„(...)das geht mir ziemlich auf den Sack!“

Helge Schneider bricht Live-Konzert ab, weil Service-Personal ihn nervt

Helge Schneider im lila-Outfit mit einem Espresso in der Hand, im Hintergrund Zuschauer eines Open-Air-Konzertes (Fotomontage)
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Helge Schneider bricht Live-Konzert ab, weil Service-Personal ihn nervt (Fotomontage)

Helge Schneider brach am Freitagabend (23. Juli 2021) sein Konzert in Augsburg ab. Der Grund: Der Schlagersänger fand keinen Kontakt zu seinem Publikum, weil das Service-Personal umherlief. Fans und Zuschauer reagieren stinksauer.

Augsburg - Sie reisten von weit weg an, freuten sich endlich wieder auf ein Live-Konzert und wurden dann bitterböse enttäuscht. Schlager*-Sänger Helge Schneider (65) brach nämlich wegen „schlechten Bedingungen“ sein Konzert am 23. Juli frühzeitig ab. Nach nur 40 Minuten verließ der Musiker die Bühne. Der Grund: Den 65-Jährigen störte es, dass das Service-Personal immer wieder umherging. So bekäme der Musiker keinen Kontakt zum Publikum. Ob das ein Grund ist, seine Zuschauer im Regen sitzen zu lassen? Die Meinungen der Fans gehen auseinander. Für die einen gilt Helge Schneider nun als Querdenker, für andere als arroganter Künstler, und der Rest feiert Schneider als Held. Extratipp.com* berichtet.

Helge Schneider genervt - Schlagersänger bricht Konzert in Augsburg ab

Helge Schneider genervt - Schlagersänger bricht Konzert in Augsburg ab

Unterhaltungskünstler, Komiker, Kabarettist, Schriftsteller, Film- und Theaterregisseur, Schauspieler und Multiinstrumentalist. Helge Schneider gilt nicht nur als eine Musik-Legende, sondern als ein Multitalent (lesen Sie auch: Die erfolgreichsten deutschen Schlagersänger aller Zeiten*). Besonders aber seine spontanen Wortwitze und Improvisationen auf Konzerten schätzen Fans normalerweise an dem Künstler. Doch diese Unterhaltung kann der Mühlheimer nicht unter jeden Bedingungen anbieten. Besonders dann nicht, wenn er keinen Kontakt zum Publikum bekommt und von umherlaufenden Menschen genervt wird.

Helge Schneider sorgte am Freitagabend für mächtig Aufsehen. Er brach nämlich nach 40 Minuten sein Konzert ab (auch interessant: Das* sind die größten Schlagershows im deutschen Fernsehen). Zuvor warnte der Sänger bereits: „Ja, das macht einen so ein bisschen wahnsinnig. Die Leute, die immer mit ihren Tüten hin- und hergehen. Ich sag mal, noch fünf Minuten und ich hör auf.“ Mit solch einer Reaktion hätte wohl niemand auf dem Open-Air-Konzert gerechnet. Doch kurze Zeit später ließ er auf seine Worte tatsächlich Taten folgen.

Nach einer Absprache mit seiner Band verkündete Schneider offiziell den Abbruch: „Ich muss sagen, das geht mir ziemlich auf den Sack. Ich habe langsam keine Lust mehr. Also, ich breche die Strandkorb-Konzerte an dieser Stelle ab. Es tut mir sehr leid, vielleicht könnt ihr euer Geld wiederkriegen.“ Und es geht noch weiter mit seiner Erklärung:

„Das macht wirklich keinen Spaß. Man kriegt wirklich keinerlei Kontakt zum Publikum, hier laufen andauernd Leute rum, es tut mir wirklich leid. Bitte habt Verständnis dafür, ich als Künstler kann unter diesen Umständen überhaupt nichts mehr machen. Ich hab alles gegeben bis jetzt, es kommt nichts. Da könnt ihr auch nichts für, das System ist einfach fadenscheinig und dumm.“

Helge Schneider

Helge Schneider offenbart den Grund des Abbruchs: „Ich will kein Scheißkonzert spielen.“

Sicherlich eine Riesen-Enttäuschung für die Konzertbesucher, die noch eine Erklärung erwarteten. Auf diese ließ der Künstler nicht lange warten und offenbarte auf YouTube einen Tag später die Gründe (Die größten Skandale der Schlagerszene aller Zeiten*).

„Ich will ehrlich sein: Ich will kein Scheißkonzert spielen, und ich spul auch nicht einfach nur ab, sondern ich erfinde während des Konzerts auch Sachen. Ich will ja auch Leute begeistern. Das ist mir nicht gelungen. Und ich hoffe, dass wir uns wiedersehen zu besseren Konditionen,“ sagt Helege Schneider im Video.

Die Gute-Nachricht an dieser Stelle: Die Tournee setzt Helge Schneider zunächst fort. Das verkündet er ebenfalls auf seiner Facebook-Seite. Die Lösung für alle Augsburg-Zuschauer bleibt bisher noch unklar .

Querdenker, Fans und Kritiker: Helge Schneider heizt Diskussion auf Social Media an

Fans und Zuschauer reagieren gespalten auf den Konzert-Abbruch. Einige bringen tatsächlich Verständnis für seinen Abbruch auf und begründen dies damit, dass er ein Künstler ist, der Konzentration für seine Improvisationen braucht. Doch gerade für sämtliche Corona-Kritiker und Querdenker kommt sein Verhalten gelegen. Sie feiern ihn nun als Held, der sich gegen die Corona-Bestimmungen wehrt. Andere finden sein Verhalten schlicht weg arrogant. So schreiben unter anderem zwei Nutzer auf Facebook:

 „Die Betreiber und Angestellten sind froh wieder „ein wenig“ Umsatz zu machen und Ihre Familien ernähren zu können und ein Helge Schneider hat nix besseres zu tun als sein Konzert abzubrechen weil die Menschen Ihrer Arbeit wieder nachkommen dürfen. Unverschämt, Arrogant und absolut keine Wertschätzung für die Gastronomie.“

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„Die Branche reißt sich den Hintern auf, Personal reißt sich den Hintern auf, Veranstalter gehen Risiken ein, Künstler reißen sich den Hintern auf, Publikum rafft sich auf um mal wieder ein bisschen zu lachen, alle arbeiten zusammen um sicher während einer Pandemie etwas gemeinsam zu tun. Und Helge Schneider bricht seinen Auftritt beim Strandkorb Open Air in Augsburg ab, weil er ‚keinen Kontakt zum Publikum bekommt‘ und ‚keinen Bock mehr hat‘. Eitler, reicher, alter Mann mit Allüren.“

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