Halb Demokratie, halb Befehl: Wer wird Kapitän des EHC München?

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Red Bulls müssen noch einmal nach Berlin

Jackson nach verpasstem Matchpuck: "Jetzt sind wir sauer, dann geht es weiter"

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Die entscheidende Szene: Michael Wolf, Danny aus den Birken und Berlins Rihards Bukarts im Tor - einschließlich des Pucks.

Der EHC Red Bull München verpasst die Meister-Entscheidung und muss am Dienstag noch einmal nach Berlin. Die gesamte Partie und auch die entscheidende Szene sorgt bei Unmut beim Meister.

Siebenmal hatte EHC -Trainer Don Jackson bisher in seiner DEL-Trainerkarriere einen Matchpuck, siebenmal nutzten seine Teams gleich den ersten. Diese Serie riss am Sonntag, denn der EHC Red Bull München unterlag den Eisbären Berlin in einem unfassbaren Eishockey-Krimi mit 5:6 (1:3, 1:1, 3:1, 0:1) nach Verlängerung – wobei Krimi eine lächerliche Untertreibung ist! Den Siegtreffer erzielte Jamie MacQueen nach 76 Sekunden in der Overtime. EHC-Keeper Danny aus den Birken wurde abgeräumt von Bukarts, der seinerseits von Michi Wolf abgeräumt wurde, das Tor wurde verschoben - am Ende aber zählte der Treffer nach Sichtung der Kamerabilder.

„Die Entscheidung ist korrekt. Es war definitiv ein gültiges Tor“, sagte Gerhard Lichtnecker, der Schiedsrichter-Obmann des Deutschen Eishockey-Bundes bei Telekom-Sport. Besonders bitter: Brooks Macek hatte 20 Sekunden zuvor den Titel auf dem Schläger, traf die Scheibe aber nicht richtig.

„Es war wichtig, dass wir Charakter gezeigt haben und immer zurückgekommen sind“, sagte ein dennoch sichtlich angefressener Jackson nach dem Spiel. „Jetzt sind wir 30 Minuten sauer und dann geht es weiter.“ Genauer gesagt am Dienstag in Berlin. Es bleibt jedoch dabei: Mit dem nächsten Sieg ist der EHC Deutscher Meister.

Berlin macht aus zwei Fehlern drei Treffer

Beide Teams begannen in der ausverkauften Eishalle schwungvoll, Berlin war der Kampfeswille deutlich anzumerken. Der EHC agierte zunächst sehr abgeklärt, dennoch gingen die Eisbären in Führung. Maxi Kastner rutschte weg, sodass er der Puck im EHC-Drittel blieb, wo André Rankel einen Buchwieser-Pass verwertete (7.). Angetrieben durch die Führung bekamen die Berliner die Partie immer besser in den Griff, erhöhten durch Thomas Oppenheimer auf 0:2 (13.) – diesmal war ein Fehlpass Kastners vorausgegangen. Macek verkürzte nach 15 Minuten zwar, doch kurz vor der Pause stellte Jamie MacQueen den alten Abstand wieder her (18.). „Wir sind verdient hinten“, resümierte Frank Mauer. "Sie zwingen uns zu Fehlern, weil wir nicht wach genug sind.“ Die Torschussbilanz aus Münchner Sicht: 6:13, der Stand 1:3.

Die Berliner bejubeln den Treffer zum 0:2, Ryan Button (l.) ist bedient.

EHC kämpft sich ins Spiel, Berlin bricht Powerplay-Bann

Im Mittelabschnitt kamen die Red Bulls immer besser in die Partie, auch wenn die Eisbären stets gefährlich blieben. Während Vehanen im Berliner Tor (fast) alles abwehrte, ging seinen Kollegen vorne etwas das Zielwasser aus. Besser machte es Mads Christensen, der einen Konter von Mauer abschloss – 2:3 (26.). Die Mannschaft von Don Jackson vergab in der Folge einige Chancen zum Ausgleich. „Wir sind jetzt näher am Mann, bewegen uns mehr“, erklärte Konrad Abeltshauser. Statt dem Ausgleich traf aber erneut Rankel für Berlin, der 143 Sekunden vor der zweiten Unterbrechung in Überzahl auf 2:4 stellte (38.).

Jens Baxmann (l.) bringt EHC-Crack Derek Joslin zu Fall. Die Partie war geprägt von Nickligkeiten.

Red Bulls erzwingen doch noch den Ausgleich

78 Sekunden nach Wiederbeginn erzielte Macek das 3:4, was die Fans von den Sitzen riss. Angetrieben von den 6142 im altehrwürdigen Stadion stellte Jon Matsumoto im Powerplay auf 4:4 – das Stadion explodierte. Doch nur Sekunden später brachte James Sheppard Berlin per strittigen Penalty zurück in Führung - 4:5 (beide 48.). Ein Sturmlauf der Red Bulls begann, die eine sehr lange Unterzahl zu überstehen hatten. Als der EHC klären konnte, kam Abeltshauser von der Strafbank aus direkt an den Puck und bediente Aucoin, der etwas glücklich einschob (55.). „Wir haben uns den Sprit aufgehoben für die zweite Hälfte des Spiels“, scherzte der Schütze zum 5:5.

Den Sprit konnte der EHC in der Overtime aber nicht zum Sieg nutzen, denn da traf MacQueen zum Berliner Erfolg. 

Florian Weiß

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