Streif-Sieger muss unters Messer

Schock-Diagnose für Ski-Ass Dreßen - „Ich halte die Schmerzen nicht mehr aus“

Thomas Dreßen im Ziel nach dem Rennen
+
Thomas Dreßen wird am Donnerstag in München an der Hüfte operiert

Seit Jahren hat Ski-Ass Thomas Dreßen Schmerzen in der Hüfte. Bisher konnte er sie noch kontrollieren. Jetzt aber nicht mehr.

  • Schock für das Wintersport*-Team um den Deutschen Skiverband.
  • Kitzbühel-Sieger* Thomas Dreßen muss an der Hüfte operiert werden.
  • Wie lange es für den Ski-Weltcup ausfällt, ist völlig offen.

München - Rückschlag für Thomas Dreßen und den Deutschen Skiverband (DSV). Der Hoffnungsträger muss sich heute in München einer Operation an der Hüfte unterziehen. Grund ist ein freier Gelenkkörper, der arthroskopisch entfernt werden muss. Dreßen ist dafür früher als geplant aus dem Trainingslager in Copper Mountain (USA) zurückgekehrt. „Die Schmerzen waren so stark, dass ich sie nicht mehr ausgehalten habe“, sagte der 27-Jährige.

Dreßen vor OP: „Es ist eine blöde Situation“

Die Ausfallzeit des Speed-Spezialisten ist noch völlig offen. Beim heutigen Eingriff wird das komplette Hüftgelenk, das schon seit über zwei Jahren Probleme macht, genau unter die Lupe genommen. Möglicherweise muss noch mehr gerichtet werden. „Es ist eine blöde Situation. Ich bin gespannt, wie die Operation verläuft“, sagt der Garmischer. „Ich hatte gehofft, dass wir die Hüfte mit Spritzen in den Griff bekommen. Aber man muss die Situation jetzt so akzeptieren, wie sie ist.“

DSV beklagt Dreßen-Verletzung: „Der Ausfall trifft uns heftig“

Dem rücktrittsgebeutelten Skiverband (u.a. Neureuther, Rebensburg, Ackermann, Dopfer) fehlt dadurch nicht nur ein weiteres, sondern sein heißestes Eisen in diesem ohnehin komplizierten Corona-Winter. „Dieser Ausfall trifft uns heftig. Thomas ist nach dem Rücktritt von Felix Neureuther die Galionsfigur. Jetzt müssen wir enger zusammenrücken“, sagte Alpinchef Wolfgang Maier. Herren-Cheftrainer Christian Schwaiger ergänzte: „Wir hoffen, dass es bei diesem einen Thema bleibt und setzen Thomas kein Zeitlimit. Das Wichtigste ist seine langfristige Gesundheit.“

Ski-Star Thomas Dreßen fällt länger aus

Für Dreßen, der 2018 auf der legendären Streif in Kitzbühel triumphierte, ist es nach seinem Kreuzbandriss Ende November 2018 und einer Schulterverletzung wieder ein gesundheitlicher Rückschlag. Analog zu seinen Problemen am Knie und an der Schulter wird Dr. Manuel Köhne - nach Ansicht der heutigen Ergebnisse - ein Reha-Programm aufstellen. Der DSV-Mannschaftsarzt hat für Fälle dieser Art ein umfangreiches Netzwerk aus Ärzten, Operateuren und Physiotherapeuten zusammengestellt, die Hand in Hand arbeiten.

„Wir werden versuchen, einen langfristigen Plan aufzustellen, das hat zuletzt ja immer gut geklappt“, so Dreßen. „Ich werde alles dafür tun, dass ich hoffentlich wieder stark zurückkomme.“ Dreßens Saisonstart war eigentlich für Mitte Dezember (12./13.) im französischen Val d‘Isere vorgesehen. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Kommentare