Alle Entwicklungen im News-Ticker

Urlaub trotz Corona? Niedersachsen verfolgt spektakulären Plan - weiteres Bundesland zieht mit 

Sommerurlaub trotz Coronavirus-Pandemie? Die Bundesregierung verlängert die Reisewarnung für das Ausland. In Niedersachsen gibt es dagegen einen spektakulären Plan für die Nordsee. 

+++ Wir beenden diesen Ticker an dieser Stelle und bedanken uns fürs Mitlesen. Alle Entwicklungen rund um das Thema Sommerurlaub in der Corona-Krise lesen Sie fortan in diesem News-Ticker. +++

Update 4. Mai, 21.40 Uhr: Ferien innerhalb Deutschlands? Wenn es nach der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern geht, soll Urlaub an der Ostsee bereits vor den Pfingstferien wieder möglich sein. Darauf haben sich Vertreter von Landesregierung und Gastgewerbe am Montag geeinigt und einen Stufenplan erstellt.

Sommer-Urlaub in Deutschland: Auch Mecklenburg-Vorpommern macht den Weg für die Pfingstferien frei 

Wie Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) bekannt gab, sollen demnach am 9. Mai Gaststätten unter Einhaltung strikte Hygieneauflagen wieder öffnen dürfen. Eine Woche später (18. Mai) dürfen dann Hotels und Pensionen wieder für Einheimische aufmachen, ehe am 25. Mai das seit Mitte März geltende Einreiseverbot für Urlauber aus anderen Bundesländern aufgehoben wird. Das berichtet focus.de. Einem Pfingsturlaub an der Ostsee würde demnach nichts im Wege stehen. 

Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet mit lediglich 699 Infizierten, die niedrigsten Infektionszahlen in der Bundesrepublik. Die Neuinfektionen pro Tag liegen im Bundesland an der Ostsee im einstelligen Bereich. 

Update, 4. Mai, 18.50 Uhr: Kein Sommerurlaub 2020 wegen Corona? Von wegen! Denkt sich offenbar die niedersächsische Landesregierung und wagt in Deutschland jetzt einen spektakulären Alleingang.

Sommer-Urlaub in Deutschland: Niedersachsen plant Alleingang an der Nordsee

Denn: Während in Bayern und Baden-Württemberg, also im Süden der Republik, noch über Lockerungen in der Coronavirus-Pandemie diskutiert wird, will das nordwestliche Bundesland bereits an diesem Mittwoch, 6. Mai (!), die ostfriesischen Inseln für den Tagestourismus freigeben. Das berichtet die Bild (hinter einer Bezahlschranke).

Beliebtes Urlaubsziel: die Nordsee, hier Strandkörbe in Norddeich.

Die Pläne gehen demnach noch viel weiter. So soll ab Montag, 11. Mai, die Gastronomie wieder öffnen dürfen, zumindest Restaurants, Gaststätten und Biergärten. Die Wirte dürfen demnach maximal der Hälfte der üblichen Gäste Platz anbieten.

Spektakulär: Ab dem 25. Mai sollen dann auch Hotels, Pensionen und Jugendherbergen wieder aufsperren dürfen. Urlaub an den Nordsee wäre damit schon vor Pfingsten wieder möglich.

Sommer-Urlaub trotz Corona? Forscher: Nicht genug Betten in Deutschland

Update, 4. Mai, 11.25 Uhr: Ob und wie angesichts der bis 14. Juni geltenden weltweiten Reisewarnung in diesem Jahr Sommerurlaub verbracht werden kann, ist derzeit ungewiss. Was sich allerdings bereits abzeichnet: Viele Menschen werden heuer wohl auf Fernreisen verzichten - stattdessen ist Heimaturlaub angesagt. 

Doch nun versetzt ein Tourismusexperte auch der Freude auf den Urlaub im eigenen Land einen ordentlichen Dämpfer. Es gebe gar nicht genug Betten in Deutschland, um alle Urlauber unterzubringen, sagt Tourismusforscher Professor Torsten Kirstges. 

„Rund drei Viertel aller längeren Urlaubsreisen der Deutschen gehen zu normalen Zeiten ins Ausland, vor allem nach Spanien, Italien, Griechenland, Österreich und in die Türkei“, erklärt der Wissenschaftler laut einem Bericht des Senders RTL. Das seien mehr als 50 Millionen Auslandsurlaubsreisen pro Jahr mit im Schnitt jeweils rund 13 Übernachtungen. „Diese Bettenkapazität muss man erstmal haben“, bedenkt er. Hinzu kämen Kurzurlaubsreisen. 

Sommer-Urlaub trotz Corona? Ein Tourismusexperte äußert Bedenken beim Heimaturlaub

Außerdem würden Urlaubshungrige, die eigentlich in der ersten Jahreshälfte ihren Haupturlaub gemacht hätten, ihn nun nachholen wollen. „Wenn jetzt also viele der üblichen Auslandsurlauber innerhalb Deutschlands verreisen wollten, würde die vorhandene Kapazität hierzulande - selbst unter Einberechnung der letzten verfügbaren Betten auf dem flachen Land - niemals ausreichen“, prognostiziert Kirstges. 

