Mehr als 500 Tote an einem Tag

Corona in Frankreich: Kliniken in Paris am Limit - Sonderzüge bringen Patienten aus der Stadt

Coronavirus in Frankreich: Infizierten- und Todeszahlen steigen drastisch an. Die Krankenhäuser sind überfüllt. Nun gab es einen traurigen Rekord.

Corona in Frankreich - Erstmals 4000 Tote

Update vom 1. April, 21.31 Uhr: In Frankreich sind erstmals mehr als 4.000 Menschen den Folgen einer Coronavirus-Infektion erlegen. Es starben 4032 Menschen, 509 mehr als am Vortag, teilte der Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon am Mittwochabend mit.

Corona-Krise in Frankreich: Justiz reagiert mit drastischen Maßnahmen

Update, 15.46 Uhr:  Frankreich lässt in der Corona-Krise tausende Häftlinge aus den notorisch überfüllten Gefängnissen frei. Es gehe um 5000 bis 6000 Insassen von insgesamt 70.000, sagte der Vizepräsident des Verbands der Vollzugsrichter Ivan Guitz.  Jeder Fall werde gründlich geprüft. „Wir lassen keine Serienmörder frei“, so Guitz. 

Mögliche Kandidaten für eine vorzeitige Freilassung seien Häftlinge, die ihre Strafe bereits weitgehend verbüßt hätten und keine Gefahr für die Allgemeinheit darstellten. In Frage kämen etwa wegen Drogenhandels oder Diebstahls Verurteilte.

Viele Gefängnisse glichen einem „Schnellkochtopf“, aus dem nun „ein wenig Druck herausgelassen“ werde, sagte Guitz zur Überbelegung. In Villepinte nordöstlich von Paris etwa säßen rund tausend Häftlinge ein, es gebe aber eigentlich nur Platz für gut halb so viele. Vor dem Regierungsbeschluss zu den Freilassungen hätten sich dort je drei Insassen eine neun Quadratmeter große Zelle teilen müssen.

Corona in Frankreich: Kliniken in Paris am Limit - Über 1000 Corona-Tote in Ostfrankreich

Update, 14.35 Uhr: In Ostfrankreich ist die Zahl der gestorbenen Coronavirus-Patienten auf über 1000 gestiegen. In der an Deutschland grenzenden Region Grand Est seien bisher 1015 Menschen nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben, teilte die regionale Gesundheitsbehörde am heutigen Mittwoch (1. April) mit. Rund 4200 Menschen befinden sich aktuell zur Behandlung in Krankenhäusern. 890 Patientinnen und Patienten mussten der Behörde zufolge auf einer Intensivstation behandelt werden.

Das Gebiet, das die Regionen Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne umfasst, ist von der Coronavirus-Pandemie besonders stark betroffen. Um die Intensivstationen der Kliniken zu entlasten, werden Patienten in andere Gebiete Frankreichs und in die Nachbarländer verlagert. Luxemburg habe sich bereit erklärt, vier weitere schwer erkrankte Patienten aus Grand Est aufzunehmen, teilte Regionalpräsident Jean Rottner auf Twitter mit. Er bedankte sich für die Unterstützung und „effektive grenzüberschreitende Zusammenarbeit“. 

Unterdessen breitet sich das Coronavirus in Italien immer weiter aus.*

Corona in Frankreich: Kliniken in Paris am Limit - Sonderzüge bringen Patienten aus der Stadt

Update, 12.58 Uhr: Die Sonderzüge, mit denen schwer erkrankte Covid-19-Patienten aus dem überlasteten Ballungsraum Ile-de-France und der Hauptstadt Paris in Krankenhäuser in die westfranzösische Region Bretagne gebracht werden, sind nun unterwegs (siehe Update  unten). Eingesetzt für die Fahrten werden medizinische TGV- Hochgeschwindigkeitszüge

Eine medizinische Mitarbeiterin blickt durch die Scheibe eines speziellen medizinischen TGV-Hochgeschwindigkeitszuges am Bahnhof Paris-Austerlitz. 

