Corona in Deutschland

Erstes Bundesland unter 50er Inzidenz - ein anderes hebt die Priorisierung für alle Impfstoffe in Praxen auf

Das erste Bundesland streicht die Priorisierung für alle Impfstoffe in Arztpraxen. Gesundheitsminister Spahn macht Kindern in Sachen Impfung Hoffnung. Der News-Ticker.

  • In Rheinland-Pfalz und Hamburg treten ab Mittwoch (12. Mai) Lockerungen in Kraft (siehe Update vom 11. Mai, 15.32 Uhr).
  • Mit Schleswig-Holstein rangiert das erste Bundesland unter einer Inzidenz von 50 (siehe Update vom 12. Mai, 9.40 Uhr).
  • Baden-Württemberg hebt die Priorisierung für alle Impfstoffe in Arztpraxen auf (siehe Update vom 11. Mai, 22.32 Uhr).
  • Dieser News-Ticker zur Corona-Lage in Deutschland* ist beendet. Fortan halten wir Sie in diesem Text auf dem Laufendem.

Update vom 12. Mai, 19.21 Uhr: Mehr als jeder Dritte in Deutschland ist mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft - zehn Prozent der Bevölkerung haben inzwischen den vollen Schutz mit einer zweiten Spritze. Nach Angaben des Robert Koch-Institut vom Mittwoch (Stand: 16.15 Uhr) haben nun 28,5 Millionen Menschen mindestens eine erste Impfung bekommen und damit 34,3 Prozent aller Einwohner. Mehr als 8,3 Millionen Menschen haben demnach mittlerweile auch eine Zweitimpfung erhalten. Bei den Zweitimpfung meldete das RKI sogar einen neuen Rekord. 265.564 Menschen erhielten am Dienstag ihre zweite Dosis, bisheriger Rekord waren 223.305 am 5. Mai.

Am Dienstag wurden den Angaben zufolge 1.047.865 Impfungen gemacht. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erläuterte, damit habe es zum dritten Mal mehr als eine Million Impfungen an einem Tag gegeben. Je nach Bundesland variiert die Impfquote. Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften hat das Saarland mit 38,7 Prozent. Sachsen liegt mit 29,8 Prozent leicht hinter den anderen Bundesländern zurück.

Corona in Deutschland: Polizei will am Vatertag verstärkt kontrollieren

Update vom 12. Mai, 18.11 Uhr: Am Vatertag (Donnerstag, 13. Mai) wird die Polizei verstärkt darauf achten, dass die Corona-Regeln eingehalten werden. „Wie an den vorhergehenden Feiertagen wird die Polizei verstärkt die Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen überwachen und am Vatertag insbesondere an beliebten Ausflugsorten präsent sein“, kündigte ein Sprecher des bayerischen Innenministeriums an. Er appellierte an die Vernunft der Menschen. „Wenn man sich die rückläufigen Infektionszahlen anschaut, wird das Licht am Ende des Tunnels immer größer, und da sollte man nicht auf den letzten Metern durch unvorsichtige Vatertagstreffen neue Infektionswellen lostreten.“

„Es spricht natürlich nichts gegen einen Ausflug am Vatertag“, sagte der Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Dietmar Schilff, „aber dieser sollte unbedingt unter Beachtung der Corona-Regeln stattfinden, so dass alle Menschen in Niedersachsen einen friedlichen, sonnigen Himmelfahrtstag genießen können“.

Das Wetter könnte dazu beitragen, dass es dieses Jahr ohnehin ruhiger zugeht. Der Deutsche Wetterdienst erwartet am Donnerstag viel Regen, in den östlichen Mittelgebirgen und am Alpenrand sogar Dauerregen. Nur in der Westhälfte könnte es zwischendrin ein paar Stunden trocken bleiben.

Corona in Deutschland: Zweite Auflage des „Tübinger Modells“ mit Luca-App

Update vom 12. Mai, 16 Uhr: Das Tübinger Modell hatte in den vergangenen Wochen durchaus für Kritik gesorgt, nun geht es mit Hilfe der Luca-App voraussichtlich am kommenden Freitag wieder an den Start. Wie es am Mittwoch aus dem Rathaus der Universitätsstadt hieß, sollen Läden nach dreiwöchiger Pause aufgrund der „Bundesnotbremse“ wieder für Kunden mit einem vereinbarten Termin öffnen. Dies sei möglich, da die Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, im Kreis Tübingen am fünften Tag in Folge unter 150 lag.