Und das ist nicht die einzige schlechte Prognose, die der Forscher für Urlauber hat. In der ein oder anderen sehr gefragten deutschen Touristenregion werde es sicherlich auch zu Preiserhöhungen kommen, vermutet Kirstges. Sobald gewisse Lockerungen beschlossen worden sind, heißt es außerdem schnell sein. „Ich gehe davon aus, dass die touristischen Kapazitäten in Deutschland schnell ausgebucht sein werden“, vermutet der Tourismusexperte im Gespräch mit RTL

Doch zumindest ein paar optimistische Einschätzungen äußerte Kirstges ebenfalls. Er denkt, dass „die Politik doch noch zur Vernunft kommt und die Reisefreiheit zumindest im Schengenraum ab Mitte Juni wieder herstellt“. Alles andere wäre ihm zufolge irrational angesichts der enormen gesellschaftlichen Kollateralschäden. Kirstges hält einen Urlaub in Mallorca oder Griechenland im späten Sommer dementsprechend durchaus für realistisch

Viele Familien fragen sich unterdessen aber nicht nur, wie es mit dem Sommerurlaub dieses Jahr aussieht. Auch die nach wie vor geschlossenen Kitas sind ein großes Problem, müssen doch viele Eltern zeitgleich Home-Office und Kinderbetreuung bewältigen. NRW-Familienminister Joachim Stamp droht nun mit einem nationalen Alleingang bei den Kita-Öffnungen - obwohl Forscher vor einer uneingeschränkten Öffnung von Schulen und anderen Betreuungseinrichtungen warnen

Sommer-Urlaub trotz Corona? Spanien versucht es möglich zu machen

Update, 3. Mai, 12.20 Uhr: Ein weiteres beliebtes Reiseland sucht derzeit fiebenhaft nach Lösungen, um Urlauber trotz Corona-Krise empfangen zu können. Mit Sicherheitsabständen an Stränden, Temperaturmessungen in Hotels und neu organisierten Restaurantabläufen will Spanien mit allen Mitteln die Sommersaison retten. „Wir wollen an der Spitze der Reiseziele stehen, die ihre Gäste beruhigen, indem wir versuchen, so sicher und hygienisch wie möglich zu sein“, so Daniel Barbero, Tourismusmanager des andalusischen Badeortes Almuñecar an Spaniens Südküste.

Die Corona-Krise war ein Schlag für die Branche in Spanien: Der Besucheransturm zu Ostern fiel wegen des Virus aus. Ab dem 11. Mai sollen die Eindämmungsmaßnahmen schrittweise gelockert werden. Bars, Restaurants und Hotels dürfen dann wieder öffnen - unter strengen Auflagen.

In Almuñecar in der Region Andalusien arbeitet die Tourismusbranche bereits an kreativen Ideen, um die von vielen Fachleuten als unspezifisch kritisierten Vorgaben der Regierung umzusetzen. So werden in den beliebten Tauch-Clubs detaillierte Ablaufpläne entwickelt, um eine Ansteckung durch Ausrüstung wie Sauerstoffgeräte und Tauchermasken zu vermeiden. Die Stadt schlägt laut Barbero außerdem vor, „die Anzahl der Strandbesucher von der städtischen Polizei und dem Katastrophenschutz überprüfen zu lassen“.

In Gandia nahe Valencia wird die Einstellung zusätzlicher Strandwächter erwogen, um sicherzustellen, dass sich Urlaubergruppen im Abstand von mindestens zwei Metern niederlassen. Darüber hinaus wird in Betracht gezogen, den Zugang zu einigen Stränden zu bestimmten Zeiten für Kinder zu sperren, um eine Ansteckungsgefahr von älteren und anderen zur Risikogruppe gehörenden Menschen zu verringern.

Sommer-Urlaub am Meer trotz Corona? Weiteres EU-Land macht deutschen Touristen Hoffnung 

Update, 11.30 Uhr: Gibt es einen neuen Hoffnungsschimmer für den Sommerurlaub? Obwohl Außenminister Heiko Maas die Aussichten für Deutsche bereits trübte (siehe unten), kommen von einem Land nun positive Signale. Laut Berichten der Bild könnte Polen deutsche Touristen im Sommer zum Urlaub machen ins Land lassen. Nach Griechenland, Kroatien und Malta machte Polen als viertes EU-Land Hoffnung. 

Bei einer Video-Ratskonferenz der EU -Tourismusminister signalisierte Polen Zustimmung für Öffnungspläne, so die Bild (Artikel hinter Bezahlschranke) weiter. Mit sogenannten T ouristen-Korridoren, also gemeinsamen Absprachen und Regeln, soll der Urlaub trotz Corona-Pandemie möglich werden. 

Um Grenzen innerhalb der EU wieder öffnen zu können, sollen Epidemiologen Kriterien erarbeiten. Der derzeitige Ratsvorsitzende, der kroatische Tourismusminister Gari Cappelli, sprach dabei von einer Art „Covid-19-Pass“ als Passierschein. Kroatien hatte als erstes EU-Land mit einem „Touristen-Korridor“ um deutsche Urlauber geworben. 

In Polen entfallen rund sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf den Tourismussektor. Besonders wichtig wäre die Rückkehr von Touristen für das Hotel- und Restaurantgewerbe an der Ostseeküste und in den Masuren. Polens Vize-Entwicklungsminister Andrzej Gut-Mostowy stand einem „Tourismus-Korridor“ nicht ablehnend gegenüber. 

Sommer-Urlaub trotz Corona? Seehofer trübt Hoffnung auf Grenzöffnung zu Österreich

Update, 3. Mai, 8.40 Uhr: Sind Reisen ins Ausland - beispielsweise nach Österreich - schon bald wieder möglich? Während Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz den Reisebetrieb zwischen Deutschland und Österreich möglichst rasch wieder aufnehmen möchte, hat Bundesinnenminister Horst Seehofer andere Ansichten. Solange das Virus keinen Urlaub mache, müssten auch die Menschen sich in ihren Reiseplänen einschränken, so Seehofer gegenüber der Bild.

Leichtsinnige Öffnungen der Grenzen, die die Infektionsraten wieder in die Höhe schnellen lassen könnten, würden nicht weiterhelfen. Österreichs Kanzler Sebastian Kurz hatte in einem früheren Interview über mögliche Grenzöffnungen gesprochen, in der Hoffnung, Touristen aus dem Nachbarland Deutschland spätestens in den Sommerferien wieder begrüßen zu können. Auch einigen Liebespaaren würden Grenzöffnungen zu Österreich entgegenkommen.

