Pressekonferenz am Morgen

Oster-Vorhersage weit daneben: RKI erklärt neue Theorie und sagt: „Keine Herdenimmunität im Herbst“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, sowie Vertreter des RKI und PEI, gaben am Freitag eine Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland.

  • Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), sowie RKI-Vize Lars Schaade und PEI-Präsident Klaus Cichutek sprachen am Freitag in einer Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage.
  • Spahn stellte erneut die Aufhebung der Impfpriorisierung im Juni in Aussicht. (siehe Update vom 23. April, 10.11 Uhr)
  • Schaade nannte Gründe für die falsche Oster-Prognose des Robert-Koch-Instituts* und kündigte eine neue Prognose an. (siehe Update vom 23. April, 10.29 Uhr)
  • Dieser News-Ticker zur Corona-Pandemie in Deutschland wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 23. April, 11.20 Uhr: Die Pressekonferenz ist beendet.

Update vom 23. April, 11.15 Uhr: „Ich glaube nicht, dass im Herbst eine Herdenimmunität erreicht ist“, erklärt Schaade. Viele Gruppen in Deutschland können oder wollen sich nicht impfen lassen. Man werde durch die Corona-Impfungen allerdings eine Hintergrundimmunität in der Bevölkerung aufbauen. Dadurch würden die Geimpften geschützt und die Viruszirkulation deutlich reduziert. „Das Virus wird in Deutschland auch in den Folgejahren bleiben“, stellt er allerdings klar.

Update vom 23. April, 11.13 Uhr: Nach aktuellem Stand soll es keine Altersbeschränkung beim Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson geben, erklärt Cichutek. Das sei das Ergebnis aktueller Einschätzungen, diese seien aber noch nicht abgeschlossen.

Update vom 23. April, 11.10 Uhr: Spahn erklärt zur Aufhebung der Impfpriorisierung im Juni in Deutschland, dass er zuversichtlich sei. Eine hundertprozentige Sicherheit gebe es jedoch nicht. Allerdings seien insbesondere von Biontech große Liefermengen zugesagt worden. Stand heute sei somit die Aufhebung der Impfpriorisierung im Juni sehr wahrscheinlich, so der Gesundheitsminister. „Das macht mich zuversichtlich“, erklärt Spahn.

Corona in Deutschland: Spahn und RKI geben Einschätzung zur neuen Mutation aus Indien

Update vom 23. April, 11.04 Uhr: Die neue Corona-Doppelmutante in Indien sei nicht allein ursächlich für die dortigen extrem hohen Infektionszahlen. Auch ob es sich um eine Immun-Escape-Variante handelt, sei noch nicht abschließend geklärt. Es gebe in Indien keinen Lockdown und große Veranstaltungen fänden statt, erklärt RKI-Vize Schaade. Die Mutation sei unter Beobachtung, aber er würde sie noch nicht als „besorgniserregend“ einstufen. Es brauche weitere Beobachtungen zur Virus-Variante B.1.617.

Die Ausbreitung in Deutschland müsse dennoch kontrolliert werden. „Wir haben das im Blick“, versichert Schaade. Die Einführung nach Deutschland müsse dennoch kontrolliert werden. Spahn schloss entsprechende Maßnahmen, beispielsweise die Einstufung als Virusvariantengebiet, nicht aus.

Corona in Deutschland: Spahn äußert sich zur Fußball-EM 2021 in München

Update vom 23. April, 11.02 Uhr: „Es ist eine Notbremse“, so Spahn. Die meisten Länder ergreifen „zum Glück“ bereits vor Erreichen der Schwellenwerte Maßnahmen.

Eine Fußball-EM 2021 mit Zuschauern in München sei eine Frage, die ihn beschäftige, sagt Spahn auf Nachfrage. Man sollte nicht zu viele Erwartungen wecken. Eine volle Auslastung schließt er aus. Wenn sich testgestützte Öffnungen bis dahin ergeben würden, seien Zuschauer eventuell möglich. Das Problem sei allerding, dass die Veranstalter das bereits drei Monate im Voraus wissen möchten.

