Pandemie im Freistaat

Corona: Bayern lockert Regelung für Geimpfte - München-Inzidenz klettert weiter, Stadt verkündet neue Kita-Regeln

Die Corona-Lage bleibt angespannt. Der Lockdown in Bayern wird im Einzelhandel und in den Schulen wohl bald strikter.

  • Die Corona*-Zahlen steigen, eine bayerische Stadt war Deutschlands Hotspot Nummer 1 (siehe Erstmeldung).
  • Die Inzidenz in München ist weiter gestiegen, die Stadt hat nun mitgeteilt, was das für Schulen und Kitas bedeutet (siehe Update vom 16. April, 10.24 Uhr).
  • Der Lockdown in Schulen und Einzelhandel wird in Bayern strikter (siehe Update vom 16. April, 12 Uhr).
  • Dieser Ticker ist beendet, alle weiteren Nachrichten zur Pandemie in Bayern gibt es im neuen News-Ticker.

++++++++++ DieserTicker ist beendet - Alle weiteren Infos zur Corona-Lage in Bayern gibt es hier++++++++++++

Update vom 16. April, 12.00 Uhr: Bayern steuert in der nächsten Woche wegen weiter steigender Corona-Zahlen auf einen härteren Lockdown in Schulen und Einzelhandel zu. Am Freitag waren nur noch die drei Landkreise Miltenberg, Tirschenreuth und Lindau sowie die kreisfreie Stadt Bamberg unterhalb einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100, wie aus der Statistik des Robert-Koch-Instituts hervorgeht. Der Landesdurchschnitt betrug 180,4 und lag damit klar über dem Bundesdurchschnitt von 160. Die Stadt Hof ist nicht mehr Spitzenreiter, sondern wurde von Greiz (Thüringen) als Top-Hotspot in Deutschland abgelöst.

Für viele bayerische Landkreise und kreisfreie Städte sind damit die Bedingungen erfüllt, dass von Montag an im Zuge der Notbremsen-Regelung die Schulen weitgehend auf Distanzunterricht umstellen müssen. Ausnahmen sind Abschlussklassen, die 4. Klassen sowie die 11. Klassen am Gymnasium. München hatte eine entsprechende Regelung bereits am Freitagmorgen angekündigt (siehe vorheriges Update). Unabhängig von der noch nicht beendeten Diskussion über Schulöffnungen bis zu einer Inzidenz von 200 auf Bundesebene* gilt in Bayern derzeit die 100er-Grenze, von welcher an die Notbremse bei den Schulen gezogen wird.

Im Einzelhandel erfüllten am Freitag 23 Kreise die Bedingungen für eine komplette Schließung in der nächsten Woche - also eine Sieben-Tage-Inzidenz über 200 für mindestens drei Tage am Stück. Die Regeln im Überblick finden Sie hier.*

Corona: Bayern lockert Regelung für Geimpfte - München-Inzidenz klettert weiter, Stadt verkündet neue Kita-Regeln

Update vom 16. April, 10.24 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz in München ist weiter gestiegen und liegt am Freitag bei 158,5 (siehe vorheriges Update). Was das für die Kitas und Schulen in der Landeshauptstadt bedeutet, hat die Stadt nun auf Twitter mitgeteilt: Da die Inzidenz über 100 liegt, gehen alle Kitas kommende Woche in die Notbetreuung und viele Schulen in den Distanzunterricht. Ausnahmen gelten für Abschlussklassen, 4. Klassen sowie die 11. Jahrgangsstufe.

Corona in Bayern: München-Inzidenz steigt wieder

Update vom 16. April, 6.07 Uhr: Tagelang war die Stadt Hof Deutschlands Corona-Hotspot Nummer 1, nun gab es einen Wechsel an der Spitze. Der thüringische Landkreis Greiz führt die Hotspot-Liste mit einer Inzidenz von 474,3 an. Die Stadt Hof belegt Platz zwei (460,4), der Landkreis Hof folgt auf Platz vier (390,3). Der Landkreis Dingolfing-Landau (368,2) hat die sechsthöchste Inzidenz in Deutschland.

In der Landeshauptstadt München liegt der Wert bei 158,5 (Vortag: 154,3). Ganz Bayern kommt auf eine Inzidenz von 180,4.