Coronavirus in Frankreich: Krankenhäuser im Großraum Paris enorm überlastet

Update, 1. April, 11.15 Uhr: Die Krankenhäuser im Großraum Paris sind durch die Corona-Krise enorm überlastet. Aurélien Rousseau, Direktor der regionalen Gesundheitsbehörde Île de France, gab an, dass man „am Ende der Krankenhauskapazitäten“ sei. Das berichtete die Bild

„In der Region Paris gibt es 1200 Intensivbetten. Zurzeit haben wir 2700 Patienten auf der Intensivstation“, wird Rousseau zitiert. Man habe die Kapazitäten in den letzten Wochen zwar mehr als verdoppelt, doch nun stoße man an die Grenzen der Möglichkeiten. „Jeder gibt wirklich alles, ein Intensivbett nach dem anderen wird aufgetrieben.“

Am heutigen Mittwoch sollen zwei Sonderzüge schwer erkrankte Covid-19-Patienten aus dem Ballungsraum Île-de-France und der Hauptstadt Paris in Krankenhäuser in die westfranzösische Region Bretagne bringen. In den speziellen medizinischen TGV-Hochgeschwindigkeitszügen sollten 36 Patienten transportiert und in Krankenhäuser in Brest, Rennes und Saint-Brieuc gebracht werden, so die Bild weiter.

Coronavirus in Frankreich: Zahl der gestorbenen Corona-Infizierten an einem Tag enorm gestiegen

Die News vom 31. März, 21.09 Uhr: Die Zahl der gestorbenen Corona-Infizierten an einem Tag ist in Frankreich enorm gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden habe es 499 neue Todesfälle zu verzeichnen gegeben, teilte Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon am Dienstagabend in Paris. Damit starben bisher die meisten Menschen an einem Tag seit Beginn der Coronavirus-Pandemie in Frankreich. Insgesamt gebe es 3.523 Todesopfer, so Salomon.

Auch die Zahl der Patienten, die auf Intensivstationen behandelt werden müssen, stieg demnach um mehr als 450. Fast 23.000 Menschen würden in Krankenhäusern behandelt, sagte Salomon. Mehr als 5000 davon auf Intensivstationen.

Salomon kündigte an, dass zwei Sonderzüge schwer erkrankte Patienten aus dem Ballungsraum Paris in Krankenhäuser in die westfranzösische Region Bretagne bringen sollten. Die Situation angesichts der Coronavirus-Pandemie sei „in der Geschichte der französischen Medizin völlig beispiellos“, sagte Salomon. Er betonte, dass gut 34 Prozent der Patienten in Intensivbehandlung in den Kliniken jünger als 60 Jahre seien.

Coronavirus in Frankreich: Arzt droht Polizisten sie anzustecken

Update um 18.20 Uhr: In Frankreich ist ein Arzt zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt worden, nachdem er Polizisten angedroht hatte, sie mit dem Coronavirus anzustecken. Der 66-Jährige habe "in einer übertriebenen Weise gehustet" und zu den Polizisten gesagt, sie würden nun auch krank, erklärte die Staatsanwaltschaft in Lille im Norden des Landes am Dienstag.

Der Mann war von den Gendarmen wegen des Vorwurfs häuslicher Gewalt in Gewahrsam genommen worden. Nach Angaben seiner Ehefrau konnte der Arzt nicht zur Arbeit in sein Krankenhaus gehen, da bei ihm der Verdacht auf dieLungenkrankheit Covid-19 bestand.

In dem Polizeifahrzeug habe er  die von den Gendarmen bereit gestellte Schutzmaske abgezogen und auffällig gehustet. Er habe gesagt, "er wisse, dass ihnen dies Angst macht", sagten die Polizisten aus. Der Arzt musste sich daraufhin vor Gericht sowohl wegen Gewalt gegen seine Frau als auch die Vollzugsbeamten verantworten. Er soll den Polizisten nach dem Urteil auch eine Entschädigung zahlen und darf keinen Kontakt zu seiner Frau aufnehmen.

Corona in Frankreich: Macron kündigt Maßnahmen für Kampf gegen Covid-19 an

Update um 17.19 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will im Kampf gegen das Coronavirus mehr auf französische Unabhängigkeit setzen - etwa bei der Produktion von Schutzmasken. 

„Wir müssen mehr auf unserem eigenen Boden produzieren, um unsere Abhängigkeit zu verringern“, sagte Macron nach einem Besuch bei einem Maskenhersteller am Dienstag. Bis zum Ende des Jahres solle Frankreich seine volle Unabhängigkeit bei der Maskenproduktion erreicht haben. „Bis Ende April werden wir die Kapazität haben, in Frankreich 15 Millionen Masken pro Woche zu produzieren“, sagte Macron. Zuletzt hatte Frankreich eine Milliarde Masken bestellt - unter anderem aus China. 

Coronavirus: Frankreich wappnet sich gegen „unsichtbaren Feind“

Er setze auf den Wiederaufbau der französischen und europäischen Souveränität, so Macron weiter. Außerdem kündigte er an, dass ein Konsortium von vier großen französischen Industriekonzernen bis Mitte Mai 10.000 Beatmungsgeräte herstellen will. Der französische Staat werde außerdem der nationalen Gesundheitsbehörde vier Milliarden Euro für die Bestellung von Masken, Medikamenten und Beatmungsgeräten zur Verfügung stellen.