In Deutschland sprach sich nicht nur Horst Seehofer, sondern auch Außenminister Heiko Maas gegen „Schnellschüsse“ bei der Wiederaufnahme von Urlaubsreisen aus. „Wir können und werden im Sommer nicht noch einmal eine Viertelmillion Menschen aus dem Urlaub zurückholen“ sagte er.

Sommer-Urlaub trotz Corona? Deutsche sitzen auf Malediven fest - sie wohnen jetzt umsonst im Paradies

Update vom 2. Mai, 15.03 Uhr: Nach der Süd-Nord-Frotzelei (s. Update 30. April) zwischen Merkel und Söder gibt es Kritik. „Frau Merkel und Herr Söder machen Witze über eine derzeit sterbende Branche und die geplatzten Urlaubspläne von Millionen Menschen“, sagt Marija Linnhoff (57), Chefin des Verbands unabhängiger selbständiger Reisebüros, der Bild-Zeitung.

Kritik kommt auch aus der Opposition: FDP-Generalsekretärin Linda Teuteberg (39) findet das launige Gejuxe im Kanzleramt „fehl am Platze“. Dem gleichen Blatt legt sie dar: „Millionen Deutsche fragen sich, ob sie dieses Jahr in den hart ersparten Urlaub fahren können. Ihre Gastgeber bangen als Unternehmer um ihre Existenz und deren Mitarbeiter um ihren Arbeitsplatz.“

Update vom 1. Mai, 15.15 Uhr: Rund tausend Touristen sitzen noch immer auf den Malediven fest, darunter einige Deutsche. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur teilte das die Tourismusbehörde des Inselstaates mit. Etwa 180 der Urlauber harrten zeitweise am Flughafen aus und hofften auf Rückflüge in die Heimat. Jedoch gibt es nur noch Evakuierungsflüge, weshalb alle Urlauber in Hotels untergebracht wurden - auf Kosten der maledivischen Behörden.

Coronavirus: Rund tausend Touristen stecken im Urlaubsparadies fest

„Es wäre schlecht für unser Image, wenn wir sie hätten rumsitzen lassen“, so der Direktor der Tourismusbehörde, Mohamed Hassan. Auch einige Touristen gebracht, die sich teure Hotels inzwischen nicht mehr leisten könnten, wurden in das Hotel gebracht. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes teilte mit, dass sich noch eine niedrige zweistellige Zahl von Deutschen auf den Inseln befinde. Für Deutsche habe es bereits zwei Rückholaktionen für gestrandete Urlauber gegeben, die meisten Touristen planen wohl einen lämgeren Aufenthalt. Insgesamt sind 85 Deutsche ausgeflogen worden.

Im Inselstaat gibt es bislang knapp 400 Corona-Fälle, ein Patient starb an den Folgen des Virus.

Corona in Deutschland: Niedersachsen erwartet Urlauber-Ansturm

Update vom 1. Mai, 8.41 Uhr: Wer bereits einen Urlaub gebucht hat, für den dürfte diese Frage ganz besonders wichtig sein: kann der geplante Sommerurlaub in diesem Jahr stattfinden? Obwohl Angela Merkel zu dieser Frage am Mittwoch noch keine endgültige Aussage getroffen hatte, scheint sich so mancher bereits für ein Wiederanlaufen des Tourismus rüsten. 

Wie Bild berichtet, bereiten sich ganze Orte in Niedersachsen auf einen Ansturm vieler Einwohner Deutschlands vor. Wie das Blatt Armin Korok, den Geschäftsführer Tourismus und Bäder in Norden zitiert, seien beim Strandbad Norddeich im Kreis Aurich bereits 200 der 600 Strandkörbe bereitgestellt worden.

Korok spekuliere demnach darauf, dass sich vor allem Einwohner oder auch Zweitwohnungsbesitzer dort für die gesamte Saison einquartieren könnten. Wann das Geschäft mit den Strandkörben starte, sei jedoch noch nicht klar. 

Doch auch der Tourismus-Service Butjadingen bereitet sich laut Geschäftsführer Robert Kowitz auf einen Besucheransturm vor. Es sei in Absprache mit dem Gesundheitsamt beschlossen worden, dass der Strand in diesem Jahr unterteilt werde. „Wir werden die Strände in diesem Jahr parzellieren. Wir machen dafür vieles möglich, auch wenn es aufwendig ist“, erklärt Kowitz. 

Demnach sollen sich auf rund 25 Quadratmetern maximal eine Familie oder zwei Personen aufhalten dürfen. Schweden geht in der Corona-Krise dagegen seinen eigenen Weg. Nach viel Kritik dafür überrascht es nun, dass Schweden aus der WHO-Direktion Lob für den Corona-Kurs bekam.*

Corona in Deutschland: Merkel bezieht Stellung zu Sommerurlaub

Update vom 30. April, 17.52 Uhr: Ist ein Sommerurlaub in Corona-Zeiten überhaupt möglich? „Das kann heute nicht überblickt werden“, sagte Angela Merkel auf der Pressekonferenz nach dem Treffen mit den Ministerpräsidenten der Länder. „In Deutschland werde schon auf einem sehr komfortablen Niveau diskutiert. In einigen europäischen Ländern besteht noch der totale Lockdown.“

Auf die Frage ob Österreich eine Sonderrolle einnehmen könne, was den Sommerurlaub angehe, erklärte Söder, dass Bayern schön genug sei. Weiter in den Süden müsse man nicht. Merkel fällt ihm ins Wort und meinte: „Der Norden hat auch super Möglichkeiten.“ Beide konnten sich ein Lachen nicht verkneifen.

