Langzeitfolgen drohen

Corona-Genesene „mitnichten wieder gesund“: Expertin schlägt Alarm - und nennt Zahlen zu Post-Covid-Syndrom

Martina Wenker, Präsidentin der niedersächsischen Ärztekammer
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Martina Wenker ist Präsidentin der niedersächsischen Ärztekammer.

Über die Langzeitwirkungen des Coronavirus ist noch lange nicht alles bekannt. Wer an Covid-19 erkrankte, hat wohl auch bei leichtem Verlauf schwere Folgen zu befürchten.

  • Eine Infektion mit dem Coronavirus kann schlimmstenfalls tödlich enden.
  • Die meisten Patienten überstehen die Infektion aber letztlich.
  • Allerdings sind die Auswirkungen von Dauer - eine Medizinerin schlägt Alarm.

Hannover - Wer sich mit dem Coronavirus* infiziert und die Erkrankung überlebt, hat das Gröbste überstanden. Doch auch nach überwundener Infektion mit COVID-19* ist Vorsicht geboten. Niedersachsens Ärztekammer-Präsidentin Martina Wenker warnt nun eindringlich davor, die Krankheit und ihre Auswirkungen auf die leichte Schulter zu nehmen.

„Wer von COVID-19 genesen ist, ist oft mitnichten sofort wieder gesund“, sagte Wenker der Deutschen Presse-Agentur. Die Medizinerin erklärte, dass bei 20 bis 30 Prozent der Erkrankten ein sogenanntes Post-Covid-Syndrom auftrete. In Niedersachsen suchten einige vermeintlich Genesene deshalb einen Arzt auf.

Corona: Ärztekammer-Präsidentin mit Appell - „Jeder sollte sich impfen lassen“

Die Patienten klagten dann unter anderem über neurologische oder muskuläre Probleme. „Das ist eine Blackbox, von der wir noch gar nicht wissen, wie viel da auf uns zukommen wird“, meinte Wenker. Deshalb appellierte sie an die Bevölkerung, sich der Corona-Impfung* nicht zu verweigern. Ganz besonders seien die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Gesundheitswesen gefordert. „Jeder, der ein Impfangebot bekommt, sollte sich auch impfen lassen“, forderte Wenker.

Im Moment habe man in Deutschland die Corona-Lage noch im Griff. Doch das könne sich auch schnell ändern, etwa durch besonders ansteckende Mutationen* des Coronavirus. Wenn sich eine Corona-Mutation* - wie die aktuell in Großbritannien auftretende - massiv ausbreite, könne sich die Situation kurzfristig stark verschlechtern. „Wenn sich dann vor allem ältere Menschen infizieren, steigt auch das Risiko, dass schwere Krankheitsverläufe zunehmen“, gab die Ärztekammer-Präsidentin zu bedenken.

Video: Biontech/Pfizer-Impfstoff schützt laut Studie gegen 16 Corona-Mutationen

Corona: Impfungen können laut Ärztekammer-Präsidentin Krankenhäuser entlasten

Zwar würden Impfungen helfen, dieses Szenario zu vermeiden. Allerdings beginne nun ein Wettlauf gegen die Zeit. Zusätzlich sieht Wenker Impfungen als zwingend notwendig an, um die vielerorts an der Belastungsgrenze arbeitenden Krankenhäuser zu entlasten. „Die Kliniken können es noch bewältigen, auch da Patienten regional verlegt werden. Die Krankenhäuser helfen sich da untereinander. Das geht aber nicht unbegrenzt, wenn die Fallzahlen weiter steigen sollten“, zeigte sich die Fachärztin besorgt.

Für die Impfstrategie in ihrem Bundesland fand Wenker lobende Worte. In Niedersachsen habe man bewusst vorsichtig mit den Impfungen begonnen, im Gegensatz zu einigen anderen Bundesländern. Nur so könnte die Hälfte der Impfdosen für notwendige zweite Impfungen zurückgehalten werden, befand Wenker. „Ich bin überzeugt, dass Niedersachsen das genau richtig gemacht hat“, so die Ärztin weiter. Da die erste Impfung nach aktuellem Erkenntnisstand nur zu 50 bis 60 Prozent schütze, brauche es zeitnah eine zweite. Diese sei in Niedersachsen durch den eingeschlagenen Weg sichergestellt. (kh) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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