Todesursache immer noch unklar

Nach Tod von Puhdys-Mitbegründer Harry Jeske: Er wird dort bestattet, wo er sich am liebsten aufhielt

Nach dem Tod von Puhdys-Mitbegründer Harry Jeske ist immer noch unbekannt, woran der Musiker starb. Eines ist jedoch klar: wo Jeske seine letzte Ruhe finden wird.

  • Harry Jeske ist im Alter von 82 Jahren gestorben.
  • Die Todesursache des Puhdys-Mitbegründers ist unklar.
  • Der Musiker soll in der Ostsee bestattet werden.

Update vom 3. September 2020: Der Schock bei Puhdys-Fans sitzt immer noch tief: Mitbegründer und erster Bassist Harry Jeske ist seit nunmehr zwei Wochen tot. Woran der Musiker im Alter von 82 Jahren starb, ist nach wie vor ungeklärt. Eines allerdings ist klar: seine letzte Ruhestätte. Harry Jeske soll in der Ostsee bestattet werden. Seine sterblichen Überreste sollen in einer Urne auf den Grund wandern.

Diesen Wunsch soll ihm seine Ehefrau Erma erfüllen, berichtet der Berliner Kurier. Demnach soll die Seebestattung am 19. September in Wismar stattfinden, wo Jeske bis zuletzt lebte. Ex-Puhdys-Manager Rolf Henning bestätigte dies dem Blatt. Wo genau Jeskes Asche landen wird, ist nicht bekannt. Es gilt als wahrscheinlich, dass es die Wismarer Bucht in der Ostsee sein wird.

„Harry war gerne, wo Wasser war“, sagte der frühere Keyboarder Peter Meyer dem Berliner Kurier. Jeske zog noch zu Puhdys-Zeiten vom Müggelsee nach Wismar. Ab den späten 1990ern lebte er 20 Jahre lang auf den Philippinen. Dort lernte er auch seine Frau kennen. 2017 kam der Musiker zurück - an die Ostsee nach Weimar. Jeske soll schon als Kind vom Meer begeistert gewesen sein. Nach seinem Aus bei der Band 1997 schrieb er zudem das Kinder-Musical „Haiko, der Haifisch".

Musik-Ikone aus Deutschland gestorben – Traurige Details: Er war zuletzt ein Pflegefall

Update vom 22. August 2020: Die Todesursache bei Puhdys-Mitbegründer Harry Jeske ist nach wie vor nicht offiziell bestätigt. Wie tag24.de berichtet, litt er an Diabetes und konnte kaum noch laufen. Er habe einen Rollator bekommen und sei schließlich zum Pflegefall geworden. Mehrfach pro Woche sei er durch die Tagespflege des Sozial- und Wohlfahrtsverbandes der Volkssolidarität in Wismar versorgt worden.

Die Trauer bei Puhdys-Fans um Harry Jeske ist groß. "Ruhe in Frieden Harry", heißt es etwa unter einem Facebook-Post des MDR. "Ich war geschockt, als ich die Nachricht gelesen habe", schreibt eine andere Anhängerin. "Der Tod gehört zum Leben. Eure Musik ist ewig! Ruhe in Frieden!", schreibt ein weiterer Fan.

Rock- und Heavy-Metal-Fans trauern zudem um Quiet-Riot-Drummer Frankie Banali. Ein Ex-Gitarrist der Rockband Red Hot Chilli Peppers ist gestorben. Die Todesnachricht bestürzt die Fans.

Auch der Star-DJ Erick Morillo ist tot. Der Musiker landete mit „I Like To Move It“ einen Riesen-Hit. Sängerin Sarah Connor musste von einem Familienmitglied Abschied nehmen.*

Harry Jeske (Puhdys): Deutsche Musik-Ikone gestorben

Unser Artikel vom 21. August 2020: Wismar - Harry Jeske ist tot. Der Mitbegründer der Puhdys verstarb am Donnerstag (20. August) in seiner Wahlheimat Wismar. Der ehemalige Rocker wurde 82 Jahre alt. Ex-Puhdys-Manager Rolf Henning bestätigte dem Berliner Kurier die traurige Nachricht.