Corona in Bayern: Söder-Minister nennt Lockerung für Geimpfte - Quarantäne-Regel fällt

Update vom 15. April, 18.16 Uhr: Geimpfte müssen in Bayern auch nach engem Kontakt mit Corona-Infizierten nicht mehr in Quarantäne. Eine neue Allgemeinverfügung mit dieser Erleichterung ist am Donnerstag in Kraft getreten, wie Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sagte.

Keine Quarantänepflicht gebe es jetzt für Geimpfte ab dem 15. Tag nach ihrer abschließenden Impfung sowie für Menschen, die in den letzten sechs Monaten infiziert waren. Wenn die Infektion länger zurückliege, aber der Mensch geimpft wurde, müsse er ebenfalls nicht in Quarantäne. All diese Personengruppen seien den Erfahrungen und den Erkenntnissen des Robert-Koch-Instituts zufolge kaum infektiös. Alle anderen „engen Kontaktpersonen bestätigter Fälle“ müssen unverzüglich für 14 Tage in häusliche Quarantäne und dürfen diese weder verlassen noch Besuch empfangen.

Update vom 15. April, 12.20 Uhr: Die bayerische Stadt Hof bleibt Deutschlands Corona-Hotspot Nummer 1 (siehe Erstmeldung). Nun unterstützt die Bundeswehr dort beim Impfen. Das Personal werde in den bestehenden Zentren und bei den mobilen Impfteams helfen, sagte Landeskommando-Sprecher Carsten Spiering am Donnerstag. So sollen die Impfzeiten auf 7 bis 23 Uhr ausgeweitet werden. Die Bundeswehr werde aber in Hof nicht wie etwa im Saarland ein eigenes Zentrum betreiben, das rund um die Uhr impfe, betonte der Sprecher.

Corona in Bayern: Landtagsabgeordnete müssen künftig während der Sitzung Maske tragen

Bayerns Landtagsabgeordnete müssen künftig auch während der Sitzungen eine FFP-Maske* zum Schutz vor Corona-Infektionen tragen. Die Anordnung gelte vom 19. April an, es werde jedoch darum gebeten, sie sofort zu erfüllen, sagte Landtagspräsidentin Ilse Aigner zum Auftakt der Plenarsitzung am Donnerstag. Bereits am Donnerstag tagte das Parlament mit einer reduzierten Zahl von Abgeordneten.

„Wir alle müssen unser Möglichstes tun, um das Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus zu minimieren“, sagte die Politikerin. Die aktuell vorherrschende britische Virusmutante* sei um ein Vielfaches ansteckender. „Bei einem Corona-Fall müssten daher möglicherweise viele Abgeordnete sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Quarantäne - trotz Abstand und Lüftung. Dieses Risiko müssen wir für das Parlament als Verfassungsorgan so weit wie möglich reduzieren“, betonte Aigner.

Holetschek: Diskussion über Lockerungen nicht nachvollziehbar

Update vom 15. April, 11.28 Uhr: Klaus Holetschek hat Diskussionen um weitere Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen angesichts galoppierender Infektionszahlen eine scharfe Absage erteilt. „Das ist eine Diskussion, die ich persönlich nicht nachvollziehen kann“, sagte Bayerns Gesundheitsminister am Donnerstag im Landtag in München.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Bayern habe am Donnerstag bei 5458 gelegen, gegenüber 3973 vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz betrug 178,4. Wenn die Entwicklung so weitergehe, dann würden Höchststände bei der Belegung von Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeiten überschritten.

Aktuell seien 703 Betten mit Beatmungsmöglichkeit belegt, 43 Prozent mehr als vor drei Wochen. Die bisherige Höchstauslastung lag bei 822 ausgelasteten Betten auf dem Höhepunkt der zweiten Welle am 3. Januar dieses Jahres. Jeder zweite beatmete Patient sterbe. „Die Pflegekräfte kämpfen auf diesen Stationen um jedes Leben“, sagte Holetschek.

Corona-Krise verschärft Meinungsverschiedenheiten in Bayerns Regierung

Update vom 15. April, 10.26 Uhr: Die Corona-Krise verschärft die Meinungsverschiedenheiten in der bayerischen Regierung: Nachdem die Freien Wähler Verfassungsbeschwerde gegen die geplante „Bundes-Notbremse“ einlegen wollen, verteidigte Gesundheitsminister Klaus Holetschek die darin vorgesehenen Ausgangssperren: Die Beschränkungen seien ein wichtiges Mittel, um die dritte Corona-Welle unter Kontrolle zu bringen. Das sagte der CSU-Politiker der Augsburger Allgemeinen (Donnerstag). „Wir brauchen einen spürbaren und dauerhaften Rückgang der Infektionszahlen und müssen unser Gesundheitssystem vor einer Überlastung schützen.“

