News-Ticker zur Pandemie in Deutschland

Corona-Zahlen sinken, doch Experten warnen schon jetzt - Streeck sieht eine zentrale Aufgabe

Wie geht es in Deutschland weiter mit der Corona-Pandemie? Am Tag der Bundestagswahl ist die Inzidenz leicht gesunken. Der News-Ticker.

  • Die bundesweite Coronavirus*-Inzidenz ist leicht gestiegen. Am Sonntagmorgen liegt die Kennzahl bei 61,4.
  • Die Zahl der Covid-19-Todesfälle ging im Vergleich zur Vorwoche zurück (siehe Erstmeldung).
  • Virologe Hendrik Streeck spricht bereits von einer beginnenden „Endemie“ - während andere Experten warnen (siehe Update, 15.45 Uhr).
  • Im Impfzentrum von Rosenheim ist zeitweise das Computersystem ausgefallen - der gesamte Freistaat soll betroffen sein (Update, 16.33 Uhr).
  • Dieser News-Ticker wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 26. September, 16.23 Uhr: Das Computerprogramm ist im Impfzentrum Rosenheim (Bayern) ausgefallen. Nach Angaben der Stadt-Verwaltung betrifft die Software-Panne den „gesamten Freistaat“. Eine Bestätigung des bayerischen Gesundheitsministeriums gab es zunächst nicht. Der Betrieb laufe weiter, allerdings nur analog. „Anmeldung, Dokumentation - alles muss händisch vorgenommen werden. Das bedeutet, dass im Impfablauf mit Wartezeiten zu rechnen ist“, heißt es auf der Webseite. Sonntagnachmittag gab es dann allerdings „Entwarnung“. Die bayernweiten EDV-Probleme in den Impfzentren schienen behoben zu sein, teilt die Stadtverwaltung Rosenheim mit. Der Betrieb laufe wieder normal.

Virologe Streeck: „Die Pandemie geht ja gerade in eine Endemie über“

Update vom 26. September, 15.45 Uhr: „Die Pandemie geht ja gerade in eine Endemie über“, so äußerte sich der Bonner Virologe Hendrik Streeck gegenüber der Augsburger Allgemeinen. Gemeint ist damit ein Zustand, „wo das Virus zwar noch da ist, aber die meisten Menschen eine Immunität haben und somit das Virus weniger gefährlich wird“.

Er denke, dass Deutschland auf diesem Weg schon weiter sei als vielfach kommuniziert werde. „Wir haben eine Impfquote von 67 Prozent, aber bei den über 18-Jährigen sind es dann doch fast 80 Prozent.“ Rechne man die Genesenen dazu, seien es fast 90 Prozent, sagte Streeck. Es gelte nun verstärkt darauf zu schauen, dass man noch so gut wie alle über 60-Jährigen impfe. „Ich denke, damit können wir dem Virus schneller den Schrecken nehmen.“

Die Corona-Inzidenz war seit dem Sommer bis etwa Anfang September stetig gestiegen, erreichte dann ein Plateau und sank seit Mitte des Monats in der Tendenz wieder. Die derzeitige Entwicklung könne auf einen Rückgang des Sommerreiseverkehrs, eine Abnahme der festgestellten Infektionen beim Schulanfang sowie auf die Impfquote und die Einführung der 2G- und 3G-Regeln in vielen Bereichen zurückzuführen sein, hieß es im Wochenbericht des RKI zu dem rückläufigen Trend.

Experten verweisen allerdings auf ein ähnliches Plateau im vergangenen Jahr und befürchten einen erneuten Anstieg der Zahlen. Grundsätzlich sei es noch zu früh, um von einer Entwarnung oder einem anhaltenden Trend zu sprechen. So hatte sich ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Freitag geäußert.

Virologe Hendrik Streeck schürt Hoffnung in der Coronavirus-Pandemie.

Unsere Erstmeldung vom 26. September:

Coronavirus in Deutschland: RKI-Zahlen sinken - Berliner Kult-Club öffnet mit 2G-Regel

Berlin / München - Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist leicht gesunken. Das Robert-Koch-Institut* (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner am Sonntagmorgen mit 61,4 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 60,6 gelegen, vor einer Woche bei 70,5.

Coronavirus in Deutschland: Sieben-Tage-Inzidenz leicht gesunken - die Fallzahlen im Überblick

Binnen 24 Stunden meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI 7.774 Coronavirus-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen des RKI-Dashboards hervor. Vor einer Woche waren 7.337 Ansteckungen verzeichnet worden. Die Zahl der Covid-19-Todesfälle ist indes im Vergleich zur Vorwoche (38 Todesfälle) gesunken. Deutschlandweit wurden innerhalb eines Tages 28 Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona*-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI zuletzt am Freitag mit 1,58 an, ein Rückgang um 0,3 im Vergleich zum Vorwochenwert. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Ein Überblick über die Corona-Kennzahlen seit Beginn der Pandemie:

  • Covid-19-Todesfälle: 93.393.
  • Corona-Infektionen: 4.196.378. (Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.)
  • Genesene: 3.958.000.

Corona in Deutschland: Berühmter Technoclub in Berlin eröffnet wieder

Indes bekommt das Berliner Nachtleben eines seiner international gefeierten Highlights zurück. Das Berghain will seine Türen wieder öffnen. Auf seiner Homepage kündigte der in einem ehemaligen Fernheizwerk residierende Club mit der dazu gehörenden Panorama Bar eine erste „Klubnacht“ an. Diese soll am Samstag, 2. Oktober stattfinden.

Auch an den folgenden Samstagen will der Technoclub seinen regelmäßig von langen Schlangen belagerten Eingang aufsperren. Wer rein will, muss allerdings nicht nur an den Bewachern der „härtesten Tür der Welt“ vorbei, sondern auch gegen Corona geimpft oder von Covid-19 genesen sein (2G). „Wir freuen uns auf unsere erste Klubnacht nach fast 19 Monaten“, hieß es auf der Seite. „Let the bass kick, wir sehen uns auf dem Dancefloor!“

Autofahrer können sich indes auf eine neue Corona-Regelung für Pkws gefasst machen. Das geht aus einem Bericht des Verkehrsministeriums hervor. (mbr/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa

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