Jeske hatte schon seit einigen Jahren mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und saß im Rollstuhl. In der Öffentlichkeit sah man den Musiker zuletzt im November 2019. Zur Feier des 50. Geburtstags der Pudhys ließ er sich einen Kurzauftritt nicht nehmen. Die genaue Ursache für seinen jetzigen Tod ist nicht bekannt.

Die Puhdys: Im November 2019 feierte die Kultband ihren 50. Geburtstag. Mitbegründer Harry Jeske war im Rollstuhl dabei.

Die Puhdys: Harry Jeske ist tot – Mitbegründer und Organisator verstirbt mit 82 Jahren

Harry Jeske bildete viel mehr als das ‚H‘ bei den Puhdys, deren Name sich aus den Anfangsbuchstaben der Vornamen ihren Mitglieder und einem ‚Y‘ zusammensetzt. Er war Gründungsmitglied und maßgeblich für die frühen Erfolge der Gruppe verantwortlich. „Harry war der beste Organisator, den die Puhdys je hatten“, schwärmte Keyboarder Peter „Eingehängt“ Meyer einst gegenüber dem Berliner Kurier,er sorgte für Auftritte und besorgte Instrumente aus dem Westen. Harry brachte die Puhdys richtig ins Rollen.

Die Puhdys: Die DDR-Kultband rauert um Mitbegründer Harry Jeske (2.v.L.).

Die Band war 1965 aus der Udo-Wendel-Combo entstanden. Als Namensgeber Udo Wendel das Trio aber verließ, holten Harry Jeske und Udo Jacob zwei Neue ins Team. Mit Peter Meyer und Dieter Hertrampf war das Puhdys-Quartett entstanden.

Harry Jeske ist tot: Puhdys-Erfolg mit neuen Songs – DDR-Ärger machte sie notwendig

In den folgenden Jahren wechselte die Besetzung häufig, teils auch bedingt durch die Wehrpflicht in der ehemaligen DDR. 1969 kam es dann zur erneuten Gründung der Puhdys. Neben Schlagzeuger Max Wosylus und Sänger Dieter Birr, kehrten auch Meyer und Hertrampf zurück. Gemeinsam mit Harry Jeske feierten sie am 19. November 1969 ihren ersten Auftritt in dieser Besetzung und bezeichneten das später als Gründungstag der Puhdys.

Harry Jeske ist tot: Der Puhdys-Mitbegründer und ikonische Lockenkopf verstarb im Alter von 82 Jahren.

Anfangs spielten die Puhdys ausschließlich Coverversionen englischsprachiger Rock-Songs, was der damaligen Parteiführung ein Dorn im Auge war. Nach einem Auftrittsverbot in Karl-Marx-Stadt suchten sie 1970 die Aussprache mit den Behörden. Die Puhdys schrieben von da an eigene Lieder in deutscher Sprache und durften wieder auf die Bühne. Später waren sie eine der wenigen DDR-Musikgruppen, die noch vor der Wende in Westdeutschland auftreten durften.

Ihr Hit „Ich will nicht vergessen“ dürfte den DDR-Behörden dabei allerdings kaum gefallen haben. Im Text – und sogar im inoffiziellen Titel - fand sich das Wort „Deutschland“. Im Osten der Republik damals ein Tabu. Unter dem Namen „Denke ich an Deutschland“ wurde der Song als „heimliche Hymne der DDR" bekannt.

Harry Jeske musste die Band nach insgesamt 28 Jahren wieder verlassen. 1997 machte dem Lockenkopf ein Ohrenleiden schwer zu schaffen und er ging in Musiker-Rente.

Der Tod von Harry Jeske ist leider nicht die erste traurige Meldung, die die Welt der DDR-Musik in diesem Jahr verkraften musste. Im Juli war Stephan Trepte, Sänger der Gruppe „Electra“, verstorben. Mit Florian Schneider-Esleben starb im Mai auch ein in Westdeutschland groß gewordener Musik-Star. Der Kraftwerk-Mitbegründer wurde 70 Jahre alt. Ebenfalls tot ist Sängerin Juliette Greco. Die Chanson-Legende wurde 93 Jahre alt. *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

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