Sympathische Nervensägen aus Berlin

Nach Trash-Talk jetzt Diss-Video gegen den EHC - wer sind die „Blue Suit Men“?

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Die Gruppe „Blue Suit Men“ pöbelt und provoziert professionell die Gegner der Eisbären Berlin. Aktuell ist der EHC Red Bull München das Ziel - mit Plakaten und einem Rap-Song.

Sie tragen Sonnenbrillen, auffällig bemusterte blaue Anzüge und haben ihre Stammplätze an der Strafbank der Mercedes-Benz-Arena, der Heimspielstätte der Eisbären Berlin. Ihre Mission: Die gegnerischen Spieler auf der Strafbank mit Trash-Talk (auch Chirpen genannt) und spöttischen Plakaten abzulenken - allerdings (fast) immer ohne verletzend zu werden. Mittlerweile sind die „Blue Suit Men“ (deutsch: „Männer in blauen Anzügen“) absoluter Eishockey-Kult und deutschlandweit bekannt. Und auch in der aktuell laufenden Finalserie gegen den EHC Red Bull München sind sie im Einsatz (Playoffs der DEL 2018: Spielplan, Ergebnisse und Regeln). Doch wer sind diese drei Verrückten?

Gegründet hat die „Blue Suit Men“ der Australier Ben Lancaster. Dieser kam 2011 in einer Berliner Bar mit anderen Gästen ins Gespräch - und das waren zufällig Spieler der Eisbären. Diese luden ihn die Halle ein und verrieten ihm auch (nachdem sie von Bens Vorliebe für Trash-Talk erfuhren), dass es auch auf dem Eis dieses „dreckige Gerede“ gebe. Und dass es mit David Wolf (damals Hamburg, heute Mannheim) einen Akteur geben würde, den man so gut aus der Ruhe bringen könnte. Genau das tat Ben mit einem Schild, was gut funktioniert. Ben erklärte in einem Gespräch mit Vice Sports: „Wenn wir die Spieler wirklich so aus der Bahn werfen können, dann sollten wir das Ganze auf jeden Fall weiterführen.“

„Professionelles Pöbeln“ seit der Saison 2012/13

Seither betreiben er und seine Freunde eine Art „professionelles Pöbeln“ bei fast jedem Heimspiel der Berliner. Da er zeitgleich eine Anzugsschneiderei gründete, lag es nahe, dass er sich und seiner Truppe ein auffälliges Erscheinungsbild verpassen würde - die Geburt der „Blue Suit Men“. Seit der Saison 2012/2013 sind sie Stammgäste in der Berliner Arena.

Zum ersten Spiel der Finalserie gegen den EHC Red Bull München reisten sie extra nach Bayern. „Sieben von euch glaubten, sie sind besonders mit ihren Silbermedaillen. Aber bald wird das ganze Team 1 haben“, war auf einem Plakat  von ihnen zu lesen. Auf einem anderen: „Hey Jungs, ist euer Musikwagen auch von Red Bull bezahlt?“ 

In Berlin bei Spiel zwei legten sie nach. Der nach seiner fünf Spiele andauernden Sperre zurückgekehrte Steve Pinizzotto war natürlich das Ziel der „Blue Suit Man“. Ihr Plakat: „Willkommen zurück, Pinner! Wir haben die Miete der Strafbank auf 50 Euro pro Minute angehoben.“ Pinizzotto, gegen den mittlerweile die Staatsanwaltschaft ermittelt, ließ sich aber nichts zuschulden kommen, lediglich für den verletzten Ryan Button musste er einmal in die Kühlbox. Besser noch, er traf ins Netz. In Richtung von Dominik Kahun und Frank Mauer meinten die Berliner Spaßmacher: „Keine Punkte mehr gemeinsam in den letzten Spielen. Habt ihr euch getrennt?“

„The Red Bullshit Rap“: Musik-Video gegen den EHC Red Bull München

Das bisherige Highlight der „Blue Suit Men“: Am Montag luden Sie ein kurzes Hip-Hop-Video auf ihre Facebook-Seite hoch, in dem sich die EHC-Truppe aufs Korn nehmen. Der Titel: „The Red Bullshit Rap“.

Ob die Gruppe auch bei Spiel drei am Mittwoch in München wieder am Start sein wird und wie dann der Empfang durch die Münchner Fans aussehen würde, bleibt abzuwarten.

fw

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