„Wir müssen den Kampf gegen das Virus mit dem Pflegepersonal an der Front führen“, sagte Macron. Es handle sich um einen „unsichtbaren Feind“. Er glaube an das „vereinte Frankreich“. Man habe vor der Krise Reformen verabschiedet, die es Frankreich ermöglichten, wettbewerbsfähiger zu sein. „Aber wir müssen die moralische Stärke und den Willen wiedererlangen, mehr in Frankreich zu produzieren.“

Corona in Frankreich: Behörde warnt vor Nebenwirkungen

Update um 10.20 Uhr: Frankreichs Behörde für Arzneimittelsicherheit (ANSM) warnt vor möglichen Nebenwirkungen des Malariamittels Hydroxychloroquin oder des HIV-Medikaments Kaletra bei Covid-19-Erkrankten. „Einige wenige Fälle von schwerwiegenden Nebenwirkungen wurden gemeldet und werden derzeit analysiert“, teilte die ANSM am Montagabend mit. Die Behörde betonte, dass die Medikamente unter keinen Umständen als Selbstmedikation oder auf Verschreibung eines örtlichen Arztes eingenommen werden dürften. „In diesem Zusammenhang fordern wir die Verantwortung eines jeden, unnötige Krankenhausaufenthalte aufgrund des Missbrauchs dieser Medikamente zu vermeiden“, hieß es weiter.

Corona in Frankreich: Unter diesen Umständen ist eine derartige Behandlung erlaubt

In Frankreich ist die Behandlung mit Hydroxychloroquin und Kaletra von Covid-19-Erkrankten nur bei schweren Verläufen und nach Abstimmungen von mehreren Ärztinnen und Ärztinnen erlaubt. Die Behörde warnte vor allem vor Herzstörungen, die durch den Einsatz des Malariamittels in Kombination mit anderen Medikamenten auftreten können. „Wir erinnern daran, dass bis heute kein Medikament formell als wirksam für die Behandlung oder Prävention von Covid-19 nachgewiesen wurde“, betonte die Behörde. 

Krankenhäuser überfüllt - mehr als 3.000 Corona-Tote in Frankreich

Update vom 31. März um 9.40 Uhr: Auch in Frankreich schlägt das Coronavirus mit voller Wucht zu. Insgesamt sind bisher 45.170 Menschen infiziert, wie die neuesten Zahlen der Johns Hopkins University belegen. Bereits 3.024 von ihnen ließen ihr Leben. 

Update 23.07 Uhr: Die Zahl der Corona-Toten ist in Frankreich am Montag auf mehr als 3000 angestiegen. Innerhalb von 24 Stunden wurden 418 weitere Todesfälle verzeichnet, wie die Behörden am Montag mitteilten. Aktuell befänden sich außerdem mehr als 5000 Menschen auf Intensivstationen, hieß es weiter. Insgesamt seien derzeit fast 21.000 Covid-19-Patienten im Krankenhaus.

Etwa 34 Prozent der schwer Erkrankten seien jünger als 60 Jahre, teilte Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon mit. Insgesamt zählt Frankreich 44 550 bestätigte Infektionen.

Update 17.36 Uhr: In Ostfrankreich ist die Lage in den Krankenhäusern dem Regionalratspräsidenten zufolge wegen der Corona-Pandemie weiter angespannt. Betroffen seien vor allem die Kliniken im Elsass, teilte der Präsident der Region Grand Est, Jean Rottner, am Montag dem Radiosender France Bleu mit. Auch in den Städten Nancy und Metz sowie in Lothringen und in Reims im Département Marne weite sich die angespannte Situation aus, berichtete er weiter. Tagtäglich würden etwa gleich viele Menschen auf Intensivstationen gebracht, schilderte Rottner die Vorgänge. Es fehle weiter an Material und Schutzausrüstung für die Krankenhäuser, sagte der Politiker. 

Corona in Frankreich: Colmar beginnt mit Desinfizierung öffentlicher Plätze

Allerdings gehe die Zahl der Anrufe beim medizinischen Notfalldienst „möglicherweise“ leicht zurück, sagte Rottner. „Es ist ein kleiner Indikator für Hoffnung, aber wir müssen äußerst vorsichtig sein“, mahnte er. In den vergangenen Wochen wurden Patienten aus der Region in andere französische Krankenhäuser gebracht, unter anderem auch in Deutschland und der Schweiz. Unterdessen hat die Stadt Colmar im stark betroffenen Département Haut-Rhin eigenen Angaben zufolge mit der Desinfizierung öffentlicher Plätze begonnen

In Italien ist das Ausmaß der Krise sogar weitaus schlimmer. Doch wieso sterben so viele Infizierte dort?Wir liefern mögliche Erklärungen.

