Nach schwerer Verletzung

Ski-Ass Dreßen feiert Schnee-Comeback nach Kreuzbandriss

+
Thomas Dreßen verletzte sich Anfang Dezember beim Abfahrtsrennen in Colorado.

Kitzbühel-Sieger Thomas Dreßen hat nach seinem Kreuzbandriss sein Comeback auf Schnee gefeiert. Von seiner Rennform ist er aber noch weit entfernt.

Update vom 4. Juli 2019, 15.42 Uhr: Kitzbühel-Sieger Thomas Dreßen hat sieben Monate nach seiner schweren Knieverletzung erstmals wieder auf Schnee trainiert. Der 25 Jahre alte Skirennfahrer arbeitete am Donnerstag gemeinsam mit Teamkollege Andreas Sander auf dem Gletscher in Sölden. „Für mich war das heute ein super Tag, durch den ich extrem positiv auf die nächsten Tage schaue. Das Knie und die Muskulatur sind bereit fürs Skifahren“, sagte Dreßen der Deutschen Presse-Agentur. „Wir hatten für heute keinen großen Plan. Das war nur frei fahren.“

Der beste deutsche Abfahrer der vergangenen Jahre war am 30. November 2018 beim Weltcup in Beaver Creek gestürzt und mit 125 km/h in ein Sicherheitsnetz gerauscht. Neben ein paar Schrammen im Gesicht waren ein Riss des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie und eine ausgekugelte linke Schulter die Folge. Im Januar 2018 hatte er das Abfahrtsrennen auf der Streif in Kitzbühel gewonnen.

Von der Rennform sei er noch weit entfernt, aber die ersten Weltcups stünden ja auch erst im November an, betonte Dreßen. Am Freitag und an zwei Tagen der kommenden Woche will er noch in Österreich trainieren. Nach ein paar Tagen am Stilfser Joch in Südtirol mit dem Team geht es Mitte August dann für dreieinhalb Wochen nach Chile. „Das ist jetzt die Comeback-Saison. Freilich sind meine Ziele, dass ich da wieder hinkomme, wo ich war, vor der Verletzung. Aber ob das beim ersten Rennen funktioniert oder ob ich da mehr Zeit brauche, das kann man jetzt noch nicht sagen“, sagte Dreßen.

Ski-Ass Dreßen plant Comeback: Besuch an besonderem Ort steht an 

Update vom 17. Januar 2019, 14.11 Uhr:"In Lake Louise möchte ich wieder am Start stehen", sagte er am Donnerstag im Medical Park in Bad Wiessee, wo er derzeit sein Reha-Training absolviert. Die Rennen in Lake Louise/Kanada sind am 30. November/1. Dezember 2019 geplant.

Überstürzen will Dreßen allerdings nichts. "Das Ziel ist es, erst zu hundert Prozent gesund zu werden, bevor ich das nicht bin, sieht mich keiner auf Skiern", sagte der 25-Jährige. Einen optimalen Heilungsverlauf seines rechten Knies vorausgesetzt, könnte er nach Meinung der behandelnden Cheforthopädin Nadine Dreyer frühestens im August mit dem Schneetraining beginnen.

In der kommenden Woche besucht Dreßen die Weltcup-Rennen in Kitzbühel, wo er am 20. Januar 2018 auf der legendären "Streif" sensationell zu seinem ersten Sieg fuhr. Anschließend wird er am 30. Januar in München noch an der linken Schulter operiert, die er sich bei seinem Sturz am 30. November 2018 bei der Abfahrt in Beaver Creek/USA lädiert hatte.

Dreßen meldet sich aus dem Krankenhaus

Update vom 10. Dezember 2018: Thomas Dreßen hat sich aus dem Krankenhaus gemeldet. In einem Video, dass auf der Facebookseite des DSV zu sehen ist, spricht er über seine Operation. „Die OP ist nach Plan verlaufen, insofern eine OP nach Plan verlaufen kann. Von den Schmerzen ist auch alles im Rahmen. Das wird schon alles wieder werden“, sagt er. Sieben bis acht Monate soll Dreßen ausfallen. Aber der Ski-Star betont: Für ihn sei es jetzt erstmal wichtig wieder gesund zu werden. Er mache sich da keinen Stress.

Abfahrt-Ass Thomas Dreßen verletzt sich bei schwerem Sturz - Die Folgen sind bitter

Beaver Creek/Colorado - Saison-Aus für Kitzbühelsieger Thomas Dreßen, erstes Weltcup-Podest für Kira Weidle: Schock und Jubel lagen im deutschen Alpin-Lager bei den Abfahrtsrennen in Übersee am Freitag dicht beieinander. Für die Schreckensnachricht sorgte Dreßen. Der 25 Jahre alte Mittenwalder, der 2017 in die Weltspitze gerast war, kam in Beaver Creek/Colorado nach rund 44 Sekunden mit Kurs auf die Bestzeit zu Fall und rutschte mit hohem Tempo in die Fangnetze.

