worden, nachdem Bundestrainer Joachim Löw* die beiden und Jérôme Boateng Anfang 2019 aussortiert hatte. Für Boateng war im EM-Kader aber kein Platz mehr.

„Wir wollten als Team erreichen, dass hinten die Null steht und uns bei Standardsituation wieder deutlich verbessern. So weit so gut“, führt Müller weiter aus und zieht dann ein bitteres EM-Fazit: „Am Ende haben wir aus vier Matches nur ein Spiel gewonnen. Uns hat die nötige Effektivität an beiden Enden des Platzes gefehlt. Mit unserer Bestrebung, durch eine eher abwartende, kompakte Defensivstrategie ohne Gegentor zu bleiben sind wir de facto gescheitert.“

Rumms! Darf man das als Kritik an Löws Taktik verstehen? Zum Aus gegen England schreibt Müller: „Das Spiel gegen England stand Spitz auf Knopf. Beide Mannschaften haben sich mit ihren Fünferketten nahezu neutralisiert. Bei so einem Spielverlauf gewinnt oft der, der das erste Tor macht.“

Thomas Müller: Kritik an Jogi Löw nach dem frühen EM-Aus? „Sind de facto gescheitert“

Müller selbst hatte nach dem 1:0 der Engländer durch Raheem Sterling in der 82. Minute die Mega-Chance zum Ausgleich. Doch er schob den Ball freistehend am Kasten der Three Lions vorbei. „Und dann hatte ich diesen viel zitierten Moment in der 82. Minute in Wembley, um nochmal alles auf den Kopf zu stellen“, schreibt er: „Wer weiß was danach passiert wäre… das war extrem bitter.“

Besonders ärgert Müller, „dass wir es durch das frühe Ausscheiden und den Auftritt nicht geschafft haben, die Begeisterung der Fans für die Nationalmannschaft in größerem Maße zurückzubringen“. Man habe „tolle Spieler, aber es sind noch viele Hausaufgaben zu machen“, so der 106-fache Nationalspieler.

Über eine mögliche Zukunft im DFB-Team schrieb Müller nichts. Ab August heißt der Bundestrainer Hansi Flick, unter ihm blühte Müller schon beim FC Bayern wieder auf. Gut möglich, dass Flick weiter auf die Dienste des Routiniers setzt. Ein DFB-Newcomer hat derweil kürzlich die ersten Minuten nach dem EM-Aus in der Kabine geschildert. (smk) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Imago-Images/Sven Simon

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