News-Ticker

Corona: Bayern-„Turbo“? Söders Minister will nun Impftempo anziehen - und setzt dabei auf Astrazeneca

Fast in ganz Bayern haben Grundschulen und Kitas ihre Türen wieder geöffnet. Nur in Regionen mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 100, bleibt es beim Homeschooling.

  • Auf der Pressekonferenz vor der CSU-Sitzung gab Söder bekannt, dass es ab kommender Woche weitere Öffnungen im Einzelhandel geben wird (Update vom 22. Februar, 10.16 Uhr).
  • Der Hotel- und Gaststättenverband fordert die Öffnung von Außen- und Freiflächen (Update vom 22. Februar, 11.22 Uhr).
  • Nürnberg überschreitet die 100er-Inzidenzgrenze und schickt die Grundschüler zurück in den Distanzunterricht (Update vom 22. Februar, 14.35 Uhr).

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Update vom 22. Februar, 20.12 Uhr: Nach der Einigung von Bund und Ländern am Montagabend, die Belegschaft von Grund- und Förderschulen sowie Kinderbetreuungseinrichtungen bei den Impfungen gegen das Coronavirus höher zu priorisieren und den Betroffenen damit einen früheren Impftermin zu ermöglichen, hat sich nun auch der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) zu den Auswirkungen dieser Entscheidungen für die Impfstrategie des Freistaats geäußert. So sollen sich die rund 200.000 Beschäftigen an bayerischen Schulen und Kindergärten nun so schnell wie möglich impfen lassen. Das solle aber erst der Anfang sein, so Holetschek weiter: „Wir müssen jetzt gemeinsam in den Impfturbo schalten.“

Corona in Bayern: Holetschek will schnellere Impfungen - und setzt auf Astrazeneca

Angesichts des Infektionsgeschehens und der sich rasch ausbreitenden Virus-Mutationen könne man sich nun keine Verzögerungen mehr erlauben. Deshalb, so Holetschek, müsse auch der Impfstoff des Pharmaunternehmens Astrazeneca so schnell wie möglich ebenfalls angeboten werden - auch wenn viele Menschen diesem Impstoff kritisch gegenüber stehen und eine Impfung mit diesem ablehnen. Grund dafür sind vor allem Berichte über mögliche Nebenwirkungen des Impfstoffs* sowie verminderte Wirksamkeit gegenüber den Impfstoffen von Biontech Pfizer und Moderna. „Ich will, dass wir den sicheren und wirksamen Impfstoff von Astrazeneca so schnell wie möglich verimpfen“, sagte Holetschek in seinem Statement.

Wie Bund und Länder am Abend mitteilten, sollen Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher nun doch von der dritten in die zweite Gruppe der Impf-Reihenfolge vorgezogen werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat dazu einen Entwurf für eine Änderung der Impfverordnung vorbereiten lassen, die voraussichtlich bereits am kommenden Mittwoch (24. Februar) in Kraft treten soll.

Corona: Passau eröffnet Grundschulen trotz 100-er-Inzidenz - Schulleiter mit düsterer Prognose

Update vom 22. Februar, 18.09 Uhr: In der niederbayerischen Stadt Passau sollen von Mittwoch (24. Februar) bis Freitag (26. Februar) Schulen und Kitas wieder geöffnet werden. Das hat die Stadtverwaltung am Montag bekanntgegeben. Am Freitag wolle man dann entscheiden, wie es in der kommenden Woche weitergehe.

In Passau lag die Sieben-Tage-Inzidenz laut Robert Koch-Institut (RKI) am Montag bei 102,3, also knapp über dem Wert, bei dem es Schulen und Kitas im Freistaat derzeit wieder erlaubt ist, wieder in den Präsenz- und Wechselbetrieb (Schulen) sowie den Regelbetrieb (Kitas) zu wechseln. Fraglich ist, ob ein ständiger Wechsel zwischen Öffnen und Schließen der Schulen wirklich Sinn mach, solange die Corona-Zahlen nicht wirklich kontrollierbar sind und die Regierung kein klares Hygienekonzept vorlegt, dass verhindert, dass Schulen bei einem Corona-Ausbruch sofort wieder dicht machen müssen. Ein Schulleiter aus dem Landkreis München brachte das Problem mit einem deutlichen Statement auf den Punkt: „In zwei Wochen sperren wir wieder zu“.

Update vom 22. Februar, 14.35 Uhr: Kitas und Grundschulen haben seit heute in Bayern wieder geöffnet. Aber nicht überall beziehungsweise bleiben sie es nicht überall. Das liegt daran, dass eine Öffnung an die 7-Tage-Inzidenz geknüpft ist. Grenzwert ist hier 100 Fälle auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Diese Linie hat ausgerechnet heute die Stadt Nürnberg* überschritten. Ihr Wert lag laut RKI bei 101,5. Grund genug für das Stadtoberhaupt, Oberbürgermeister Marcus König (CSU), über eine Rückkehr zum Distanzunterricht nachzudenken.

