Verkürzte Frist für zweite Dosis

Vorbild Merkel: Mega-Ansturm auf Astrazeneca-Impfung - jetzt wird sogar der Impfstoff knapp

Auf einmal beliebt wie nie: Das Astrazeneca-Vakzin findet derzeit großen Anklang bei der deutschen Bevölkerung. Mittlerweile werden deshalb sogar Impfdosen des Wirkstoffs knapp.

Es war ein stetes Hin und Her mit dem Astrazeneca-Impfstoff. Erst sollte er nur für unter 65-Jährige angewandt werden. Dann war er auf einmal doch besser für über 65-Jährige geeignet. Und seitdem nun die Priorisierung aufgehoben wurde, wird Astrazeneca vom Ladenhüter zum Impf-Renner.

Astrazeneca beliebt wie nie - Merkel, Steinmeier und Co. als Vorbilder

„Der Impfstoff von Astrazeneca wird so stark nachgefragt, dass die bereitgestellten Mengen nicht mehr ausreichen“, sagte Thomas Preis, Chef des Apothekerverbands Nordrhein, gegenüber der Rheinischen Post und macht damit den Imagewechsel des Impfstoffs noch einmal deutlich. Dazu beigetragen haben auch Politiker wie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier oder Bundeskanzlerin Angela Merkel. Beide wurden mit Astrazeneca geimpft - genauso wie NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU): „Wenn er für mich gut genug ist, soll er auch für andere gut sein“, sagte dieser am Mittwoch (12.5.) und appellierte an die Bevölkerung – vor allem die über 60 – sich ebenfalls damit impfen zu lassen.

Dieser Imagewandel hat aber auch negative Begleiterscheinungen. Der Großhandel wird der Nachfrage nicht Herr. Die Bestellungen, die die Ärzte über die Apotheken aufgegeben haben, mussten laut Thomas Preis um 80 Prozent reduziert werden. Ein komplett neue Situation bezüglich des Astrazeneca-Impfstoffs. „Viele Ärzte sind sehr verärgert, denn bereits bestehende Impftermine müssen nun storniert werden“, so der Chef des Apothekerverbands Nordrhein gegenüber der Rheinischen Post.

Sinkende Lieferzahlen bedeuten weniger Impfmöglichkeiten. 862.000 Dosen Astrazeneca seien diese Woche in die Arztpraxen geliefert worden. Das geht aus einer Übersicht des Bundesgesundheitsministeriums hervor. Nächste Woche sollen es dann nur noch 843.000 Dosen geliefert werden. „Die Lieferungen von Astrazeneca sind auch uns nicht über einen längeren Zeitraum bekannt“, erklärte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Der britische Hersteller des Vakzins äußert sich in der Regel immer recht kurzfristig zu neuen Lieferungen.

Viel mehr Astrazeneca-Impfungen - dank Rechtssicherheit und verkürzter Frist

Nichtsdestotrotz befindet sich Deutschland auf einem guten Weg bei der Umsetzung der Impfkampagne. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Freitag (14.5.) wurden am Mittwoch, 12. Mai, 1.353.453 Spritzen gesetzt, an Christi Himmelfahrt waren es 408.260. Ein Grund: Ärzte habe nun Rechtssicherheit beim Impfen des Astrazeneca-Wirkstoffs. Teilweise hatten niedergelassene Ärzte gezögert, den Impfstoff an unter 60-Jährige zu verabreichen, weil die Haftung bei möglichen Impfschäden nicht geklärt war. Der Bund stellte nun aber klar, dass die Ärzte kein Haftungsrisiko eingehen.

Zur Zunahme von Astrazeneca-Impfungen führte zudem die veränderte Frist zwischen erster und zweiter Dosis. Bislang galt die Empfehlung, zwölf Wochen zwischen den beiden Impfungen zu warten. Nun kann die zweite Dosis bereits nach vier Wochen gespritzt werden. „Die Verkürzung der Impfabstände auf vier Wochen macht den Impfstoff für junge Menschen attraktiv. Junge Menschen wollen bei den anstehenden Lockerungen durch einen kompletten Impfschutz gut vorbereitet sein“, erklärte Apotheker Preis.

Rubriklistenbild: © Matthias Bein

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