"Es war ein Arbeitssieg"

Knallstart ins Halbfinale: EHC ringt Adler nieder - Pinizzotto tickt aus

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München und Mannheim lieferten sich einen heißen Playoff-Auftakt.

Was für ein Knallstart ins Halbfinale der DEL. Der EHC Red Bull München gewinnt den Auftakt gegen die Adler Mannheim, Steve Pinizzotto aber sorgt für einen negativen Höhepunkt.

München - Für viele Experten ist dieses Halbfinale ein vorweggenommenes Finale – und genau so ein Spiel bekamen die 5780 Zuschauer am Gründonnerstagabend im Olympia-Eisstadion zu sehen. Im ersten Duell mit den Adlern Mannheim behielt der EHC Red Bull München mit 4:2 (2:1, 1:1, 1:0) die Oberhand und geht somit in der Best-of-seven-Serie mit 1:0 in Führung. „Es war ein Arbeitssieg", so Konrad Abeltshauser. Für Diskussionen aber sorgte ein böser Check von EHC-Raubein Steve Pinizzotto im Schlussabschnitt, infolgedessen Nationalspieler Mathias Plachta mehrere Minuten fast regungslos auf dem Eis liegen blieb.

In den ersten Spielminuten sah es zunächst so aus, als würden die zum Hauptrundenende erstarkten Mannheimer die Hausherren überrennen, nach nur acht Sekunden musste EHC-Keeper Danny aus den Birken bereits eingreifen. Doch dieser Eindruck dauerte genau 60 Sekunden an, dann drehte der Meister ordentlich auf, zeigte Playoff-Hockey vom Feinsten und ging entsprechend in Führung. Markus Lauridsen stibitzte dem Ex-Münchner Daniel Sparre in der Rundung den Puck, bediente mit gutem Auge Maxi Kastner und der versenkte eiskalt zum 1:0 (6.). Die Red Bulls drückten weiter, doch Christoph Ullmann erzielte den etwas überraschenden Ausgleich (13.). Von diesem 1:1 musste sich der EHC zunächst etwas erholen, doch Mannheim verhalf ihm mit einer doppelten Unterzahl zurück zur Führung (Ullmann: „Ich weiß nicht, ob man das Pfeifen muss.“), Dominik Kahun donnerte den Puck aus spitzem Winkel ins Netz – 2:1 (20.).

Mannheim gleicht aus, EHC mit rasanter Antwort

Zweites Drittel, gleiches Bild – doch diesmal verhalf München in Person von Keeper Aus den Birken den Gästen zu einem Treffer, denn er ließ eine Scheibe prallen, Luke Adam nutzte das zum erneuten Ausgleich. Und der EHC? Der reagierte wie ein Meister, nur 34 Sekunden später lenkte Michael Wolf einen scharfen Querpass von Jason Jaffray zum 3:2 ins Tor (beide 26.). Die Jackson-Truppe verpasste es am Drittelende aber, eine vierminütige Überzahl zum Ausbau der Führung zu nutzen.

Plachta nach bösem Pinizzotto-Hit raus

Nach 47 Minuten folgte besagte Szene zwischen Pinizzotto und Plachta. Die Fans hielten den Atem an, der Mannheimer konnte aber zumindest von Helfern gestützt vom Eis fahren. „Härte gehört zum Eishockey, aber man muss fair spielen", so Adler-Kapitän Kink diplomatisch. Glück für den EHC, dass Pinizzotto lediglich mit zwei Minuten wegen übertriebener Härte vom Eis musste, denn eine Spieldauerdisziplinarstrafe für einen Check gegen den Kopf wäre die richtige Entscheidung gewesen. Dass ab diesem Zeitpunkt die Halle brannte, muss nicht weiter erwähnt werden. Mannheim warf wütend alles nach vorne – und fing sich durch Wolf das vierte Gegentor (55.), was die Vorentscheidung bedeutete.

Spiel zwei steigt am Ostersamstag in Mannheim – es dürfte hitzig weitergehen.

Florian Weiß

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