„Dann ist das ja geklärt, wo man hinfährt. Norden oder Süden.“ sagt Söder und fügt spitz hinzu: „der Westen ist da nicht dabei.“ War das eine weitere Spitze gegen Armin Laschet, Ministerpräsident von NRW im Westen Deutschlands?

Sommerurlaub in Corona-Zeiten: Österreich hält Grenzöffnung für möglich

Update, 30. April, 9.48 Uhr: Fällt der Sommerurlaub wegen der Corona-Krise aus? Es ist eine Frage, die viele trotz Kontaktsperren und weltweiter Reisewarnung beschäftigt. Der österreichische Kanzler Sebastian Kurz hält eine baldige Öffnung der Grenzen zu Deutschland für möglich. Seit Anfang März sind die Grenzen zu den Nachbarländern dicht. Die Alpenrepublik sei in Gesprächen mit Deutschland. 

„Ich glaube auch, dass ein Sommerurlaub möglich ist“, sagt Kurz der Bild-Zeitung. Er gehe „selbstverständlich“ davon aus, dass Deutsche ihren Skiurlaub im kommenden Winter wieder in Tirol verbringen könnten. Voraussetzung für eine Grenzöffnung seien eine positive Entwicklung in den Nachbarländern. „Wenn die Situation in Deutschland und Österreich gleich ist, dann ist es relativ egal, ob sich jemand innerhalb von Deutschland bewegt oder nach Österreich wieder zurück“, sagte Kurz.

Update um 16.00 Uhr: Nachdem Außenminister Heiko Maas am Mittwochvormittag mitteilte, dass die weltweite Reisewarnung bis 14. Juni verlängert werde, hat sich nun der Bundesverband der Verbraucherzentralen zu dem Schritt geäußert. Der Verband bezeichnet die verlängerte Reisewarnung als nachvollziehbar. „Sie bedeutet Klarheit für alle: Verbraucher und Unternehmen“, sagte Verbands-Chef Klaus Müller dem Handelsblatt. 

Coronavirus: Reisewarnung verlängert - Verbraucherschützer ist gegen verpflichtende Gutscheinlösung

Der Verbraucherschützer appellierte allerdings auch an die Regierung, Pläne für eine verpflichtende Gutscheinlösung aufzugeben. Betroffene, deren Reisen abgesagt wurden, sollten die Wahl zwischen einem Gutschein oder einer Rückerstattung des Geldes haben. Müller schlägt einen steuerfinanzierten Reisesicherungsfonds vor, um die Erstattungen zu finanzieren. Damit würden Unternehmen zahlungsfähig bleiben. 

Der Deutsche Reiseverband (DRV) gibt den Sommerurlaub unterdessen trotz der verlängerten Reisewarnung noch nicht verloren. Zunächst würden Reisen in Deutschland schrittweise möglich sein, sobald es die Entwicklung der Corona-Pandemie erlaube, erklärte der DRV am Mittwoch in Berlin. „Danach werden sukzessive auch Reisen in weitere Länder in Europa folgen, sofern es dort ähnliche Bedingungen gibt wie in Deutschland.“

Diesbezüglich machte auch Österreichs Kanzler Sebastian Kurz bei einer Pressekonferenz am Mittwoch Hoffnungen. Österreich sei mit Deutschland im Gespräch, die Grenzen zu öffnen, sagte der 33-Jährige. Schritte zur Grenzöffnung sollen in den nächsten Wochen anstehen. 

Weitere Lockerungen in der Corona-Krise sind im Gespräch. Nun wurde ein Plan für die Kita-Öffnung erarbeitet.* Schlechte Nachrichten gibt es unterdessen aus der Türkei: Die türkische Lira stürzt dramatisch ab. Und die wirtschaftliche Situation dürfte sich in dem Land demnächst wohl nicht verbessern, denn auch die Einnahmen aus der Tourismus-Branche fallen für das einst sehr beliebte Urlaubsland derzeit weitgehend weg. 

Update um 13.02 Uhr: „Es wird vieles davon abhängen, wie es mit der Pandemie-Bekämpfung bei uns weitergeht“, sagte Maas bei der Pressekonferenz weiter. Keiner könne versprechen, dass es nach dem 14. Juni keine Reisewarnung mehr braucht. Dazu müsse die Entwicklung in den nächsten Wochen betrachtet werden.

Coronavirus: Reisewarnung verlängert - Maas bezeichnet europäische Lösung als wünschenswert

„Wir werden uns wöchentlich die Situation anschauen“, kündigte der Minister an und fügte hinzu: „Wir werden in den kommenden Wochen vor allem mit europäischen Partnern darüber zu reden haben, wie eine europäische koordinierte Lösung aussehen kann.“ Eine europäische Lösung wäre Maas zufolge zwar wünschenswert, werde sich aber erst in den kommenden Wochen entscheiden lassen. 

Es sei auch nicht auszuschließen, dass es wegen der unterschiedlichen Verläufe der Pandemie in den einzelnen Staaten, zu Differenzierungen anstelle einer einheitlichen Lösung kommen werde. „Natürlich hoffen wir alle, dass wir die Reisewarnung nach dem 14. Juni nicht mehr brauchen, kann aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht abschließend prognostiziert werden“, sagte Maas gegen Ende der Konferenz.

Udpate um 12.54 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich nun in einer Pressekonferenz zu der Verlängerung der weltweiten Reisewarnung bis 14. Juni geäußert. Dies sei eine Entscheidung, die getroffen werden musste, weil die Bekämpfung des Coronavirus noch nicht so weit sei, dass man sorgenfrei reisen könne. Man müsse davon ausgehen, dass es noch Wochen dauern werde, bis sich die Dinge in Deutschland und anderen Ländern normalisieren, prognostizierte Maas. 

