Gibt es ein Sonderkündigungsrecht?

Fiese Antwortmail schockiert Kunden – Sky entschuldigt sich

So reagiert Sky auf eine Kündigungsmail.
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So reagierte Sky auf eine Kündigungsmail.
  • Stefan Huber
    VonStefan Huber
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Die Frage nach einem möglichen Sonderkündigungsrecht eines Abonnements des Bundesliga-Pakets beschäftigt die Kunden von Sky seit Längerem. Jetzt wollte ein Abonnent von diesem Recht Gebrauch machen – und erhielt eine erschreckende Antwort.

Seit Beginn der Saison 2017/18 ist Sky nicht mehr alleiniger Inhaber der Rechte an den Bundesliga-Übertragungen. 45 Spiele werden zukünftig von Eurosport übertragen, was ein zusätzliches, kostenpflichtiges Abonnement erfordert, wenn man weiterhin alle Spiele sehen möchte. Haben Sky-Kunden deshalb ein Sonderkündigungsrecht?

Medienanwalt Christian Solmecke hat dazu eine klare Meinung: „Meiner Ansicht nach haben Sky-Kunden tatsächlich ein solches Sonderkündigungsrecht.“ Von diesem Recht wollte ein Kunde nun Gebrauch machen und kündigte per Mail bei Sky.

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Verbrauchertäuschung? „Kokolores ohne Relevanz“

Nachdem man dem Kunden seine Kündigung zum Ende der Abo-Laufzeit bestätigte, schrieb er erneut an Sky und betonte, dass er sofort kündigen wolle, da nicht mehr, wie bei Vertragsabschluss zugesichert, alle Spiele live übertragen werden. Die Antwort vom Sky-Kundenservice, die Anwalt Solmecke auf seiner Website veröffentlichte, schockierte anschließend nicht nur den Kunden.

Er habe kein Sonderkündigungsrecht, weil er weiterhin 93% aller Bundesligaspiele sehen würde. Weiter heißt es in der Mail, dass „dieses Gerede um Verbrauchertäuschung und so alles Kokolores ohne Relevanz ist, da Sie ja die AGB jederzeit aufrufen und lesen konnten.“

„Somit haben wir Sie im Sack“

Doch damit nicht genug, die Mail wurde noch dreister „Sie haben die AGB bei Vertragsabschluss anerkannt, und Ihren Vertrag innerhalb der gesetzlichen Widerrufsfrist nicht widerrufen. Somit haben wir Sie im Sack. Sie sind mindestens bis zum xx.xx.2018 unser Kunde und bezahlen für Ihre gebuchten Pakete. Was Sie danach machen, geht uns nichts an.“ Am Ende der Mail wird süffisant gefragt, ob dem Kunden denn der Empfang von 7% aller Bundesligaspiele beim Konkurrenten Eurosport, der am Freitag aber Probleme hatte, ausreichen würde.

„Unfassbar“ findet Anwalt Solmecke die Äußerung von Sky, das „eigentlich als seriöses Unternehmen bekannt“ sei. „Eine solche schriftliche Entgleisung sucht wahrlich ihres Gleichen“, so der Anwalt auf seiner Website.

Sky entschuldigt sich - bleibt aber gleichzeitig hart

Auf Nachfrage von DWDL.de bestätigte Sky am Freitag die Echtheit der Mail. Diese sei „bedauerlicherweise von einem Sky-Mitarbeiter verschickt“ worden. Es handle sich um einen „absoluten Einzelfall.“ Sky-Sprecher Ralph Fürther sagte, dass „wir mit der Tonalität des Schreibens in keinster Weise einverstanden sind. Eine solche Korrespondenz mit unseren Kunden ist für uns absolut inakzeptabel und widerspricht in jeglicher Form unserem Selbstverständnis als kundenorientiertem Unternehmen.“

Fürther sagte weiter, dass „wir die Unannehmlichkeiten, die ihm (dem Kunden) entstanden sind, selbstverständlich angemessen kompensieren werden.“ Mit dem betroffenen Mitarbeiter werde ein „klärendes Gespräch“ geführt sowie „arbeitsrechtliche Konsequenzen“ geprüft. Er betonte aber auch, „dass kein Sonderkündigungsrecht besteht, solange der Gesamtcharakter des Bundesliga-Angebots erhalten bleibt.“

Anwalt sieht gute Chancen bei Klage

Das sieht Anwalt Solmecke anders und verweist auf die AGBs von Sky. Dort heißt es in Paragraph 1.1.4, dass „Sky sich vorbehält, den Inhalt einzelner Kanäle, sonstiger Dienste, Programmpakete und Paketkombinationen abzuändern oder anzupassen, soweit dies aus lizenzrechtlichen Gründen (z.B. bei Rechteverlust oder dem Erwerb neuer Rechte) (…) erforderlich ist. (…) Der Kunde ist berechtigt, den Abonnementvertrag auf den Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Änderung bzw. Anpassung in Textform zu kündigen.“

Solmecke schätzt die Chancen von kündigungswilligen Kunden bei einer Klage nicht nur aufgrund der Klausel gut ein. „Sollte sich Sky also wie im genannten Fall querstellen, so entscheidet nicht Sky über ein eventuelles Sonderkündigungsrecht, sondern ein unabhängiger Richter bei Gericht.“

sh

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