Update vom 30. März, 12.36 Uhr: Die Lage in Frankreich spitzt sich weiter zu. Wegen der großen Zahl an Coronafällen in der Metropole Straßburg, werden Patienten über 80 Jahre in der Klinik nicht mehr beatmet. Wegen dieser Umstände hat Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer ihrer französischen Amtskollegin Florence Parly Hilfe angeboten. 

Wie bild.de berichtet hat deswegen eine Maschine der Bundeswehr zwei schwerstkranke Corona-Patienten aus Frankreich nach Stuttgart gebracht, von wo aus sie wohl in ein Bundeswehrkrankenhaus nach Ulm transportiert wurden. „In Ulm haben wir die Zahl der Intensivplätze von 22 auf 44 erhöht. Derzeit werden sechs Corona-Patienten versorgt. Wir haben in unseren Berechnungen einkalkuliert, dass dadurch derzeit kein Engpass für Patienten aus der Bevölkerung entsteht“, so Oberstleutnant Matthias Frank.

Frankreich trauert um Politiker - Tod einer 16-Jährigen schockiert das Land

Update 18.40 Uhr: Inmitten der Corona-Krise hat Frankreichs Europastaatsministerin Amélie de Montchalin den Nationen China und Russland vorgeworfen, ihre Hilfe für andere Staaten zu „instrumentalisieren“. In der Sendung Questions politiques, die von mehreren französischen Medien gemeinsam veranstaltet wird, sagte Montchalin am Sonntag, dass Solidarität nicht instrumentalisiert werden dürfe. Sie warf den beiden Staaten vor, ihre Hilfsaktionen für Propagandazwecke und „schöne Bilder“ in „Szene zu setzen“.

In Einklang damit werfen mehrere Beobachter China und Russland vor, mit ihren Hilfsangeboten an Europa ihren politischen Einfluss verdeutlichen zu wollen. Peking hatte Mitte März neun chinesische Coronavirus-Experten und mehrere Tonnen Medizinprodukte nach Rom geschickt. Russland entsandte ebenfalls Virologen nach Italien. 

Die französische Europastaatsministerin betonte, dass Euroa China auch mit 56 Tonnen Material unterstützt habe, als es noch das Epizentrum der Pandemie war. Über die gegenseitige Hilfe Buch zu führen, sie zu instrumentalisieren oder gegeneinander aufzurechnen wäre „unanständig“, sagte sie. „Wir sind solidarisch. Punkt. Und das sage ich für alle.“ 

Coronavirus in Frankreich: Regionalpolitiker ist nach Covid-19-Infektion in Klinik verstorben

Update 13.14 Uhr: Frankreich trauert um einen bekannten Politiker: Am Mittwochabend war der französische Regionalpolitiker Patrick Devedjian zur Beobachtung ins Krankenhaus gekommen, nachdem er positiv auf das Coronavirus getestet worden war - in der Nacht zum Sonntag sei er dort verstorben, wie seine Pressestelle der französischen Nachrichtenagentur mitteilte.

Devedijan hatte während der Regierungszeit von Nicolas Sarkozy verschiedene Regierungsposten inne und war zuletzt Präsident des Départmentrats der französischen Region Hauts-de-Seine. Noch am 26. März hatte er via Twitter dem Krankenhauspersonal des Landes für die großartige Arbeit gedankt:

Laut Angaben in seinem Twitteraccount hinterlässt er vier Kinder.

Update vom 29. März, 09.56 Uhr: Die französische Regierung sieht sich laut Zeit Online mit mindestens sechs Verfahren konfrontiert - die Vorwürfe lauten unterlassene Hilfeleistung und fahrlässige Tötung. Unter den Klägern ist das Kollektiv „C19“ um den Arzt Emmanuel Sarrazin: „Es ist unglaublich, wie unvorbereitet wir in diese katastrophale Situation reingeritten wurden", sagt er. Als Anfang März Sanitäter eine Guppe hustender Menschen, die aus den italienischen Corona-Gebieten kam, unangekündigt in seine Praxis brachte, musste er sich von einem befreundeten Automechaniker Schutzmasken leihen, um weiterarbeiten zu können. 