Reisewarnung verlängert - Maas verweist auf derzeitige Einschränkungen 

Er verwies auf die in den meisten Ländern weltweit geltenden Einreisebeschränkungen und Quarantäne-Bestimmungen sowie auf den Flugverkehr, der derzeit größtenteils am Boden liegt. Eine Rückholaktion, wie sie das Außenministerium zu Beginn der Corona-Krise gestartet hatte und dabei hunderttausende im Ausland gestrandete Bundesbürger zurück nach Deutschland gebracht hatte, werde es diesen Sommer nicht erneut geben, betonte Maas. 

Am 30. April stehen weitere Beratungen von Bund und Ländern mitKanzlerin Merkel über Corona-Lockerungen an.*

Update um 10.52 Uhr: Die Bundesregierung hat die weltweite Reisewarnung für Touristen wegen der Coronavirus-Pandemie bis mindestens 14. Juni verlängert. Ein entsprechender Vorschlag des Auswärtigen Amts wurde nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch vom Bundeskabinett angenommen.

Update um 9.38 Uhr: Wegen der Coronavirus-Pandemie will die Bundesregierung die aktuell geltende Reisewarnung noch bis Mitte Juni verlängern. Davon berichtete zunächst der Spiegel. Dementsprechend äußerte sich nun auch der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß. Laut Angaben des Tourismusbeauftragten ist eine Verlängerung der weltweiten Reisewarnung des Auswärtigen Amtes am heutigen Mittwoch Thema im Kabinett. Dem Kabinett liege ein Vorschlag des Außenamtes vor, der bis zum 14. Juni gehe. 

Sommerurlaub adé? Auswärtiges Amt warnt vor zunehmenden Einschränkungen wegen Coronavirus

Und auch auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes werden Bürger eindringlich davor gewarnt, aktuell Reisen ins Ausland anzutreten. In einer Nachricht vom 27. April heißt es dort: „Sie müssen mit weiter zunehmenden drastischen Einschränkungen im Reiseverkehr, mit Quarantänemaßnahmen und Einschränkungen des öffentlichen Lebens rechnen.“ Zudem ruft das Amt Touristen, die sich noch im Ausland befinden, zur Rückreise auf, „solange es noch Reisemöglichkeiten gibt“. 

Bareiß geht davon aus, dass auf absehbare Zeit keine Fernreisen möglich sein werden. „Fernreisen werden sicherlich auf eine gewisse absehbare Zeit nicht stattfinden“, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im Radiosender Bayern 2. Weiter erklärte er: „Wir hoffen zwar, dass, wenn die Gesundheit es zulässt, die Reisebeschränkungen Schritt für Schritt wieder zurückgenommen werden können und wir wenigstens in Europa jetzt schnell wieder reisen können.“ Aber das ganze gehe wirklich nur langsam voran und Bareiß glaube, dass dieses Jahr wirklich Heimaturlaub angesagt sei. 

Sommerurlaub auf der Kippe - doch 48 Prozent der Deutschen sind für die Ausreisesperre

Update, 8.15 Uhr: 48 Prozent der Deutschen sind laut einer YouGov-Umfrage dafür, die wegen der Corona-Pandemie erlassene Ausreisesperre für Touristen auch im Sommer aufrecht zu erhalten. 20 Prozent sind für eine Öffnung der Grenzen zu einzelnen Ländern. Nur 13 Prozent plädieren dafür, schon im Sommer den Reiseverkehr innerhalb der Europäischen Union wieder vollständig zu erlauben.

Fast ein Drittel der Deutschen (31 Prozent) haben ihre Urlaubspläne für den Sommer laut Umfrage bereits über den Haufen geworfen. 22 Prozent haben von einer Auslandsreise Abstand genommen, 9 Prozent wollen auf einen ursprünglich geplanten Urlaub im Inland verzichten. Nur 18 Prozent sind bei ihren Reiseplänen geblieben. 45 Prozent sagen, sie hätten vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland noch gar keine Reisepläne gehabt.

42 Prozent der Befragten wollen nach jetzigem Stand angesichts der Corona-Krise gar keinen Urlaub mehr machen. 16 Prozent sind trotz der derzeitigen Reisebeschränkungen entschlossen, ins Ausland zu reisen. 13 Prozent planen einen Urlaub in Deutschland. 23 Prozent haben sich noch nicht entschieden, sechs Prozent machten keine Angaben.

Trotz Corona-Krise: Österreich, Kroatien oder die Türkei setzen darauf, im Sommer Touristen empfangen zu können*. Ist das realistisch?

In Deutschland vermissen Oppositionspolitiker in der Corona-Krise unterdessen öffentliche Stellungnahmen von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU).

Coronavirus und Sommerurlaub: Bundesregierung will weltweite Reisewarnung verlängern

Update, 29. April, 6.25 Uhr: Die Bundesregierung will die weltweite Reisewarnung wegen der Coronavirus-Pandemie bis Mitte Juni verlängern. Das berichtete der Spiegel unter Berufung auf einen entsprechenden Beschlussvorschlag, den das Auswärtige Amt kurz vor der Kabinettssitzung unter den Bundesministerien abgestimmt habe. Demnach heiße es in der Beschlussvorlage, die bisher gültige Reisewarnung gelte „bis auf weiteres“, mindestens aber bis Mitte Juni. Vor diesem Datum solle die Lage noch einmal neu bewertet werden, dazu wolle man sich vor allem mit den EU-Nachbarn eng abstimmen. Die Verlängerung soll am heutigen Mittwoch (29. April) vom Kabinett verlängert werden, mindestens bis zum 14. Juni.

Dem Bericht zufolge lässt das Papier aus dem Auswärtigen Amt allerdings offen, ob Urlaubsreisen während der Sommerferien möglich sein werden, die in manchen Bundesländern schon Ende Juni beginnen.

