Weißflog: "Ich freue mich über das Konzept"

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Jens Weißflog hat die Vierschanzentournee viermal gewonnen.

Oberstdorf - Der ehemalige Skispringer Jens Weißflog gewann in seiner Karriere viermal die Vierschanzentournee. In seiner tz-Expertenkolumne spricht er über das Konzept von Bundestrainer Werner Schuster.

Für mich beginnt die diesjährige Vierschanzentournee ein wenig ungewohnt: Zum ersten Mal seit langer Zeit werde ich in Oberstdorf den Auftakt als Privatmann verfolgen. Das ZDF hat den Expertenvertrag mit mir nicht verlängert, dem Skispringen bleibe ich trotzdem treu.

In Sachsen gehöre ich zu einer Kommission zur Förderung des Nachwuchssports. Ich freue mich für Bundestrainer Werner Schuster über sein Konzept. Mit Severin Freund begann im vorigen Winter die neue Entwicklung. Jetzt geht sie mit Richard Freitag weiter und wird nicht gleich wieder enden.

Wir haben in Deutschland das Potenzial zu einer starken Skispringernation, wir müssen dieses Potenzial nur organisatorisch und wissenschaftlich richtig nutzen. Bei den bisherigen Weltcupspringen waren unsere Jungs alle um fünf Plätze besser als im vorigen Jahr.

Ich finde es richtig, wenn Werner Schuster auch an Athleten wie Maximilian Mechler festhält. Man muss dem Skispringer auch einmal eine Durststrecke zubilligen. Ich erinnere nur an Sven Hannawald. Er war lange Mittelmaß, ehe ihm mit 24 Jahren der Durchbruch glückte.

Ich sehe unsere Springer für die 60. Tournee gut aufgestellt. Freund oder Freitag können beim Tourneefinale in Bischofs­hofen sogar auf dem Siegerpodest stehen.

Zu Richard Freitag besteht eine besondere Beziehung, nicht nur weil er in die gleiche Sportschule wie ich in Oberwiesenthal gegangen ist. Richards Vater Holger war bei Olympia 1984 in Sarajevo mein Zimmerkumpel. Er hat mir Mut gemacht und mich psychologisch so aufgebaut, dass ich am Ende Gold gewonnen habe.

Jens Weißflog

Quelle: tz

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