Wie beim früheren Tübinger Modellversuchs „Öffnen mit Sicherheit“, sei zum Einkaufen ein tagesaktueller negativer Schnelltest Pflicht. „Im Unterschied zum Modellversuch können die Tagestickets wieder an Auswärtige ausgegeben werden“, heißt es zudem in einer entsprechenden Mitteilung. In Tübingen durften vom 16. März an Einzelhandel, Kino, Theater und anfangs Außengastronomie öffnen. Besucher mussten einen negativen Corona-Test vorweisen, wozu die Stadt Stationen aufgebaut hatte. Von Freitag an sollen die Teststationen wieder ihre Arbeit aufnehmen.

In den Läden gelten die Abstands- und Hygieneregeln mit Begrenzung der Kundenzahl und medizinischer Maske weiterhin. Bei der zweiten Auflage des Tübinger Modells soll die Luca-App zur digitalisierten Kontaktnachverfolgung eine tragende Rolle spielen, wie es aus der Stadt heißt. Wer ein Geschäft betritt, könne sich durch das Scannen eines dort angebrachten QR-Codes mit der Luca-App einchecken und erfülle damit die Terminvereinbarungspflicht. Weitere Datenerhebungen seien dann nicht mehr erforderlich. Gleichwohl könnten Geschäfte auch weiterhin auf telefonische Terminvereinbarung beziehungsweise auf Anmeldungen per E-Mail oder online setzen.

Corona in Deutschland: Fast 1800 Menschen infizieren sich nach Impfung - Köln meldet beunruhigende Zahlen

Update vom 12. Mai, 15.30 Uhr: Eine Impfung sorgt nicht für 100 Prozent Schutz vor einer Corona-Infektion, doch nun häufen sich auffällig viele Fälle in Köln. Fast 1800 Personen sind infiziert, trotz Impfung.

Update vom 12. Mai, 12.50 Uhr: Hausarztpraxen in Baden-Württemberg dürfen ab Montag alle bisher verfügbaren Corona-Impfstoffe ohne Rücksicht auf die staatlich vorgegebene Priorisierung verimpfen. Sie können nun vollständig selbst entscheiden, wer die Impfung gegen das Coronavirus zuerst braucht, nicht wie bisher nur in Bezug auf das Vakzin von Astrazeneca, wie das Sozialministerium in Stuttgart am Mittwoch mitteilte.

In den Impfzentren bleibt die Priorisierung den Angaben nach erhalten, damit dort Menschen mit hohem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf oder mit hohem Ansteckungsrisiko auf jeden Fall zuerst geimpft werden. „Trotz einzelner Drängler impfen wir weiter erfolgreich die Schutzbedürftigen zuerst“, erklärte Minister Manne Lucha (Grüne). Ab Montag zusätzlich dort impfberechtigt sind Menschen aus der Prioritätsgruppe drei, die im Arbeitsalltag einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind, darunter Verkäuferinnen, Busfahrer und andere Berufsgruppen.

Corona in Deutschland: RKI-Präsident Wieler und Jens Spahn informieren auf PK

Update vom 12. Mai, 12.15 Uhr: Nach einem langen harten Corona-Winter verzeichnet Deutschland endlich wieder stabil sinkende Corona-Zahlen, viele Bundesländer preschen aus diesem Grund mit Öffnungen und Lockerungen vor. Doch trotz bundesweit sinkender Inzidenz-Zahlen in der Pandemie hat das Robert Koch-Institut nun zur Geduld gemahnt und vor zu frühen Öffnungen gewarnt. „Bei aller Zuversicht dürfen wir bitte eines nicht vergessen: Diese Pandemie ist ja nicht vorbei“, sagt RKI-Präsident Lothar Wieler am Mittwoch.

