Frühindikatoren des Zi

„Inzidenzrechner“ könnte Lockerungen voraussagen - In manchen Regionen schon Mitte Mai möglich?

Ein Frühindikatoren-Rechner soll Inzidenzen der einzelnen Regionen durch verschiedene Werte vorhersehen können. Dies könnte bei der Auswahl der Lockerungsmaßnahmen helfen.

Berlin - Schon im Oktober hat das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) einen Frühindikator als Navigationshilfe für das Pandemie-Management entwickelt. Diese Frühindikatoren berechnen mit einer Formel unter anderem, wann ein Landkreis oder Bundesland eine gewisse Zielinzidenz erreicht hat. Dieser „Inzidenzrechner“ könnte also voraussagen, wann in welchem Kreis bestimmte Corona*-Lockerungen eintreten könnten.

Corona: Zi-Frühindikator-Rechner gibt Gefahrenwerte und Datum für Zielinzidenzen an

Mehrere Werte können aus den Frühindikatoren des Zi herausgelesen werden. Zum einen geben sie auf ihrer Seite eine sogenannte „Vorwarnzeit“ an. Diese gibt an, in wie vielen Tagen die Kapazitätsgrenze der stationären Behandlungsmöglichkeiten erreicht ist. Momentan liegt dieser Wert bei 34 Tagen. „Zudem kann der Indikator dabei unterstützen, unter Abwägung konkurrierender Risiken Entscheidungen zur Auswahl von Maßnahmen des Pandemie-Managements zu treffen“, so der Zi-Vorstandsvorsitzende.

Ausgerechnet werden diese Frühindikatoren durch verschiedene Werte. Ne­ben der Reproduktionszahl R* (R-Wert) und der Corona*-Neuerkrankungsrate zählen die altersspe­zifi­schen und intensivmedizinischen Behandlungsraten sowie die freien Kapazitäten auf den Inten­siv­­stationen mit hinein. Ein weiterer Frühindikator gibt an, an welchem Datum eine gewisse Zielinzidenz (35/50/100 oder 165) in welchem Kreis erreicht wird.

„Inzidenzrechner“: Indikatoren entstehen aus Inzidenzzahlen und aktuellem R-Wert

Dazu verwenden die Entwickler „die aktuelle Sieben-Tage-Inzidenz* sowie den aktuellen R-Wert“. Dabei geben sie zu bedenken: „Für einen aktuellen R-Wert von größer oder gleich 1 kann eine niedrigere Zielinzidenz nicht erreicht werden.“ Das bedeutet, der R-Wert muss unter 1 liegen, ansonsten werden die genannten Zielinzidenzen wie zum Beispiel 50 nie erreicht.

In einer Tabelle des Zi kann man deren aktuelle Berechnungen herauslesen. Die meisten Bundesländer in Deutschland haben momentan noch einen R-Wert von über 1, daher kann für die Zielinzidenzen noch kein Datum berechnet werden. Aber bei den Land- und Stadtkreisen lassen sich schon erste Werte erkennen. Diese könnten das Planen bei eventuellen Lockerungen erleichtern. Allerdings stellen die Werte keine exakte Prognose für die zukünftige Entwicklung dar, da diese auch von anderen Faktoren abhänge.

„Inzidenzrechner“ des Zi: In manchen Kreisen Wert bald unter 50?

Für einige Kreise berechnet der Frühindikator, dass die Inzidenz noch im Mai unter 50 kommt. Zum Beispiel der Landkreis München. Laut dem Rechner wird der Landkreis München am 7. Mai eine Inzidenz unter 100 haben und am 27. Mai unter 50. In der Stadt München scheint es bei dem aktuellen Inzidenz- und R-wert noch etwas länger zu dauern. Für den 22. Mai sieht der Frühindikator eine Inzidenz unter 100 und erst im Juli eine Inzidenz unter 50.

Auch Dachau, Garmisch-Patenkirchen, Greiz, Heidelberg, Helmstadt, Starnberg*, Trier und einige weitere werden in den nächsten Wochen eine Inzidenz unter 50 erreichen - zumindest laut dem Rechner des Zi. Sogar Hamburg soll am 23. Mai eine Inzidenz von unter 50 vorweisen können.

Berlin hat auch einen R-Wert unter 1. Für die Hauptstadt gibt der Indikator an, dass wenn es bei den aktuellen Zahlen bleibe, die Berliner Inzidenz am 18. Juni unter 100 sein werde. Sobald der R-Wert und die Sieben-Tage-Inzidenz weiter sinken, kann sich auch das angegebene Datum ändern.

Ein interessantes Ergebnis zeigt der Indikator auch für den ehemaligen Corona-Hotspot Hof. Dort liegt die Inzidenz im Land- und Stadtkreis immer noch weit über 200. Allerdings liegt der R-Wert unter 1, und zwar bei 0,88 (Landkreis) und 0,92 (Stadt). Der Indikator rechnet für den Landkreis aus, dass am 4. Juni die Inzidenz bereits unter 100 falle. In der Stadt prophezeit der Indikator erst Ende Juni eine Inzidenz unter 100. (tkip) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Rüdiger Wölk/ IMAGP

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