Die Regierung habe es versäumt, für ausreichend Schutzmaterial wie Masken zu sorgen - und das auch zu Zeiten, in denen die massive Ausbreitung des Virus schon absehbar war, so der Vorwurf von Anwälten. Sie sprechen von einem Staatsskandal. Wenn Staatspräsident Emmanuel Macron in einem Krankenhaus auftaucht, kritisieren ihn Ärzt hart, so die Zeit weiter. Was die Lage verschärft: Krankenschwestern und Pflegepersonal, die jetzt vollen Einsatz leisten müssen, hatten noch vor Kurzem für mehr Personal und bessere Ausstattung in Krankenhäusern gestreikt - im letzten Jahr wurden 15.000 Betten in Krankenhäusern gestrichen.

Coronavirus in Frankreich: Immer mehr Infizierte werden ausgeflogen

Update vom 28. März, 22.16 Uhr: Der John-Hopkins Universität zufolge sind in Frankreich bislang 2314 Menschen an den Folgen des Coronavirus Sars-CoV-2 gestorben. Die Zahl der Infizierten ist auf mehr als 38.000 (Stand: 28. März, 22.30 Uhr) gestiegen. 

Zwei Patienten aus dem nordostfranzösischen Metz wurden am Samstag per Militärhubschrauber nach Essen gebracht, wo sie im Universitätsklinikum behandelt werden sollen, wie eine Sprecherin der nordrhein-westfälischen Landesregierung mitteilte.

Dem Leiter der Notaufnahme des regionalen Krankenhauszentrums Metz,François Braun, zufolge werden voraussichtlich am Sonntagnachmittag zwei weitere Patienten nach Deutschland ausgeflogen. Über weitere Krankentransporte werde je nach Entwicklung der Lage entschieden. Seit Beginn der Pandemie wurden Braun zufolge bereits etwa ein dutzend Corona-Patienten per Krankenwagen in deutsche Krankenhäuser gebracht.

Frankreichs Verteidigungsministerin Florence Parly schrieb auf Twitter, Militärhubschrauber des Heeres sollten in den kommenden Tagen mehrere Covid-19-Patienten von Metz aus nach Deutschland ausfliegen. Unterdessen breitet sich das Coronavirus auch in Russland immer weiter aus.*

Corona in Frankreich: 16-Jährige hatte „nur einen Husten“, jetzt ist sie tot - Mutter schildert Details

Update vom 28. März, 12.49 Uhr: Der Tod der 16-jährigen Julie schockiert Frankreich: Die Jugendliche ist das bisher jüngste Opfer der Coronavirus-Pandemiein dem Land, wie das Gesundheitsministerium in Paris bekannt gab. Ihre Mutter hat jetzt den Ausbruch der Krankheit und die tragischen Details geschildert. „Sie hatte nur einen Husten“, erklärte sie über die Anfänge der Krankheit*. 

Diesen habe Julie vor einer Woche zunächst mit Hustensaft und Inhalationen behandelt*. Ab Samstag seien dann erste Atemstörungen dazugekommen. Die Situation wurde immer schlimmer, der Hausarzt alarmierte schließlich den Notdienst. Statt der Ambulanz rückte die Feuerwehr an: mit Schutzanzügen, Masken, Handschuhen. Das sei unvorstellbar gewesen, sagte ihre Mutter, „das war die vierte Dimension“. 

Corona in Frankreich: Dramatischer Kampf mit dem Tod - 16-jährige Julie ist das jüngste Opfer

Erst wurde noch von „nichts Ernstem“ gesprochen, Corona-Schnelltests verliefen negativ. Doch dann die traurige Wende: Es handelte sich doch um Covid-19*, Julie wurde inzwischen schon auf die Intensivstation im renommierten Pariser Kinderkrankenhaus Necker verlegt.

Am frühen Mittwochmorgen erhielt die Familie dann den Schock-Anruf: „Kommen Sie schnell!“, hieß es. Als Mutter Sabine mit ihrer älteren Tochter Manon im Krankenhaus ankam, war Julie schon tot. „Ihre Haut war noch warm“, sagte ihre Mutter.

Ähnlich dramatisch ist die Situation derzeit in Spanien und Italien. In Österreich bereitet man sich auf weitere einschneidende Maßnahmen vor, während US-Präsident Donald Trump eiskalt bei einer Lüge erwischt wurde.

Corona-Krise in Frankreich: Zahl der Toten schnellt nach oben - Polizei erzählt von absurden Situationen

Update, 20.50 Uhr: Auch Frankreich hat viele Todesopfer durch die heimtückische Lungenkrankheit Covid-19 zu beklagen.