Wie der RKI-Chef bei der Pressekonferenz am Mittwoch erklärt, erkranken aktuell nun vor allem die Jüngeren, darunter viele Schülerinnen und Schüler sowie junge Erwachsene. Und es gebe noch immer rund 1000 Todesfälle pro Woche. „Die Situation ist weiter ernst.“

Doch auch erfreuliche Fortschritte seien zu erkennen. „Die Inzidenzen sinken in allen Altersgruppen und in allen Bundesländern“, sagte Wieler. Sie nähern sich der Schwelle von 100. Ein Drittel der Bundesbürger habe inzwischen mindestens eine Impfdosis erhalten. Einer von zehn sei bereits vollständig geimpft - darunter vor allem die Älteren. „Die Impfquote allein reicht aber noch nicht aus“, betonte Wieler. Um die Pandemie zu beenden, müssten 80 Prozent der Bevölkerung die Infektion entweder durchgemacht haben oder geimpft sein. „Wenn wir zu früh öffnen, würde sich das Virus wieder verbreiten“.

Corona in Deutschland: Erstes Bundesland unter 50er Inzidenz

Update vom 12. Mai, 9.40 Uhr: Es waren dramatische Vorhersagen, die Experten für die dritte Welle prognostiziert hatten. Nachdem die Lage in den vergangenen Monaten tatsächlich angespannt, viele Todesfälle und schwer erkrankte Personen verzeichnet worden waren, zeichnet sich nun langsam eine Entspannung der Corona-Lage in Deutschland ab. Das wird auch durch den aktuellen Lagebericht des Robert Koch-Instituts deutlich. Nachdem die Gesundheitsämter dem RKI bereits rund 3100 Neuinfektionen weniger als vor sieben Tagen gemeldet hatten, zeigt sich eine deutlicher Entspannung auch bei der für viele Experten und Politiker relevanten 7-Tage-Inzidenz.

Mit einer Inzidenz von 168 verzeichnet Thüringen aktuell noch immer die meisten Fallzahlen auf 100.000 Einwohner bezogen. Auch Sachsen (Inzidenz von 144) und Baden-Württemberg (Inzidenz von 132) melden täglich hohe Infektionszahlen. Doch Schleswig-Holstein vermeldet durch die aktuell verzeichneten Corona-Zahlen einen ersten Lichtblick. Mit einer 7-Tage-Inzidenz von 49 verzeichnet das Bundesland aktuell nicht nur die niedrigste bundesweite Inzidenz, das Bundesland unterschreitet damit als erstes Land die 50-er-Inzidenz-Grenze.

Corona in Deutschland: RKI meldet aktuelle Zahlen

Update vom 12. Mai, 8.02 Uhr: Das RKI meldet an diesem Mittwochmorgen 14.909 registrierte Corona-Neuinfektionen sowie 268 neue Todesfälle an oder mit Covid-19. Das sind rund 3100 weniger Ansteckungen als vergangenen Mittwoch. Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz ist von 115,4 am Vortag auf 107,8 gesunken. Sie ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen.

Update vom 11. Mai, 22.32 Uhr: In Baden-Württemberg dürfen niedergelassene Ärzt:innen ab dem 17. Mai selbst entscheiden, wem sie welchen Corona-Impfstoff verabreichen. Die Priorisierung soll in Hausarztpraxen für alle Vakzine aufgehoben werden. Den gemeinsamen Beschluss des Sozialministeriums und der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg bestätigte das Ministerium der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ (Mittwoch).

Die Mediziner:innen können ab kommenden Montag alle Personen über 16 beziehungsweise 18 Jahren impfen, sofern Impfstoff verfügbar ist. Zugleich werde in den Impfzentren die gesamte in der Corona-Impfverordnung aufgeführte Prioritätengruppe 3 geöffnet, hieß es weiter.

Rheinland-Pfalz beschließt dreistufigen Öffnungsplan

Update vom 11. Mai, 15.32 Uhr: In Rheinland-Pfalz hat die Landesregierung einen dreistufigen Öffnungsplan beschlossen. Am Dienstagmorgen lag die 7-Tage-Inzidenz in dem Bundesland laut RKI bei 98,0. Bei dem Drei-Stufen-Plan handele es sich um „vorsichtige und gute Schritte, die uns Hoffnung machen“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Dienstag.