In einer Pressekonferenz um 13 Uhr dann die Gewissheit. Ab Dienstag gehen die Grundschulkinder in Nürnberg erstmal wieder zurück in den Distanzunterricht. Am Donnerstag soll dann beraten werden, wie es ab kommender Woche weitergeht. Außerdem hat Nürnberg erneut eine Ausgangssperre verhängt. Sie gilt ab Dienstag jeweils von 22 bis 5 Uhr. Im Landkreis Schwandorf in der Oberpfalz (Inzidenz: 111,6) will man die Infektionslage erst einmal noch beobachten. Die Schulen bleiben dort geöffnet. Ministerpräsident Söder verteidigte hingegen die Schulöffnungen. „Wir haben jetzt Wechsel-Unterricht, wir haben eine Inzidenz-Abhängigkeit, wir haben Maske, wir haben Testkonzepte, also viel mehr an Sicherheitsfragen, das geht fast nicht.“

Hotel- und Gaststättengewerbe fordert ebenfalls Corona-Lockerungen

Update vom 22. Februar, 11.22 Uhr: Die Hotellerie und die Gastronomie komme bei den Öffnungen am Schluss dran, sagte Söder vor der CSU-Führungssitzung am Montag in München. Das ist für den Hotel- und Gaststättenverband Dehoga ein nicht hinnehmbarer Zustand. Vor allem in Bezug auf die frühlingshaften Temperaturen am vergangenen Wochenende. „Wir fordern, zusätzliche sichere Flächen im Freien zu schaffen“, sagte der Landesgeschäftsführer der Dehoga, Thomas Geppert, am Montag. Bisher würden sich Menschen nur an wenigen Punkten sicher treffen können. „Mit einem Öffnen der Außengastronomie würden unkontrollierte Ansammlungen im öffentlichen wie privaten Raum vermieden und Begegnungspunkte entzerrt werden.“ 

Ob er damit in der Politik auf Gehör stoßen wird, ist eher unwahrscheinlich. Besonders, weil Landeschef Söder gerade noch vor einer möglichen dritten Welle in ein paar Wochen gewarnt hatte. Er sagte, Deutschland könnte in drei bis vier Wochen wieder vor ähnlichen Herausforderungen wie im Dezember stehen. Wie es für die Gastronomie und die Hotellerie also weitergehen wird, zeigt sich wohl erst auf dem nächste Corona-Gipfel am 3. März.

Corona-Lockerungen: Teile des Einzelhandesl dürfen in Bayern ab kommender Woche öffnen

Update vom 22. Februar, 10.16 Uhr: Mit einem Paukenschlag geht die neue Woche los. Nicht nur, dass der bayerische Ministerpräsident Markus Söder Lockerungen für Regionen mit einer Inzidenz von unter 35 ins Spiel gebracht hat. Beispielsweise könne er sich eine Abmilderung der Kontaktbeschränkungen vorstellen. Also wieder zurück zu den fünf Personen aus zwei Haushalten. Dazu gibt es in der kommenden Woche auch noch Lockerungen für den Einzelhandel. Blumenläden, Gärtnereien und Garten-Center dürfen landesweit wieder ihre Türen aufsperren. Da hier verderbliche Waren verkauft werden, sei eine Öffnung nur sinnvoll. „Sonst wird dieses ganze Blumengeschäft nur bei Discountern stattfinden, und dann werden die Discounter überrannt“, so Söder.

Auch körpernahe Pflegedienstleister wie die Fußpflege dürfen ihre Arbeit wieder aufnehmen. Und auch generelle Öffnungsmöglichkeiten für den gesamten Handel hält Söder für wahrscheinlich. Voraussetzung dafür soll aber eine dauerhafte Inzidenz von 35 sein. „Hotellerie und Gastronomie wird erst als letztes geöffnet“, sagte Söder. Dort sei es am schwierigsten, eine Verbreitung zu verhindern.

Corona in Bayern: Söder macht sich große Sorgen vor der britischen Mutante

„Wir befinden uns in einer sensiblen Phase der Pandemie.“ Mit diesen Worten eröffnete Söder die Pressekonferenz vor der CSU-Vorstandssitzung. Damit meinte er, dass Bayern im deutschen Vergleich mit einer Inzidenz von 58 gut dastünde. Aber die Ausbreitung der britischen Corona-Mutation* schreite auch im Freistaat stark voran. „Letzte Woche lag der Anteil der Virusvariante am Infektionsgeschehen noch bei 20 Prozent. Diese Woche sind es schon 28 Prozent“, sagte der CSU-Chef. Sollte die Ausbreitung weiter so rasant voranschreiten, sieht Söder schwarz. „Sonst kommt die dritte Welle unvermeidlich.“

Es müsse also jetzt ein „Dreiklang“ zwischen Zahlen kontrollieren, Impfen und Testen entstehen, so Söder. Es müsse schneller geimpft werden. „Impfstoff darf nicht liegengelassen werden“, wie es teilweise mit dem Mittel der Firma Astrazeneca geschehen ist. Außerdem sollen wesentlich mehr Schnelltests eingekauft und mehr getestet werden. Auch „die Zulassung für Tests soll ähnlich wie beim Impfstoff beschleunigt werden“.