Corona in Deutschland: Spahn äußert sich zu Kritik - Verpasste Vorsorge soll nachgeholt werden

Update vom 23. April, 10.52 Uhr: „Das nehmen wir sehr ernst“, sagt Spahn auf die Frage, ob es bereits Überlegungen gebe, wie man mit weiteren Wellen und möglichen Kollateralschäden durch verschobene Behandlungen und Vorsorgeuntersuchungen umgehen wolle. Der Gesundheitsminister wirbt dafür, dass wichtige Untersuchungen, wie Vorsorgen und andere Impfungen bei Kindern, auch nachgeholt werden.

Im Hinblick auf die Kritik einiger Künstler, sagt Spahn, er habe sich die Videos noch nicht im Detail angeschaut. Ein kritischer Diskurs sei allerdings in der Pandemie vorhanden und auch gewünscht. Er stellte in Aussicht, auch das Gespräch zu suchen, falls das gewünscht ist.

Corona in Deutschland: Spahn und Cichutek werben für Vertrauen in Astrazeneca

Update vom 23. April, 10.48 Uhr: In einer Pandemie sollte man keine rechtlichen Auseinandersetzungen führen müssen, sagt Spahn zu einer möglichen Klage der EU-Kommission gegen Astrazeneca. „Für mich ist prioritär, dass wir kooperativ Impfstoffdosen kriegen“, erklärt der Gesundheitsminister. Gerichtliche Verfahren hätten für ihn derzeit keine Priorität. Zu Verhandlungsdetails und -stände im Hinblick auf den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V möchte Spahn kein Statement abgeben.

Update vom 23. April, 10.42 Uhr: Cichutek wirbt nochmals für Corona-Impfungen mit Astrazeneca. Man könne sich beim Arzt aufklären lassen und selbst über die Impfung entscheiden. Diese Lösung bewertet der PEI-Präsident als „sehr vernünftig“.

Umfragen zeigen, dass es bei Astrazeneca mehr Fragen und Zurückhaltung gebe, erklärt Spahn. Gerade bei Älteren sei dies „unberechtigt“, so der Gesundheitsminister. Viele Millionen Deutsche würden eine schnelle Impfung mit Astrazeneca „sofort annehmen“, ist Spahn sicher.

Update vom 23. April, 10.38 Uhr: Spahn ruft Personen, die regelmäßig mit Kindern zu tun haben, dazu auf, das Impfangebot anzunehmen. Noch gebe es keinen Impfschutz für Kinder und Jugendliche. Daher sei es wichtig, dass die Leute um sie herum geimpft werden, um auch die Kinder zu schützen. „Dafür brauchen wir gute, kluge Lösungen“, so Spahn.

Corona in Deutschland: Oster-Prognose weit daneben - RKI erklärt Theorie

Update vom 23. April, 10.32 Uhr: In Zukunft werde es einige Fragen zu klären geben, erklärt Spahn. Man werde sich über Lockerungen für Geimpfte Gedanken machen. Er stellte die Gleichstellung von Geimpften mit negativ Getesteten in Aussicht. Eine wesentliche Frage sei, ob man jemanden, der vollständig geimpft sei, noch einschränken dürfe, beispielsweise durch Ausgangssperren. Auf der Ministerpräsidentenkonferenz würde man sich dazu noch abstimmen

Update vom 23. April, 10.29 Uhr: RKI-Vize Schaade wird zur Oster-Prognose des RKI befragt. Damals war eine Inzidenz über 300 erwartet worden. Dies sei aufgrund der Einschränkung der Mobilität vieler Menschen über Ostern nicht eingetreten. „Damals war die Situation so, dass wir exponentielles Wachstum erwarten konnten - nun haben sich positive Effekte ergeben“, so Schaade.

„Den Einfluss, den wir jetzt sehen, führen wir schon auf die Entwicklungen um Ostern zurück. Nun steigt die Mobilität wieder zu - wir sehen da schon eine Gefahr“, sagt der RKI-Vize. Er kündigte eine neue Prognose an.

Corona in Deutschland: Die komplette Bundespressekonferenz hier im BR-Video

Corona in Deutschland: PEI-Präsident Cichutek erwartet weitere Impfstoff-Zulassungen

Update vom 23. April, 10.23 Uhr: PEI-Präsident Cichutek versichert, dass wir in Deutschland vier „sehr gute und wirksame“ Corona-Impfstoffe haben. Auch die Daten zum Impfstoff von Johnson & Johnson geben Grund zur Hoffnung. Er machte nochmals darauf aufmerksam, dass die Thrombosen beim Impfstoff von Astrazeneca äußerst selten auftreten.