Die Reisewarnung werde damit begründet, dass in den nächsten Wochen keine normalen Reisen ins Ausland möglich seien, hieß es weiter. Laut dem Auswärtigen Amt sei weiterhin mit drastischen Einschränkungen im internationalen Luftverkehr und weltweiten Einreisesperren oder Quarantäneregelungen zu rechnen. Mit der Reisewarnung wolle man zudem die weitere Ausbreitung des Virus minimieren und vermeiden, dass deutsche Urlauber erneut massenhaft im Ausland stranden. In Deutschland galt die weltweite Reisewarnung für Touristen zunächst bis zum 3. Mai. 

Sommerurlaub doch noch möglich? Gesundheitszertifikate könnten unsere Ferien retten

Update vom 28. April, 14.15 Uhr:Wegen der Corona-Krise bangen viele Regionen in der Welt, die großteils vom Tourismus leben, um ihre Einnahmen. Griechenland etwa bestreitet rund 20 Prozent seiner Wirtschaftsleistung mit Tourismus, Kroatien immerhin 17 Prozent. Letztgenanntes will sich nun als Corona-freies Urlaubsziel vermarkten, wie  Welt (hinter Bezahlschranke) berichtet. 

Basis dafür ist, dass das Land dank früher und rigoroser Maßnahmen relativ geringe Fallzahlen aufweist. So gab es in Kroatien nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität 2039 Infizierte und 59 Tote im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Nun will man die Beschränkungen lockern und im Sommer auch Urlauber anlocken und zumindest ein Viertel des Tourismus-Umsatzes der vergangenen Jahre erwirtschaften, sagte Kroatiens Tourismusminister Gari Cappelli.

Das Land beobachte nun die EU-Diskussionen um Sommerreisen, verhandele aber auch schon selbst direkt mit Slowenien, Ungarn, Tschechien und Österreich, um Reisen zwischen den Ländern zu ermöglichen. Man sei sehr interessiert solche Gespräche auch mit Deutschland zu führen, heißt es weiter. 

Sicheres Reisen wolle man durch eine genaue Kontrolle des Tourismus ermöglichen. Zentraler Baustein dabei sind sogenannte Gesundheitszertifikate. Urlauber müssten sich dem Plan nach unmittelbar vor der Abreise in ihrem Heimatland testen lassen. Bei einem negativen Ergebnisse würden sie ein solches Zertifikat erhalten und dürften einreisen. Für die Anreise plant Kroatien dem Bericht nach Auto-Korridore durch Drittländer und sogar eine Art Luftbrücke mit Maschinen der Croatia Airlines. 

Sommerurlaub trotz Corona-Krise: Sizilien will Flüge und Hotels teils bezahlen

Update vom 28. April, 11.38 Uhr: Wegen der Reisebeschränkungen im Zuge der Corona-Krise bangen viele Europäer auch um ihren Sommerurlaub. Viele Urlaubsregionen zittern deshalb wegen Umsatzeinbußen. Sizilien geht nun nach einem Bericht des englischen Mirrors einen Schritt, der viele Urlauber freuen könnte: Demnach übernimmt die sizilianische Regierung nun Kosten, um nach der Krise mehr Besucher anzulocken.*

So soll die Hälfte der Flüge von ausländischen Besuchern übernommen werden. Zudem soll jede dritte Hotelübernachtung bezahlt werden. Mit einem anderen Programm, das allein knapp 50 Millionen Euro kosten soll, wie die Times berichtet, sollen Museums-Besuche und Besuche an Ausgrabungsstätten kostenlos werden.

Coronavirus in Italien

Sommerurlaub trotz Coronavirus? Maas deutet Verlängerung der Reisewarnung an

News vom 27. April,  Update, 21.58 Uhr: Nachdem Bundesaußenminister Heiko Maas in der Bild am Sonntag bereits eine Mahnung vor den Folgen einer verfrühten Grenzöffnung in Richtung Österreich aussprach, verpasste er nun den Hoffnungen auf Sommerurlaub erneut einen starken Dämpfer. Denn Maas deutete am Montag an, dass seine Mitte März ausgesprochene Reisewarnung verlängert werden könnte. „Die Reisewarnung, die es gibt, geht bis zum Sonntag dieser Woche“, sagte der SPD-Politiker in einer Spezialausgabe des ZDF-Magazins „Wiso“ am Montagabend. 

Maas gehe davon aus, „dass es in den Wochen darauf zunächst einmal es keinerlei Hinweise gibt, diese Reisewarnung aufzuheben.“ In vielen Ländern gebe es Einreiseverbote, Ausgangssperren und der Flugverkehr liege am Boden. „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es leider keinerlei Hinweise darauf, dass sich das in den nächsten Wochen verbessern wird.“ In diesem Jahr werde niemand einen Urlaub verbringen können, wie er ihn kenne. Es werde sicher überall Einschränkungen geben, vermutete Maas. 

Indes lockert Italien die Corona-Maßnahmen in minimalem Umfang. Regierungschef Giuseppe Conte muss für die neuen Lockdown-Regelungen Kritik hinnehmen. In der Debatte um weitere Corona-Lockerungen schockte Grünen-Politiker Boris Palmer* nun mit dem Satz: „Wir retten Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären.“ Unterdessen vermissen Oppositionspolitiker in der Corona-Krise öffentliche Stellungnahmen von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU).

