Film erstmals im Free-TV

Ein Penis bei Arielle? Das steckt dahinter

Arielle, die Meerjungfrau
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Free-TV-Premiere: Disneys "Arielle - die Meerjungfrau" läuft nach 25 Jahren erstmals im frei empfangbaren Fernsehen. Am 29. Dezember um 20.15 Uhr auf RTL.

Diese Gerücht hält sich hartnäckig im Netz: Bei "Arielle, die Meerjungfrau" soll ein Penis auf dem Filmcover versteckt sein! Das steckt wirklich dahinter.

Wer meint, im falschen Film zu sein, weil er die Wörter Arielle und Penis hier in einem Satz liest, sollte die Kombination einfach mal bei Google eingeben. Schon zeigt die Suchmaschine unzählige Seiten an, die sich mit der Frage beschäftigen, ob auf dem Filmcover von "Arielle, die Meerjungfrau" ein erigierter Penis versteckt ist. Und nein: Dabei handelt es sich nicht um Pornoseiten. So befasst sich auch die seriöse Film-Seite "ScreenCrush" damit. Seit knapp 25 Jahren gibt es dieses Gerücht nun schon. Zunächst war es ein Thema für amerikanische Zeitungen. Seit Mitte der Neunziger verbreitet es sich auch im Netz. Manche Seiten wollen einem sogar weismachen, dass Disney in allen Trickfilmen unterschwellige Botschaften verstecke.

Aber mal langsam! Im Fall von Arielle geht die Penis-Geschichte so: Als ein Zeichner das Filmplakat von "Arielle, die Meerjungfrau" entwarf, soll er von Disney erfahren haben, dass der Konzern ihn zum Ende des Arielle-Projektes rauswerfen werde. Aus Rache habe er den Disney-Leuten einen Penis auf das Cover des VHS-Videos gemalt, den man erst beim zweiten Hinsehen erkennt. Konkret soll es sich um einen der Türme des Schlosses im Hintergrund handeln. Und tatsächlich: Schaut man genauer hin, so erinnert dieser stark an einen erigierten Penis. Ja sapperlot! Und die Tatsache, dass das Schloss mit dem Penis-Turm heute nicht mehr auf dem Cover der Arielle-DVD zu sehen ist, verleiht dem Gerücht natürlich noch mehr Glaubwürdigkeit. Ein Großaufnahme des Turmes auf dem Arielle-VHS-Cover findet man auf dieser Seite.

1990 sorgte eine Amerikanerin namens Michelle Couch für Aufsehen, als sie sich bei Disney und der Supermarktkette Bashas über das Videocover mit dem vermeintlichen Penis beschwerte. Der Supermarkt verbannte die Videos sogar kurzzeitig aus seinen Filialen. Bald verbreitete sich die Geschichte mit dem Arielle-Penis über Zeitungen und Radiosender.

Doch was steckt wirklich dahinter? Das Internet-Portal Snopes.com, das sich der Aufklärung von wilden Gerüchten im Netz und von modernen Legenden verschrieben hat, führte bereits eine umfangreiche Recherche zu dem Thema durch. Snopes.com machte sogar den Zeichner ausfindig, der das Filmplakat damals entwarf. Der versicherte dem Portal, dass er niemals fest bei Disney angestellt gewesen sei. Vielmehr habe er auf freier Basis für den Konzern das Plakat sowie Merchandising-Produkte zu Arielle gestaltet. Zudem sei er auch nicht gefeuert worden und habe somit gar keinen Grund für eine Racheaktion gehabt.

Penis bei Arielle? Das sagt dem Maler des Filmcovers

Und wie entstand der penisförmige Turm? Wie der Künstler Snopes.com berichtet, habe er beim Malen des VHS-Covers ziemlich unter Zeitdruck gestanden. So habe er einige Details im Hintergrund recht schludrig gestaltet ("so gegen vier Uhr morgens"). Zwar räumt der Zeichner ein, dass der Turm tatsächlich etwas an einen Penis erinnere. Allerdings wurde ihm das erst so richtig bewusst, als er von einem Mitglied der Jugendgruppe seiner Kirche darauf angesprochen wurde. Dieser hatte im Radio vom angeblichen Penis-Turm auf dem Arielle-Cover gehört. Peinlich!

Für Snopes.com steht jedenfalls fest: Das Gerücht mit dem versteckten Penis auf dem Arielle-Cover ist definitiv falsch. Um sicher zu gehen, dass es deswegen künftig nicht mehr zu Irritationen kommt, verschwand das Schloss bei allen folgenden Arielle-Plakaten und Filmcovern.

Übrigens: Erst am 29. Dezember 2014 lief der Film erstmals im Free-TV auf RTL. Und natürlich ohne Penis.

Früher spielte sie in einer Disney-Serie mit, jetzt dreht sie „Erwachsenenfilme“: Die Schauspielerin Maitland Ward überrascht Fans mit einer komplett neuen Seite.

fro

Quelle: tz

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