Bereits am Mittwoch (12. Mai) trete die erste Stufe in Kraft, erklärte Dreyer. Bei einer konstanten Inzidenz unter 100 an fünf Werktagen in Folge, darf der Einzelhandel wieder öffnen. Laut SWR benötigen Kunden für den Einkauf keinen Test mehr. Ab dem 21. Mai sollen dann wieder Kulturveranstaltungen möglich sein. In Kommunen mit einer Inzidenz unter 50 soll ab dem 2. Juni auch die Gastronomie im Innenbereich öffnen dürfen.

Corona in Deutschland: Ausgangssperre entfällt ab Mittwoch in Hamburg

Ab Mittwoch (12. Mai) fällt auch in Hamburg eine Corona-Maßnahme weg - und zwar die nächtliche Ausgangssperre. Innensenator Andy Grote (SPD) sprach am Dienstag von „einer kleinen Zeitenwende“, die sich die Hamburger:innen hart erarbeitet hätten. Voraussetzung für die Aufhebung der Ausgangssperre waren fünf Werktage mit einer 7-Tage-Inzidenz unter 100. Am Dienstag lag der Wert laut Zahlen der Stadt bei 78,2 - laut RKI sogar bei 72,9 - und damit bereits den siebten Tag in Folge unter 100.

Corona in Deutschland: Berlin startet mit Lockerungen der Maßnahmen

Update vom 11. Mai, 14.32 Uhr: Das Land Berlin will ab dem 17. Mai mit ersten Lockerungen der Corona-Maßnahmen beginnen. „Insgesamt, obwohl wir noch nicht über den Berg sind, ist es eine Situation, wo man wirklich Licht am Ende des Tunnels sieht“, erklärte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Dienstag. Nachdem die 7-Tage-Inzidenz in Berlin am Montag wieder knapp über 100 gestiegen ist, sah der Berliner Senat am Dienstag wieder einen Abwärtstrend. „Wir gehen davon aus, dass es auch so weitergehen wird“, zeigte sich Müller optimistisch.

Ab dem 17. Mai sollen zunächst Kitas in einen eingeschränkten Regelbetrieb zurückkehren, wie der Regierende Bürgermeister ankündigte. Sollte ab dem 19. Mai die Bundes-Notbremse nicht mehr greifen, fielen auch die Ausgangssperren weg. Zudem solle dann auch im Bereich des Sports wieder mehr ermöglicht werden, so Müller.

Darüber hinaus soll zu Pfingsten ab dem 21. Mai die Außengastronomie wieder öffnen. Der Besuch sei mit entsprechenden Hygienekonzepten und einem negativen Testnachweis oder einer Impfbestätigung möglich, erklärte Müller. Er warnte allerdings vor Sorglosigkeit aufgrund der sinkenden Zahlen. „Es wäre wirklich eine schlimme Situation, wenn wir durch unbesonnenes Verhalten sehr schnell wieder in eine Situation kommen, wo die Inzidenzen steigen“, mahnte Müller.

Corona in Deutschland: Inzidenz in Berlin sinkt am Dienstag wieder unter 100

Update vom 11. Mai, 13.32 Uhr: Es ist ein Auf und Ab in Berlin. Fünf Tage muss die 7-Tage-Inzidenz hier unter 100 liegen, dann darf am zweiten Arbeitstag danach gelockert werden. Am Montag war sie jedoch auf 100,8 gestiegen - und der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) stellte daher Lockerungen erst ab Mitte nächster Woche in Aussicht.

An diesem Dienstag lag der Wert laut RKI* aber wieder bei 93,7, und der Berliner Senat wollte laut Tagesspiegel seinen Kurs beraten, sollte die Bundes-Notbremse in absehbarer Zeit in Berlin nicht mehr greifen. Das wäre nach jetzigem Stand der 19. Mai.

Corona-Impfung in Deutschland: Spahn macht Kindern und Jugendlichen Hoffnung

Update vom 11. Mai, 13.06 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält es für möglich, dass bis zum Ende der Sommerferien den 12- bis 18-Jährigen in Deutschland ein Impfangebot gemacht wird. Wichtige Voraussetzung dafür sei allerdings die Zulassung von Corona-Impfstoffen für Jugendliche. Laut EMA sei dies „Ende Mai, Anfang Juni“ möglich, sofern nichts Unvorhergesehenes passiert, erklärte Spahn am Dienstag im Deutschlandfunk.