Weitere Impfstoff-Zulassungen sind noch in diesem Jahr zu erwarten, berichtet Cichutek: Curevac, Novavax, Sputnik V. „Die Geschwindigkeit der Zulassung liegt von der Datenlieferung der Antragssteller ab“, erklärte Cichutek. Im Hinblick auf die Ausbreitung von Virus-Varianten versicherte der PEI-Präsident, dass Anpassungen möglich sind. „Ich freue mich auf vier sehr wirksame Impfstoffe“, fasst Cichutek zusammen.

Corona in Deutschland: RKI-Vize Schaade zu Fallzahlen und Mobilität

Update vom 23. April, 10.18 Uhr: RKI-Vizepräsident Schaade spricht zunächst über die aktuellen Corona-Zahlen in Deutschland. „Die Fallzahlen sind immer noch auf einem zu hohen Niveau“, sagt er. Sie haben sich auf einem hohen Niveau eingependelt. Auch die Intensivstationen füllen sich in fast allen Bundesländern weiter, erklärt der RKI-Vizepräsident. „Seit Ende März gehen auch die Todeszahlen leider nicht weiter zurück. Jede Woche sterben rund 1000 Menschen“, sagt Schaade.

„Wir müssen uns bitte noch weiter einschränken, damit auch diese Personen eine Chance haben, sich impfen zu lassen, bevor das Virus sie erwischt.“ Auch für die Jüngeren und Gesunden sei das Coronavirus nicht harmlos. Auch sie könnten schwere Verläufe erleiden. Auch Langzeitfolgen, wie Long Covid, seien möglich, erklärt Schaade.

Er lobt die Einschränkung der Mobilität vieler Bürger über die Oster-Feiertage. „Dafür möchte ich mich bedanken“, so Schaade. „Damit haben Sie alle das Virus etwas gebremst.“ Es habe sich positiv auf die Zahlen ausgewirkt. „Für Kinder und Jugendliche steht aktuell noch gar kein Impfstoff zur Verfüfung“, so der RKI-Vize weiter. Er bittet um weitere Einschränkungen, auch zum Wohle der Kinder und Jugendlichen. Denn in dieser Altersgruppe sei weiterhin ein Anstieg der Infektionszahlen erkennbar.

Corona in Deutschland: Spahn bekräftigt Aufhebung der Impfpriorisierung im Juni

Update vom 23. April, 10.11 Uhr: Die Impfungen schreiten in Deutschland voran. „Wir werden im Juni die Priorisierung aufheben können“, versicherte Spahn. Das heiße aber nicht, dass man im Juni auch alle Menschen sofort impfen könne. Das werde sich bis in den Sommer hineinziehen, so der Gesundheitsminister.

Die Meldungen über 5 Millionen Dosen, die herumliegen, dementiert er. „Das, was ausgeliefert wird, wird relativ schnell verimpft“, sagt Spahn. Ab morgen trete die bundesweite Notbremse in Kraft. Die Ausgangsbeschränkungen werden nun über Gesetz umgesetzt, aber sie stehen bereits seit März als Instrument parat. „Es gilt jetzt, die dritte Welle zu brechen“, sagt Spahn. Im Sommer sollen alle ein Impfangebot erhalten haben, erklärt er erneut.

Update vom 23. April, 10.05 Uhr: Die Lage sei weiter schwierig, insbesondere auf den Intensivstationen, berichtet Spahn. In manchen Regionen komme es zu deutlichen Engpässen. Das führe zu einer „sehr, sehr hohen“ Belastung des Personals. „Inzidenz und Intensiv hängen miteinander zusammen“, sagt Spahn. Eine hohe Inzidenz habe eine hohe Belastung der Kliniken und Intensivstationen zur Folge. Eine Überlastung soll durch die Maßnahmen vermieden werden.

Update vom 23. April, 10 Uhr: Die Bundespressekonferenz beginnt. Zunächst ergreift Spahn das Wort.

Corona in Deutschland: Bundespressekonferenz zur aktuellen Lage

Update vom 23. April, 9.30 Uhr: Ab 10 Uhr informieren heute Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), RKI-Vizepräsident Lars Schaade und der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), Klaus Cichutek, über die aktuelle Corona-Lage in Deutschland. Wir begleiten die Bundespressekonferenz in unserem News-Ticker.