In den Krankenhäusern starben innerhalb von 24 Stunden 299 Menschen mit Coronavirus-Infektion. Damit sei die Zahl der Todesfälle auf 1.995 gestiegen, teilte am Freitagabend der Generaldirektor im Gesundheitsministerium, Jérôme Salomon, mit.

In der Statistik sind jedoch keine Menschen erfasst, die im eigenen Heim oder in Alters- und Pflegeeinrichtungen an Corona gestorben sind, hieß es weiter. Ab Montag werde die Erfassung demnach präziser.

Wegen der Corona-Pandemie gilt in Frankreich seit dem 17. März bis mindestens 15. April eine strenge Ausgangssperre.

Diese Aktion ging nach hinten los. Eine Real-Filiale wollte ihre Kunden mit Klopapier versorgen. Doch diese erheben nun schwere Vorwürfe.

Corona-Krise in Frankreich: NRW nimmt französische Patienten auf

Update, 19.55 Uhr: Nordrhein-Westfalen wird in den kommenden Tagen vier schwerkranke Corona-Patienten aus Frankreich aufnehmen. Das kündigte die Staatskanzlei als Reaktion auf ein Hilfsgesuch aus dem Nachbarland an.

Die französischen Patienten sollen allesamt ins Uniklinikum Essen gebracht werden.

Update, 12.45 Uhr: In Frankreich wurde eine Ausgangssperre wegen der Ausbreitung des Coronavirus‘ verhängt. Doch viele Fragezeichen bleiben. Die Bürger sind verunsichert: Was ist eigentlich noch erlaubt? Aktuell gehen deshalb zahlreiche Anrufe bei der Polizei ein - viele davon lassen einen die Krise für einen Moment vergessen. Denn sie sind ungewollt urkomisch. Eine Frau, die in einer offenen Ehe lebt, fragt: „Kann mein Mann das Wochenende bei seiner Geliebten verbringen?"

Ein Tierfreund macht sich derweil große Sorgen um sein Pferd: "Ein Fremder streichelt mein Pferd - kann er es mit dem Coronavirus anstecken?"

Coronavirus in Frankreich: Polizei erlebt skurrile Storys

In den ersten Tagen sei die Zahl der Anrufe über die Notrufnummer regelrecht explodiert, sagt ein Sprecher der Gendarmerie im Norden Frankreichs der Nachrichtenagentur AFP. "Die Leute rufen wegen allem und nichts an, weil sie sich langweilen. Sie wollen nur reden", erklärt ein weiterer Polizist.

Ein Beamter der Gendarmerie im Département Rhône erzählt von besorgten Nachfragen, ob der Müll trotz der Ausgangssperre noch nach draußen gebracht werden dürfe. Allerdings gebe es auch viele Anrufe mit ernsthaftem Hintergrund. Etliche Menschen berichten demnach, dass ihnen häusliche Gewalt widerfahren sei. 

Einige Franzosen rufen offenbar auch an, um ihren ungeliebten Nachbarn in Schwierigkeiten zu bringen. So berichtet ein Beamter der Gendarmerie im Département Ardèche von einem Anrufer, der sich beschwerte: "Mein Nachbar plaudert mit vielen Menschen und hält sich nicht an die Ausgangssperre."

Absurde Geschichten erleben auch Beamte, die Kontrollen im öffentlichen Raum durchführen, wie ein Beispiel aus der nördlichen Region Picardie zeigt. Dort wurde ein Mann rund 50 Kilometer von seinem Wohnort entfernt angehalten. Der Grund für seine lange Reise sei ausschließlich kulinarischer Natur gewesen. Er sagte, er habe die französische Spezialität Cassoulet besorgen wollen.

Coronavirus in Frankreich: Lage im Elsass „schlimm“ - Paris bittet offenbar die deutsche Bundeswehr um Hilfe.

Corona-Krise in Frankreich: Klinik wendet Triage-Verfahren an

Update 9.23 Uhr: Die Département-Präsidentin von Straßburg, Brigitte Klinkert, erklärt in der Zeitung "Die Welt", dass das Triage-Verfahren bereits seit zwei Wochen praktiziert wird, etwa von den Ärzten am Uniklinikum Straßburg. Patienten über 80, über 75, an manchen Tagen auch über 70 könnten nicht mehr intubiert werden, weil schlicht die Beatmungsgeräte fehlten, sagte die Politikerin. Man könne es gar nicht oft genug sagen, weil sich nicht nur die deutschen Nachbarn, sondern auch die Franzosen außerhalb des Elsass den Ernst der Lage nicht klar machten.