Urlaub in Corona-Zeiten: Bundesregierung drängt EU weiter zu Gutscheinlösung für Stornierungen

Unterdessen hat die Bundesregierung in Brüssel erneut auf eine Gutscheinlösung für stornierte Reisen in der Corona-Krise gedrängt. Bei einer Videokonferenz mit EU-Kollegen habe der Bundestourismusbeauftragte, Thomas Bareiß, am Montag deutlich gemacht, dass „wir da Handlungsbedarf sehen“. Der Abstimmungsprozess mit der EU-Kommission komme derzeit „nicht so richtig voran“. Deshalb wäre Deutschland im Notfall auch bereit für eine nationale Lösung

Bei dem Streit geht es darum, wie Verbraucher für Pauschalreisen und Flüge entschädigt werden, die wegen der Corona-Krise abgesagt wurden. EU-Regeln sehen vor, dass Reisende immer auf eine Rückerstattung der Ticketkosten bestehen können. Davon würde die Bundesregierung gerne abweichen und es Unternehmen ermöglichen, lediglich einen Gutschein anzubieten.  

Update, 10.06 Uhr: Anders als noch letzte Woche, als Österreich sich einen Alleingang in Sachen Sommer-Urlaub mit bilateralen Lösungen vorstellen konnte, sieht es jetzt anders aus. Grenzüberschreitender Tourismus werde „nur vorsichtig und Schritt für Schritt wieder möglich sein“, erklärte der österreichische Außenminister Alexander Schallenberg gegenüber der Bild. Österreich werde mit seinen Partnerländern und in engem Kontakt mit der EU-Kommission gemeinsam „an Lösungen arbeiten, wie ein behutsames Hochfahren des Sommertourismus wieder möglich sein könnte“.

Sommerurlaub in Corona-Zeiten: Außenminister Heiko Maas dämpft Erwartungen der Deutschen

Update 27. April 2020, 8.24 Uhr: Angesichts der Diskussionen um die bevorstehende Urlaubssaison in Corona-Zeiten hat Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) die Erwartungen an eine baldige Öffnung von europäischen Reisezielen gedämpft. "Ein europäischer Wettlauf darum, wer touristische Reisen zuerst wieder zulässt, führt zu unvertretbaren Risiken", sagte Maas der "Bild am Sonntag". "Was ein Infektionscluster in einem beliebten Urlaubsgebiet in den Heimatländern der Touristen anrichten kann, haben wir bereits erlebt", erinnerte Maas an die Infektionsfälle im österreichischen Skiort Ischgl. Das dürfe sich nicht wiederholen, mahnte der Minister. Auslöser für die Warnungen des Außenministers sind unter anderem die Pläne des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz für eine schrittweise Grenzöffnung für Urlauber etwa aus Tschechien oder Deutschland.

Maas hofft stattdessen auf eine gemeinsame europäische Strategie. Das sieht Österreich offenbar genau so. Außenminister Alexander Schallenberg stellte nun klar, dass sein Land bei der Öffnung für ausländische Gäste keine unabgestimmten Alleingänge plant. „Wir werden mit Partnerländern und in engem Kontakt mit der EU-Kommission gemeinsam an Lösungen arbeiten, wie ein behutsames Hochfahren des Sommertourismus wieder möglich sein könnte“, sagte er der „Bild“-Zeitung (Montag).

Grenzüberschreitender Tourismus werde „nur vorsichtig und Schritt für Schritt wieder möglich sein“, betonte er. Zudem kämen dafür nur Länder in Frage, die im Kampf gegen das Virus „ähnlich weit sind wie Österreich und ähnlich niedrige Infektionszahlen aufweisen“.

Sommerurlaub in Corona-Zeiten: Bundesregierung macht EU wegen Gutscheinlösungen Druck

Update, 15.30 Uhr: Im Streit mit der EU über Gutscheinlösungen zu abgesagten Reisen macht die Bundesregierung weiter mächtig Druck.

Der Tourismusbeauftragte, Thomas Bareiß, sieht die Reisewirtschaft wegen der Coronavirus-Pandemie* noch lange in einer schweren Krise - und mahnt zu Tempo bei den Verhandlungen. 

Der schwäbische CDU-Politiker erklärte: „Die Zeit drängt. In Berlin war uns eine enge Abstimmung mit Brüssel wichtig. Allerdings wird der wirtschaftliche Druck von Tag zu Tag größer. Andere EU-Länder waren da nicht so zurückhaltend und haben zwischenzeitlich den obligatorischen Gutschein gesetzlich eingeführt. Ich bin zuversichtlich, dass wir zu einer Lösung kommen können.“

Die EU-Kommission stellt sich bislang quer.

Sommerurlaub in Corona-Zeiten: Streit zwischen Berlin und Brüssel geht weiter

Update vom 26. April, 15.10 Uhr: Der Gutschein-Streit zu stornierten Reisen in der Corona-Krise zwischen Brüssel und Berlin geht in die nächste Runde. 

Im Wartestand: Ferienflieger in Frankfurt am Main.

Die Regierung werde sich für „eine europarechtskonforme Gutscheinlösung einsetzen, die in der jetzigen Situation auch die Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher angemessen berücksichtigt“, sagte ein Sprecher des Bundesjustizministeriums der Nachrichtenagentur AFP

In dem Zwist geht es um die Frage, wie Verbraucher für Pauschalreisen und Flüge entschädigt werden, die im Zuge der Coronavirus-Pandemie abgesagt wurden. Das Bundesjustizministerium will eine Gutscheinlösung, um die schwer gebeutelten Reiseunternehmen zu entlasten - doch EU-Justiz- und Verbraucherkommissar Didier Reynders lehnt diesen Vorschlag bislang ab.

Erstmeldung vom 26. April: Dass die Corona-Krise dem Sommerurlaub vieler Deutschen in die Quere kommen dürfte, war schon seit ein paar Wochen abzusehen. 

Doch mit seinem Statement in der Fernsehsendung „ARD extra“ machte Bundesaußenminister Heiko Maas die trotz Pandemie immer noch vorhandenen Hoffnungen vieler Deutschen dann komplett zunichte - und verärgerte außerdem Vertreter der Tourismusbranche. 