Coronavirus in Bayern: Den Hotspots besser helfen

„Bayern stünde besser ohne die Hotspots da“, sagte Söder. Damit spielte er auf die Landkreise und Regionen im Osten des Landes an. Spitzenreiter hier ist Kreis Tirschenreuth mit einer Inzidenz von 354 (Stand, 22. Februar, 3.10 Uhr, RKI). Es sollen nun über 1000 Impfdosen des Astrazeneca-Impfstoffs in die betroffenen Regionen verschickt werden. Auch eine priorisierte Impfung von Lehrkräften und Erziehern sei möglich, damit der Schulbetrieb wieder wie gewohnt aufgenommen werden könne, so der Landeschef. Man arbeite auch intensiv an Pendlerkontrollen, einer besseren Versorgung von Schnelltests und man wolle enger mit Sachsen zusamemnarbeiten.

Update vom 22. Februar, 10.10 Uhr: Ab kommender Woche dürfen nicht nur die Frisöre öffnen. Markus Söder gab bekannt, dass auch Blumenläden und Gärtnereien ihre Geschäfte wieder aufmachen dürfen. Auch bei den Pflegedienstleistern soll es Öffnungen geben. Das heißt auch beispielsweise Fußpflegegeschäfte dürfen wieder Kunden empfangen. Diese Regelungen gelten für den ganzen Freistaat.

Update vom 22. Februar, 9.54 Uhr: CSU-Markus Söder spricht auf einer Pressekonferenz vor der virtuellen Sitzung des CSU-Vorstands. Er sieht mit Sorge auf die Grenzregionen in Bayern mit der Ausbreitung der britischen Virusvariante. In anderen Regionen mit niedrigen Inzidenzen sollen aber weiter Lockerungen kommen - vor allem bei den Kontaktbeschränkungen.

Coronavirus in Bayern: Der Abwärtstrend ist ins Stocken geraten

(Erstmeldung) München - Lange war der Trend für die Corona-Zahlen in Bayern und Deutschland positiv. Die Neu-Infektionen sanken, mehrere Landkreise knackten binnen kurzer Zeit die Grenze von 50. Bis auf wenige Landkreise, etwa Tirschenreuth an der tschechischen Grenze, zeichnete sich ein mehr als positiver Trend ab. Doch die jüngsten Zahlen des RKI sprechen eine andere Sprache. Zunächst geriet der Abwärtstrend lediglich ins Stocken, jetzt verdichten sich die Anzeichen dafür, dass es, wie in München*, wieder nach oben geht. In einer Woche findet der nächste Bund-Länder-Gipfel statt (3. März).

Corona in Bayern: Zahlen sinken nicht mehr - Söder äußert sich zur aktuellen Lage

CSU-Chef Markus Söder* hatte in der vergangenen Woche bei seiner Rede am politischen Aschermittwoch die Grundlinie in der Corona-Pandemie* erneut verteidigt und im Falle einer positiven Entwicklung auch Lockerungen in Aussicht gestellt. Jetzt dürfte sich nun der Blick auf die nächste Konferenz von Bund und Ländern am 3. März richten. Weiter ist klar: Die Inzidenz von 35 muss über einen längeren Zeitraum erreicht werden, um Öffnungen zu realisieren. Dieser Richtwert scheint ob des neuen Trends in weite Ferne zu rücken.

Corona: Eine Woche vor nächstem Merkel-Gipfel - Lockerungen in weiter Ferne?

Beim nächsten „Corona-Gipfel“ wollen Kanzlerin Angela Merkel* (CDU) und die Ministerpräsidenten das weitere Vorgehen und ein Konzept für Lockerungen bei Erreichen gewisser Inzidenzwerte festlegen. Bereits nach der vergangenen Ministerpräsidentenkonferenz hatte die Kanzlerin davon gesprochen, dass etwa der Einzelhandel ab einem stabilen Inzidenzwert von unter 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche auf Lockerungen hoffen darf. Diese Position verteidigte Merkel auch bei der Videoschalte mit den bayerischen Landräten und Oberbürgermeistern am vergangenen Freitag. *Merkur.de und tz.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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