Die Uniklinik Straßburg hat am Donnerstagabend in einer Pressemitteilung, die dem SWR vorliegt, festgestellt, für eine Beatmung sei der Gesamtzustand der Patienten maßgeblich - nicht ausschließlich das Alter. Außerdem habe die Straßburger Uniklinik neue Beatmungsmöglichkeiten geschaffen.

Update, 27 März 2020, 7.03 Uhr: Die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann ist dafür, Frankreich in der Corona-Krise auch die Hilfe der Bundeswehr zukommen lassen.

Corona in Frankreich: Hilfe durch die Bundeswehr?

Sie reagierte damit am Freitag auf einen „Spiegel“-Bericht, wonach die Regierung in Paris in Deutschland um schnelle Hilfe der Bundeswehr ersucht habe. Diese sollte im Rahmen dessen erfolgen, was die Bundeswehr momentan parallel zu Hilfseinsätzen in Deutschland leisten könne, forderte die Politikerin.

„Gerade in Zeiten, wo wir zusehen müssen, wie in Europa Grenzen hochgezogen werden, müssen wir ein besonderes Augenmerk auf die europäische und internationale Zusammenarbeit legen“, so Strack-Zimmermann.

Corona-Krise in Frankreich: 16-Jährige bei Paris gestorben

Update, 20.54 Uhr: Die Lage in Frankreich spitzt sich zu. Die Todesfälle nehmen rasant zu. Innerhalb von 24 Stunden habe es 365 neue Fälle gegeben, sagte Gesundheitsdirektor Jérôme Salomon am Donnerstag (26. März) in Paris. Damit liege die Zahl nun bei 1696. Erstmals sei in Frankreich auch eine Jugendliche unter den Todesopfern. Eine 16-jährige Covid-19-Patientin sei in der Region Paris gestorben, so Salomon.

Den Angaben zufolge befinden sich derzeit 3375 Patientinnen und Patienten mit schweren Krankheitsverläufen auf Intensivstationen. Die Zahl der bestätigten Infektionen ist um rund 4000 Fälle auf 29.155 Fälle gestiegen.

Coronavirus in Frankreich: Lage im Elsass auf der Kippe - Paris bittet offenbar Bundeswehr um Hilfe

München - Erst China, dann Südkorea. Kürzlich Italien und Spanien - und nun Frankreich? Die Coronavirus-Pandemie nimmt immer mehr Länder in die Mangel und stellt diese vor eine bislang nicht bekannte Herausforderung. 

Während sich in China und Südkorea die Lage inzwischen entspannt zu haben schient, steht in Europa offenbar noch das Schlimmste bevor. In Italien und Spanien stößt das Gesundheitssystem an seine Grenzen. Nun droht in Frankreich ein ähnliches Szenario. 

Wegen der Corona-Krise hat Frankreich in Deutschland nach einem Bericht des Spiegel um schnelle Hilfe der Bundeswehr ersucht. Die Regierung in Paris habe in den vergangenen Tagen über militärische und diplomatische Kanäle bei der Bundesregierung angefragt, ob die Bundeswehr wegen der Notlage im Nachbarland schnell aushelfen könne, berichtete das Nachrichtenmagazin am Donnerstag. Das Verteidigungsministerium in Berlin sagte dazu auf Anfrage, ein offizieller Antrag liege nicht vor. 

Dringend benötigt würden laut dem französischen Ersuchen Helikopter zur Verlegung von Corona-Patienten aus besonders betroffenen Regionen in andere Landesteile, heißt es in dem Bericht. Zudem könnte die Bundeswehr bei der Versorgung von Covid-19-Patienten helfen, die derzeit das französische Gesundheitssystem an seine Kapazitätsgrenzen bringen - offenkundig sind also Plätze zur medizinischen Behandlung angefragt. Paris schwebe aber auch ein Einsatz von Einheiten der deutsch-französischen Brigade vor.

Coronavirus in Frankreich: Lage im Elsass „schlimm“ - Paris bittet offenbar Bundeswehr um Hilfe

Aktuell gilt das Elsass als Corona-Epizentrum in Frankreich. Die Lage dort ist schlimm. Unweit von Deutschland entfernt werden alte Corona-Kranke inzwischen nun nicht länger beatmet.

Katastrophenmediziner berichten angesichts der Corona-Pandemie über dramatische Zustände im Elsass. Demnach arbeiten Mediziner an der Universitätsklinik Straßburg auch dann weiter mit Corona-Patienten, wenn sie selbst infiziert sind. Zudem würden über 80-jährige Patienten nicht mehr beatmet. Stattdessen erfolge „Sterbebegleitung mit Opiaten und Schlafmitteln“, schreiben Mitarbeiter des Deutschen Instituts für Katastrophenmedizin in Tübingen in einem Bericht an die baden-württembergische Landesregierung, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Mehrere Medien haben darüber berichtet.