Coronavirus: Sommerurlaub mit vollen Stränden werde es Maas zufolge dieses Jahr nicht geben

Im Moment gebe es „keinen einzigen Hinweis“, der darauf hindeute, dass man die derzeit geltende weltweite Reisewarnung* in absehbarer Zeit aufheben könne, sagte Maas in der ARD-Sendung. Dann wurde er in Bezug auf Urlaube noch deutlicher: Einen „normalen Urlaub mit vollen Stränden“ werde es in diesem Jahr nicht geben, prophezeite Maas, „und zwar in keinem einzigen Land, weder in Europa, noch in irgendeiner anderen Region der Welt“.

Bundesaußenminister Heiko Maas hat Hoffnungen auf Sommerurlaub im Ausland eine Absage erteilt. 

Es müsse erst noch entschieden werden, unter welchen Bedingungen man Menschen ins Ausland reisen lassen könne, sagte der Minister. Die Menschen müssten ja auch wieder zurückkommen können. Es gebe dafür aber keinen funktionierenden Flugverkehr

Und eben erst habe die Bundesregierung etwa 250.000 Menschen aus ihren Urlaubszielen nach Hause geholt, betonte Maas. „Wir werden nicht noch einmal eine solche Rückholaktion machen“, stellte er unmissverständlich klar. 

Auf die deutlichen Ansagen des Außenministers reagierte die von Insolvenzen akut bedrohte Tourismuswirtschaft empört und mit Unverständnis. „Wir brauchen niemanden, der den Sommerurlaub ins Aus katapultiert“, kritisierte der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), Norbert Fiebig, laut einem Bericht von Welt.de. „Was wir allerdings brauchen, ist eine differenzierte Debatte und keinen pauschalen Abgesang auf den Sommerurlaub.“

Coronavirus: Die Reisebranche setzt Hoffnungen auf Sommerurlaub in Österreich

Aktuell arbeiten Vertreter der Reisebranche Pläne, wie sich ein Urlaub im Ausland in diesem Sommer zumindest teilweise verwirklichen ließe. Hoffnungen werden dabei unter anderem auf bilaterale Absprachen mit Nachbarländern, allen voran Österreich*, gesetzt. Vorgeschlagene Konzepte beinhalten beispielsweise, dass in Flugzeugen und Bahnen stets Sitze und Sitzreihen frei bleiben, um so einen Mindestabstand zwischen den Reisenden zu gewährleisten, heißt es bei Welt.de. Auch Hotels und andere Unterkünfte sowie Museen sollten für Zulassungsbeschränkungen, Abstandsregelungen und Desinfektionsgelegenheiten* sorgen. 

Der Deutsche Tourismusverband (DTV) hat ebenfalls bereits „Perspektiven für einen bundesweit einheitlichen Neustart des Deutschlandtourismus“ erarbeitet. Vorgeschlagen werden darin neben der Maskenpflicht* für Personal und Kunden in bestimmten Umgebungen auch Einlasskontrollen. Per Terminvergabe könnten Restaurants zudem Überfüllungen verhindern. Der Reiseverband schlägt vor, die Freigabe zunächst als Testphase zu definieren. „Sollten die vorgenommenen Maßnahmen zum Neustart des Deutschlandtourismus nicht zu einer signifikant negativen Veränderung beitragen, werden im nächsten Schritt weitere touristische Angebote zugelassen“, zitiert Welt.de den Verband. 

Coronavirus: Sommerurlaub unter bestimmten Auflagen, die im Zwei-Wochen-Rhythmus überprüft werden?

Dieses Vorgehen könne in einem Zwei-Wochen-Rhythmus erfolgen, in dem Maßnahmen umgesetzt, ihre Auswirkungen bewertet und weitere Schritte abgeleitet werden, rät der Verband. „So könnten beispielsweise die Pfingstferien dazu dienen, ein Monitoring für die erste Phase im Deutschlandtourismus zu entwickeln und daraus Empfehlungen und Perspektiven für das weitere Vorgehen speziell für die Sommerferien abzuleiten.“ 

Die Absage der Sommersaison durch Bundesaußenminister Maas dämpft die Hoffnung auf die Durchführbarkeit solcher Konzepte enorm. Zwar gab auch DRV-Präsident Fiebig zu, dass der diesjährige Reisesommer sicher anders werde als die bisherigen. „Wir brauchen aber ein positives Zeichen, dass Reisen wieder möglich sein werden – natürlich unter Beachtung entsprechender Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen“, betonte er. Fiebig sei überzeugt, dass es möglich sei, „safer und smarter“ zu reisen. Wenn auch künftig allgemein vor Auslandsreisen gewarnt werde, werde das der Realität nicht gerecht, kritisiert der DRV-Präsident. Deshalb seien ihm zufolge so bald wie möglich differenzierte Risikobewertungen nötig. 

Viele Menschen fragen sich nun allerdings, ob sie ihren gebuchten Sommerurlaub stornieren, oder doch lieber noch abwarten sollen. Im Video erhalten Sie einige Empfehlungen.

Markus Söder schwärmt von Bayern, doch Angela Merkel fällt ihm ins Wort - was der Reise-Chefin gar nicht schmeckt. Schon bei ihrer ersten Konferenz bricht die neue Pressesprecherin von Donald Trump ein Versprechen. Der Thai-König sorgt mit seiner Residenz in einem Luxushotel in Garmisch für Verstimmung - dies sei ein „Desaster für die Monarchie“

cia, pm, mke mit dpa und AFP

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In einer Münchner Modefirma ist das Coronavirus ausgebrochen. 61 Mitarbeiter wurden bereits positiv getestet, es stehen jedoch noch etliche Tests aus.

Rubriklistenbild: © dpa / Mohssen Assanimoghaddam

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