Auch von wissenschaftlicher Seite werde die Effektivität der Ausgangsbeschränkungen überzeugend bestätigt, sagte Holetschek. „Die erste Welle der Pandemie hat gezeigt, dass zuverlässig eingehaltene kontaktreduzierende Maßnahmen zusammen mit einem strikten Containment maßgeblich zur Eindämmung der Pandemie beitragen.“

Corona in Bayern: Freie Wähler wollen „Bundes-Notbremse“ kippen lassen

Die Koalitionspartner von den Freien Wählern hingegen wollen die „Bundes-Notbremse“ in Karlsruhe kippen lassen. „Mit einer Änderung des Infektionsschutzgesetzes will Kanzlerin Angela Merkel und die schwarz-rote Bundesregierung die Länder in ihren Kompetenzen beschneiden“, hatte Parteichef und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger am Mittwochabend gesagt. Ohne eine zeitliche Befristung könnte die geplante Ausgangssperre um 21 Uhr womöglich monatelang gelten. Dies sei „grotesk und gefährlich“, erklärte Aiwanger in einem Interview mit Merkur.de.*

Bayerische Stadt bleibt Deutschlands Corona-Hotspot - Wirbel um neue Regel: „Können wir nicht vermitteln“

Erstmeldung vom 15. April, 9.42 Uhr: München - Die Corona*-Zahlen steigen. Bundesweiter Hotspot bleibt die bayerische Stadt Hof mit einer Sieben-Tage-Inzidenz* von 567,4. Der Landkreis Hof folgt mit einem Wert von 474,7 auf Platz drei. Auch in der Landeshauptstadt München geht die Inzidenz weiter nach oben. Lag die Inzidenz am Vortag noch bei 147,1, meldete das Robert-Koch-Institut (RKI*) am Donnerstag einen Wert von 154,3. Die Inzidenz für ganz Bayern liegt bei 178,4.

Corona in Bayern - Wirbel um neue Regel: „Können wir nicht verständlich vermitteln“

Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen will die Bundesregierung um Kanzlerin Angela Merkel strengere Regeln. Die von der Regierung beschlossene Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes hat auch Auswirkungen auf Trauerfeiern. Und die sind aus Sicht von Bestattern nicht hinnehmbar.

Sie kritisieren eine geplante Teilnehmerbeschränkung bei Trauerfeiern. „Nach den Erfahrungen der letzten Monate, mit den unterschiedlichsten Regelungen je Bundesland, können wir diese pauschale Zahl von 15 Personen, ohne jegliche Differenzierungsmöglichkeiten und Berücksichtigung der jeweiligen lokalen Gegebenheiten, nicht nachvollziehen und auch gegenüber den trauernden Angehörigen nicht verständlich vermitteln.“ Das sagte der Vorsitzende des Bestatterverbandes Bayern, Ralf Michal, in Schweinfurt.

Bei Corona-Inzidenz über 100: Nur 15 Personen bei Trauerfeiern erlaubt

Die von der Bundesregierung beschlossene Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes beinhalte, dass bei einer Inzidenz von mehr als 100 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen maximal 15 Menschen bei einer Bestattung dabei sein dürften. „Das würde in der Praxis bedeuten, dass manche Familie nicht mal die eigenen Kinder und Enkel mit zur Trauerfeier nehmen dürften“, sagte Michal, der auch Vizepräsident des Bundesverbandes Deutscher Bestatter ist. „Auch Geschwister des Verstorbenen wären dann gegebenenfalls nicht bei der Beerdigung zugegen.“

Angehörige befänden sich nach dem Tod eines geliebten Menschen in einer Ausnahmesituation, wie Michal betonte. „Die vorgesehene starke Begrenzung der Trauergäste und eine damit einhergehende Ausgrenzung von Angehörigen würde zu massiven Irritationen und großem Unverständnis führen.“ Pro Tag sterben seinen Angaben zufolge 2500 Menschen in Deutschland. „Im Sinne der an und mit Covid-19 Verstorbenen und deren Angehörigen sowie aller aktuell täglich stattfindenden Trauerfeiern muss dieser Umstand berücksichtigt werden.“ Der Bestatterverband fordert darum, die Beschränkung auf 15 Teilnehmer müsse zurückgenommen werden. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Nicolas Armer/dpa/dpa-Bildfunk

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