Im Krankenhaus in Vail wurden später ein Riss des vorderen und hinteren Kreuzbandes im rechten Knie sowie eine ausgekugelte linke Schulter diagnostiziert. Dies teilte der Deutsche Skiverband (DSV) mit. Für Dreßen ist die Saison damit vorzeitig beendet.

Nach dem Aufprall waren laute Schmerzensschreie Dreßens zu hören. Deutschlands bester Abfahrer blieb minutenlang liegen, war aber ansprechbar. Er wurde mit einem Akia-Schlitten abtransportiert. Als er mit den Helfern im Zielraum ankam, spendeten ihm die zahlreichen Zuschauer warmen Beifall.

Bei Kira Weidle ist die Freude groß

Groß war im Gegensatz die Freude bei Kira Weidle. Die 22 Jahre alte Starnbergerin fuhr im kanadischen Lake Louise als Dritte erstmals aufs Stockerl und sprang damit für Viktoria Rebensburg (Kreuth) in die Bresche, die die Top 15 verpasste.

Die Erstplatzierte Nicole Schmidhofer (M) aus Österreich, die Zweitplatzierte Michelle Gisin (l) aus der Schweiz und die Drittplatzierte Kira Weidle aus Deutschland stehen auf dem Siegerpodest.

Die frühere Junioren-WM-Dritte Weidle fuhr in den Gleitpassagen herausragend, machte dort viel Zeit gut und lag im Ziel in 1:48,63 Minuten genau eine halbe Sekunde hinter Auftaktsiegerin Nicole Schmidhofer aus Österreich (1:48,13). Die 29 Jahre alte Super-G-Weltmeisterin lag 15 Hundertstelsekunden vor der Schweizer Kombinations-Olympiasiegerin Michelle Gisin (1:48,28). Rebensburg war in 1:50,20 mehr als zwei Sekunden langsamer als Schmidhofer.

Den Sieg bei den Männern holte sich auf der Strecke Birds of Prey der Weltmeister und Olympiadritte Beat Feuz, der damit seinen insgesamt achten Triumph in einer Weltcup-Abfahrt feierte. In 1:13,59 Minuten lag der Schweizer sieben Hundertstelsekunden vor Mauro Caviezel (1:13,66), der damit den Doppelsieg der Eidgenossen perfekt machte. Dritter wurde Olympiasieger Aksel Lund Svindal aus Norwegen (1:13,67).

Ordentlich schlug sich Josef Ferstl (Hammer), der mit 1:14,49 Minuten in den Top 15 landete. Dominik Schwaiger (Königssee/1:14,96), Andreas Sander (Ennepetal/1:15,10) und Klaus Brandner (Königssee/1:16,19) verfehlten dagegen die Punkteränge.

Schlechte Wetterverhältnisse in Beaver Creek

Bis zu seinem Ausscheiden hatte Thomas Dreßen erneut bestätigt, dass seine beiden Weltcupsiege 2017 kein Zufall waren. In der Vorwoche hatte er in Lake Louise in der ersten Abfahrt des alpinen Winters Platz sieben belegt und damit seine Zugehörigkeit zur Weltklasse bestätigt. Ein großes Saisonziel für Dreßen war die WM in Are/Schweden (5. bis 17. Februar).

Die Streckenlänge in Beaver Creek (hier erfahren Sie, wie Sie den Weltcup live im TV und im Live-Stream sehen können) war wegen der schlechten Witterungsverhältnisse um 630 auf nunmehr noch 2070 Meter verkürzt worden. Bis zu seinem Sturz lag Dreßen erneut hervorragend auf Kurs, war Schnellster bei der ersten Zwischenzeit. Bei der zweiten lag er nur sieben Hundertstel hinter dem späteren Sieger Feuz. Dann verkantete er bei schlechter Sicht an einem eher unscheinbaren Streckenabschnitt und kam zu Fall.

Im Juli 2019 überraschte die Wintersport-Welt eine schlimme Nachricht: Skisprung-Legende Björn Einar Romören ist an Krebs erkrankt. Der ehemalige Skispringer teilte sein Schicksal via Social Media mit. 

sid/md

Außerdem: Wir haben für Sie zusammengefasst, wie und wo Sie alle Rennen der diesjährigen Saison live im TV und im Live-Stream mitverfolgen können

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Die deutschen Skifahrer für den Alpin-Weltcup 2019/2020
Die deutschen Skifahrer für den Alpin-Weltcup 2019/2020
Ski Alpin: Die Punktverteilung im Weltcup 2019/2020
Ski Alpin: Die Punktverteilung im Weltcup 2019/2020
Ski-Alpin-Weltcup 2019/2020: Die Disziplinen im Überblick
Ski-Alpin-Weltcup 2019/2020: Die Disziplinen im Überblick
Ski-Alpin-Weltcup 2019/2020: Alle Infos zur neuen Saison
Ski-Alpin-Weltcup 2019/2020: Alle Infos zur neuen Saison

Kommentare