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Kontakt mit dem Virus, aber nicht infiziert - Studie verrät, wieso manche Menschen trotzdem gesund bleiben

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Von: Christoph Gschoßmann

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Wieso infizieren sich manche Menschen nicht mit dem Coronavirus? Eine britische Studie liefert interessante Erkenntnisse - obwohl sie umstritten ist.

München - Corona belgleitet uns nun schon jahrelang. Besondere Anekdoten über das Virus kennt dabei wohl schon fast jeder: Zum Beispiel, wenn man definitiv Kontakt mit einem Infizierten hatte, beispielsweise dem eigenen Partner oder Mitbewohner - und sich trotzdem nicht ansteckt. Eine umstrittene britische Studie liefert nun Erkenntnisse darüber, warum sich manche Menschen nicht mit dem Virus anstecken.

In der Studie haben sich 36 Probanden freiwillig mit dem Coronavirus anstecken lassen - was ethisch viele Diskussionen hervorrief. Die Ergebnisse aber sind so oder so verblüffend, denn: Von 34 Testpersonen, die man aktiv per Wassertröpfchen in der Nase den Viren ausgesetzt hat, infizierten nur 18. An den anderen ging die Krankheit komplett vorüber.

Britische Studie über Corona - einige infizieren sich nicht: “Die Virusmengen stiegen nicht hoch genug an“

Studienautor Christopher Chiu vom Imperial College in London erklärte sich dies so, wie er im Guardian zu Protokoll gab: “Die Virusmengen stiegen nicht hoch genug an, um nachweisbare Mengen an Antikörpern, T-Zellen oder Entzündungsfaktoren im Blut auszulösen.“ Auch sprach er von genetischen Faktoren oder einer bereits bestehenden Immunität gegen ähnliche Erreger als Grund für die erfolgreiche Abwehr.

Diese Erklärung kann auch Juliane Walz vom Universitätsklinikum Tübingen nachvollziehen. Sie sagte dem Spiegel, dass es vier Varianten herkömmlicher Erkältungs-Coronaviren gebe, die „Sars-CoV-2 ähneln“. Deshalb sei das Immunsystem vortrainiert.

Walz hat selbst am Coronavirus geforscht. Dabei ging es um die sogenannten T-Zellen, die Krankeitserreger wiedererkennen können und diese bekämpfen, bevor das Virus Schaden anrichten kann. In ihrer Forschung entdeckte sie bei 180 Probanden in 81 Prozent der Fälle T-Zellen, die eine Reaktion auf Corona zeigten. Dabei käme es aber nicht nur auf die Quantität, sondern auch auf die Qualität der T-Zellen an.

Corona: Forscherin in Schweden „fast vom Stuhl gefallen“ bei Erkenntnis über Immunität

Auch in Schweden forschte man an vorhandener Immunität gegen Grippeerreger. So fanden Forscher in Datenbanken bekannter Viren in einem H1N1-Grippevirus (Auslöser der Schweinegrippe) eine Folge von sechs Aminosäuren, die teilweise mit dem Spike-Protein des Coronavirus übereinstimmt. Studienautorin Cecilia Söderberg-Naucler aus Stockholm sei bei dieser Entdeckung laut Guardian „fast vom Stuhl gefallen“. Bei zwei Dritteln von Blutspendern seien in Antikörpern Teilschutz gegen Corona gefunden worden - ein Polster, so die Autorin, doch kein Schutz, wenn man von einer infizierten Person „ins Gesicht gehustet“ bekäme.

Auch durch genetische Voraussetzungen kann man vor Corona geschützt sein. Wie die Infektiologin Hortense Sevogt vom Uniklinikum Jena dem Spiegel verriet, treten bei manchen Menschen „die sogenannten Einzelnukleotid-Polymorphismen, kurz SNPs, in der DNA“ auf. Hortense: „Es kann sein, dass sie keine bemerkbaren Auswirkungen haben oder aber schützende oder schädliche.“ Dass man genetisch geschützt ist, sei aber sehr selten, wie laut eines Berichtes des Handelsblatts auch Fachleute aus den USA erklärt haben. (cg) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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