Mit den Ländern sei vereinbart, dass die Corona-Impfungen für Jugendliche dann etwa durch Reihenimpfungen in Schulen oder durch eine Einladung in die Impfzentren umgesetzt werden. Bis zum Ende der Sommerferien könnten so alle 12- bis 18-Jährigen ein Angebot bekommen und mindestens eine Impfung, idealerweise beide, erhalten, machte Spahn Hoffnung. Das könne zu einem normaleren Beginn des Schulbetriebs nach den Sommerferien führen.

Corona in Deutschland: Rund ein Drittel der Bevölkerung mindestens einmal geimpft

Aktuell sei etwa ein Drittel der Deutschen mindestens einmal geimpft. Das Impftempo steige und die Inzidenz sinke. „Wenn wir das gemeinsam durchhalten, dann kann das ein guter Sommer werden“, so Spahn. Gerade im Juni werde es nochmal deutlich mehr Impfdosen geben. Es gebe daher Grund zur Zuversicht aber es sei auch wichtig, nicht übermütig zu werden. „Sonst holt uns das viel zu schnell wieder ein“, mahnte der Bundesgesundheitsminister weiter.

Corona in Deutschland: Kochsalzlösung „verimpft“ - 22 Personen müssen noch einmal ran

Update vom 11. Mai, 11.10 Uhr: Ende April war bekannt geworden, dass eine Impfzentrum-Mitarbeiterin im niedersächsischen Landkreis Friesland eingeräumt hatte, sechs Spritzen mit Kochsalzlösung statt mit Corona-Impfstoff befüllt zu haben. Laut Angaben der Behörden sei ihr beim Anmischen des Impfstoffs ein Fläschchen des Biontech-Vakzins heruntergefallen. Durch das Auffüllen mit der Kochsalzlösung habe die Mitarbeiterin dies vertuschen wollen.

Der Landkreis Friesland führte daraufhin in der vergangenen Woche Antikörpertests bei insgesamt 119 Personen durch, wie der NDR berichtet. Bei 97 Personen konnten Antikörper festgestellt werden, teilte eine Sprecherin des Kreises mit. 22 Menschen, bei denen keine Antikörper zu erkennen waren, sollen demnach bereits am Mittwoch (12. Mai) eine erneute Corona-Impfung erhalten.

Unter den 22 betroffenen Personen seien höchstwahrscheinlich auch die sechs, die eine Kochsalzlösung erhalten haben, erklärte Henning Fründt, Leiter des Impfzentrums im Landkreis Friesland, gegenüber dem NDR. Experten hatten bereits zuvor damit gerechnet, dass bei mehr als nur den sechs mit Kochsalzlösung „geimpften“ Personen keine Antikörper nachgewiesen werden können. Die Corona-Impfung habe vor rund drei Wochen stattgefunden und bei einigen Personen dauere es eben länger, bis sich Antikörper bilden. Die Gesamtzahl von 22 sei daher völlig im Rahmen und eine erneute Impfung der Betroffenen ungefährlich, so Fründt.

Bei den Testungen im Landkreis Friesland konnten bei insgesamt 22 Personen keine Antikörper festgestellt werden.

Corona in Deutschland: RKI meldet erneut sinkende Inzidenz

Update vom 11. Mai, 6.30 Uhr: Wie das Robert-Koch-Institut am Dienstagmorgen bekannt gab, wurden binnen eines Tages 6125 Corona-Neuinfektionen bei den Gesundheitsämtern gemeldet, vor einer Woche lag der Wert noch bei 7534. Der bundesweite Inzidenzwert sinkt somit weiter und liegt derzeit bei 115,4, in der Vorwoche lag er bei 141,1.

Zudem wurden 283 neue Todesfälle gemeldet, was ebenfalls einen Rückgang im Vergleich zur vergangenen Woche bedeutet, vor sieben Tagen waren es 315 Tote. Damit stieg die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer Corona-Infektion gestorben sind, auf 85.112.