Das Elsass gilt als Frankreichs Epizentrum der Krise. Die deutschen Katastrophenmediziner besuchten die Universitätsklinik in Straßburg am Montag - und schlagen angesichts der Zustände Alarm. Sie berichten in dem Papier von einer „greifbaren Gefahr“ durch das Virus. Unter der Annahme, dass sich die Entwicklung im Elsass bald in Deutschland einstellen werde, sei eine optimale Vorbereitung von „allerhöchster Dringlichkeit“. Die Gefahr durch das Coronavirus mache „weitere konsequente Maßnahmen der Landesregierungen, der Krankenhäuser und der Rettungsdienste in Deutschland“ unabdingbar.

Nadelöhr seien die zu beatmenden Patienten, heißt es in dem Papier. Seit dem Wochenende würden Patienten, die älter sind als 80 Jahre, an der Straßburger Klinik nicht mehr beatmet. So werde auch verfahren mit Patienten in Pflegeheimen in dem Alter, die beatmet werden müssten. Sie sollen durch den Rettungsdienst eine „schnelle Sterbebegleitung“ erhalten. Die Ethikkommission gebe diese Vorgehensweise vor.

Coronavirus in Frankreich - Bericht aus dem Elsass: Patienten über 80 werden nicht mehr beatmet

Die Klinik nahm am Montag dem Bericht zufolge stündlich einen Patienten auf, der beatmet werden muss. 90 Beatmungsbetten standen zu dem Zeitpunkt zur Verfügung. Die Klinik baut ihre Kapazitäten derzeit aus. Patienten zwischen 19 und 80 Jahren werden dort beatmet, wobei nur 3 der 90 Patienten jünger als 50 waren und keine Vorerkrankungen hatten. Am Universitätsklinikum wird pro Tag nur noch eine lebenswichtige Bypass-Operation durchgeführt, es gibt keine Tumor-Chirurgie mehr und keine ambulanten Operationen. Alle Patienten, die gehen können und bei denen es gesundheitlich vertretbar ist, wurden entlassen.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte die an Deutschland grenzenden ostfranzösischen Gebiete Elsass und Lothringen bereits vor rund zwei Wochen als Coronavirus-Risikogebiet eingestuft. Auch die Region Champagne-Ardenne, die eine Grenze mit Belgien teilt, gilt als Risikogebiet. Die drei Gebiete bilden zusammen die Region Grand Est. Sie grenzt an Baden-Württemberg, an das Saarland und an Rheinland-Pfalz. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kündigte bei einem Besuch einer neuen mobilen Armeeklinik am Mittwochabend im elsässischen Mülhausen (Mulhouse) eine Militäroperation zur Unterstützung der Bevölkerung an.

Nach Angaben der regionalen Gesundheitsbehörde der Region Grand Est waren bis Mittwoch 3068 Menschen mit einer Sars-CoV-2-Infektion in Krankenhäusern untergebracht. Fast 651 davon sind Patienten auf Intensivstationen. Seit Beginn der Pandemie wurden in der gesamten Region mehr als 500 Todesfälle verzeichnet. Ein Sonderzug mit 20 Corona-Patienten an Bord verließ am Donnerstag Straßburg Richtung Westfrankreich, um die Intensivstationen in der betroffenen Region zu entlasten.

Der britische Premierminister Boris Johnson ist positiv auf Coronavirus getestet worden. 

dpa/smk

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © AFP / THOMAS SAMSON

Auch interessant:

Meistgelesen

Schwere Störung am Flughafen Frankfurt: Airbus verliert plötzlich dramatisch an Höhe  
Schwere Störung am Flughafen Frankfurt: Airbus verliert plötzlich dramatisch an Höhe  
Frau lässt sich in Pool knipsen - im Hintergrund ist dabei Ekliges zu erblicken
Frau lässt sich in Pool knipsen - im Hintergrund ist dabei Ekliges zu erblicken
Starlink-Projekt: Tesla-Chef Elon Musk verändert den Nachthimmel  - Astronomen warnen
Starlink-Projekt: Tesla-Chef Elon Musk verändert den Nachthimmel  - Astronomen warnen
Mann wähnt sich allein im Büro, als dieses Foto entsteht - später erst merkt er, dass das nicht so war
Mann wähnt sich allein im Büro, als dieses Foto entsteht - später erst merkt er, dass das nicht so war

Kommentare