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Diese Arte-Doku müssen Sie sehen: „Für Sama“ über den Krieg in Syrien beeindruckt nachhaltig

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Von: Katja Kraft

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Arbeit unter schwierigen Bedingungen: Zusammen mit dem Arzt Hamsa (mit weißem Kittel) gründete Filmemacherin Waad al-Kateab (nicht auf dem Bild) ein Krankenhaus im vom Bürgerkrieg besonders betroffenen Aleppo.
Arbeit unter schwierigen Bedingungen: Zusammen mit dem Arzt Hamsa (mit weißem Kittel) gründete Filmemacherin Waad al-Kateab (nicht auf dem Bild) ein Krankenhaus im vom Bürgerkrieg besonders betroffenen Aleppo. © Arte

„Für Sama“ geht mitten hinein ins belagerte Aleppo. Der Dokumentarfilm war 2020 für den Oscar nominiert. Bei Arte ist er nun in Erstausstrahlung zu sehen.

Man soll nicht die Augen verschließen vor diesen Bildern – aber es fällt schwer. Denn es ist hart, was Waad al-Kateab in „Für Sama“ erzählt. Doch das ist keine Fiktion – „das ist mein Leben“, betonte die damals 30-Jährige bei der München-Premiere ihres Dokumentarfilms vor einem Jahr. Nun ist „Für Sama“ endlich im Fernsehen zu sehen. Der deutsch-französische Kulturkanal Arte zeigt ihn am 9. November um 21.50 Uhr.

„Für Sama“ zeigt, was Krieg wirklich bedeutet

Auch wenn mittlerweile andere Kriegsschauplätze in den Fokus gerückt sind – noch immer werden in Syrien Menschen getötet. Täglich. Seit 2012, als der Aufstand in Aleppo gegen die Diktatur Baschar al-Assads und damit ein gnadenloser Bürgerkrieg begann. Waad al-Kateab ist zu dieser Zeit Studentin in Aleppo. Statt das Land zu verlassen, schließt sie sich der Freiheitsbewegung an. Nicht als Kämpferin, sondern als Journalistin. Sie filmt. Erst mit einfachen Mitteln, dann immer professioneller. Denn als der Konflikt sich verschärft und keine ausländischen Journalisten mehr in die Stadt kommen können, wird sie vom britischen Fernsehsender Channel 4 News mit technischer Ausstattung versorgt – damit sie der Welt von dem Grauen berichten kann. Ein Großteil der Aufnahmen, die nun im Film zu sehen sind, gründen auf diesen Berichten.

Al-Kateab ist mittendrin. Mit dem Arzt Hamza und vielen weiteren Freiheitskämpfern baut sie ein Krankenhaus auf. Hunderte, tausende Menschen retten sie – doch viel zu vielen Schwerstverletzten können sie nicht mehr helfen. Es fehlt ja nicht nur an medizinischem Gerät, ständig ist da die Sorge vor dem nächsten Anschlag. Voller Bewunderung für diesen schier unendlichen Mut schaut man den Menschen zu, die trotz all der Gewalt, die das Regime auffährt, daran glauben, es besiegen zu können.

Schonungslos hält „Für Sama“ den Kampf um Leben und Tod fest

Alles, was Waad Al-Kateab sieht, sieht sie immer auch durch das Kameraobjektiv. Schonungslos hält sie den Kampf um Leben und Tod fest. Zeigt die Freude des Ärzteteams, wenn ein Leben gerettet werden konnte – und die Verzweiflung, wenn wieder ein Kind, das doch völlig unschuldig ist an diesem Krieg, für immer die Augen schließt. Die Kinder sind es auch, für die Al-Kateab aus rund fünfhundert Stunden Videomaterial die Dokumentation geschnitten hat. Als Aufruf an die Welt, sich endlich dafür einzusetzen, dass endlich Frieden in Syrien einkehrt. Ein Antikriegsfilm, den jeder sehen sollte. Mit offenem Herzen – und offenen Augen.

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