Die derzeitige Situation in der dritten Welle der Pandemie bleibt weiterhin angespannt. An diesem Freitag tritt das neue Infektionsschutzgesetz offiziell in Kraft, in Kreisen und Städten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 in den vergangenen drei Tagen soll die Bundes-Notbremse ab Samstag automatisch greifen. Am Freitagmorgen meldete das RKI 27.543 Corona-Neuinfektionen und 265 neue Todesfälle. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 164,0 - im Vergleich zum Vortag erneut ein leichter Anstieg (161,1).

Die Corona-Impfkampagne in Deutschland schreitet ebenfalls voran. Nach anfänglichen Schwierigkeiten werden inzwischen durchschnittlich rund 550.000 Dosen täglich verimpft. Bereits gestern kündigte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an, dass die Impfpriorisierung im Juni komplett aufgehoben werden könnte. Darüber sprach Spahn am Donnerstag in einem 30-minütigen Live-Interview bei Instagram mit Deutschlands jüngstem Impfzentrums-Chef*, Liam Klages.

Corona in Deutschland: Pressekonferenz mit Jens Spahn - Erläuterung der Corona-Notbremse

Erstmeldung vom 22. April: Berlin - Die kürzlich beschlossene bundesweite Corona-Notbremse tritt bald in Kraft. Nach dem Beschluss des Bundestags ließ der Bundesrat die Änderung des Infektionsschutzgesetzes passieren. Am Freitag wird sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in einer Pressekonferenz an die Bevölkerung wenden und einen Überblick über die aktuelle Corona*-Lage geben.

Jens Spahn wird am Freitagvormittag bei der Pressekonferenz ein Update geben.

Jens Spahn ist großer Befürworter der neuen Notbremse, auch wenn diese von vielen Seiten kritisiert wird. Der Gesundheitsminister wird die künftige Vorgehensweise wohl genauer erläutern. „Seit Anfang März sind die Instrumente ja alle benannt, aufgeschrieben, eigentlich vereinbart und geeint, inklusive der Ausgangsbeschränkungen“, meinte er in der Sondersitzung des Bundesrats am Donnerstag und nahm damit die Länder in die Pflicht.

„Obwohl Bund und Länder dasselbe wollen, ist bei vielen der Eindruck entstanden, wir würden nicht am selben Strang ziehen in den letzten Wochen“, sagte der CDU*-Politiker. Das neue Gesetz solle dem Eindruck, das einheitliche Handeln sei verloren gegangen, entgegenwirken.

Corona in Deutschland: Gesundheitsminister Spahn will Impf-Priorisierung ab Juni aufheben

Der aktuellen Stand der Impfungen gegen das Coronavirus wird am Freitagvormittag ebenso weit oben auf der Liste stehen. Auch hier hatte Spahn erst mit einer Aussage für Aufsehen gesorgt. Er gehe davon aus, dass die Priorisierung beim Impfen in wenigen Wochen aufgehoben werden kann. Ungefähr die Hälfte der über 60-Jährigen sei mindestens einmal geimpft, meinte Spahn im Bundesrat. Darum gehe er „Stand heute davon aus, dass wir im Juni die Priorisierung werden aufgeben können“. Bis jetzt wurden in Deutschland 6,9 Prozent der Bevölkerung bereits beide Impfdosen verabreicht (Stand 22. April).

Ebenfalls an der Pressrunde teilnehmen werden Prof. Dr. Lars Schaade, Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts sowie Dr. Klaus Cichutek, dem Präsidenten Paul-Ehrlich-Instituts. Die Experten werden sich ebenfalls zu den derzeitigen Umständen äußern. (ajr) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Wolfgang Kumm

Auch interessant:

Meistgelesen

Corona-Vakzin: Novavax - Hohe Wirksamkeit für ersten Protein-Impfstoff?
Corona-Vakzin: Novavax - Hohe Wirksamkeit für ersten Protein-Impfstoff?
Delta-Variante: Neue Corona-Symptome treten auf – Studie überrascht
Delta-Variante: Neue Corona-Symptome treten auf – Studie überrascht
Höchstwert: Mehr Geldautomaten gesprengt
Höchstwert: Mehr Geldautomaten gesprengt
Ex-Polizist räumt Kindesmissbrauch ein
Ex-Polizist räumt Kindesmissbrauch ein

Kommentare