Corona in Deutschland: Krankenstand fällt auf Rekordtief

Erstmeldung vom 11. Mai:
Berlin - Werden während der Corona-Pandemie weniger Menschen krank? Die Techniker Krankenkasse meldete für das erste Quartal eine ausgefallene Arbeitszeit von 3,8 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit 13 Jahren. Insbesondere Erkältungskrankheiten seien stark zurückgegangen. Ausfälle wegen Covid-19-Erkrankungen spielten hingegen kaum eine Rolle.

Werden die Menschen in Deutschland seltener krank? Zumindest werden weniger Krankheitsausfälle gemeldet. (Symbolfoto)

Insgesamt verzeichnete die TK im ersten Quartal 1,08 Millionen Krankschreibungen, davon 9381 aufgrund von Covid-19*. Auch die AOK berichtet von einem Rückgang (5,1 Prozent im Vergleich zu 6,6) Bei der Barmer Krankenkasse waren im ersten Quartal 18 Prozent der Versicherten zwischen 15 und 64 mindestens einen Tag krankgeschrieben - im Vorjahresquartal hatte der Anteil noch bei 30 Prozent gelegen.

Experten führen den Rückgang insbesondere auf das peniblere Beachten von Hygieneregeln* zurück. „Es zeigt sich, dass die Abstands- und Hygieneregeln sowie die eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten auch die Verbreitung anderer Infektionserreger verhindern“, sagte TK-Chef Jens Baas. Die Grippewelle sei ausgeblieben. Zuletzt war auch der Absatz von rezeptfreien Erkältungsmitteln eingebrochen. Die Apothekervereinigung ABDA hatte das ebenfalls auf die Corona-Maßnahmen zurückgeführt.

Corona: „Weniger Krankmeldungen bedeuten nicht automatisch, dass tatsächlich weniger Beschäftigte krank waren“

Entscheidend sei laut Beobachtern auch die fehlende Mobilität. Die simple Rechnung: Je seltener man mit Menschen in Kontakt komme, desto weniger trifft man auch auf kranke Personen. Eine weitere Rolle für den niedrigen Krankheitsstand spiele auch die Angst vor einer (Corona-)Infektion, weswegen viele Beschäftigte auf einen Arztbesuch verzichten würden.

Wie sind die Zahlen nun zu interpretieren? Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sieht ein entscheidendes Problem. „Weniger Krankmeldungen bedeuten nicht automatisch, dass tatsächlich weniger Beschäftigte krank waren“, sagte Vorstandsmitglied Anja Piel. Bereits vor der Pandemie* sei ein Großteil der Beschäftigten zur Arbeit gegangen, obwohl sie sich krank fühlten. Wer jetzt keinen Arbeitsweg mehr habe, sehe sich im Homeoffice eher verpflichtet, trotz leichter Erkrankung zu arbeiten. Langfristig erhöhe sich dadurch das Risiko chronischer Erkrankungen.

Corona in Deutschland: 6922 Neuinfektionen, R-Wert unter 1, Inzidenz bei 119

Während die Krankmeldungen offenbar zurückgehen, bleibt die Corona-Lage in Deutschland weitestgehend stabil. Am Montag (10. Mai) meldete das Robert Koch-Institut* 6922 Corona-Neuinfektionen und damit rund 2100 weniger als vor sieben Tagen. An Montagen sind die Infektionszahlen allerdings nicht vollends repräsentativ, da einige Gesundheitsämter am Wochenende keine Zahlen melden.

Die Reproduktionszahl* wird vom RKI mit 0,88 angegeben (Vortag: 0,90), die Sieben-Tage-Inzidenz* liegt bei 119 Fällen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Aktuell rangieren sechs Bundesländer unter der für Lockerungen angepeilten 100er-Grenze. Schleswig-Holstein (51), Hamburg (75), Niedersachsen (85) Mecklenburg-Vorpommern (87), Brandenburg (88) und Bremen (99). In diesem News-Ticker zur Corona-Lage in Deutschland halten wir Sie zu allen Informationen auf dem Laufenden. (as/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © dpa/Frank Molter

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