So lebt Hilde Gerg nach dem Tod ihres Mannes

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Hilde Gerg.

München - Die Flamme brennt. Ski-Heldin Hilde Gerg (34) hat vor acht Wochen ihren Mann Wolfgang verloren. Herztod, mit 40. Aber irgendwie ist er trotzdem noch da.

 In der Seele – und im Haus am Königssee. Hilde zur Bunten: „Nach dem Aufwachen sage ich zu ihm: ,Guten Morgen, lieber Wofal‘ – und zünde eine Kerze für ihn an. Die brennt dann den ganzen Tag.“ Um wenigstens ein bisschen Licht und Wärme zu haben. Nicht nur für Hilde selber, sondern vor allem auch für die zwei Kinder.

Anna ist drei Jahre alt, Wolfgang junior eins. Beide müssen jetzt das verstehen, was schon für Erwachsene nicht zu begreifen ist. Schwer ist das, vielleicht schwerer als alles andere. Hilde erzählt über ihren Sohn: „Als wir den Friedhof betreten haben, habe ich leichtfertig zu ihm gesagt: ,Schau, da ist der Papa.’ Daraufhin ist er losgelaufen und hat gerufen: ,Papa, Papa, wo bist du?‘ Ich habe daraufhin die ganze Zeit nur geweint. Und mir gedacht, so etwas tue ich dem kleinen Kerl nie wieder an.“

Hilde Gerg nimmt Abschied

Trauer in der Skiwelt: Wir weinen mit Hilde

Die Einsamkeit ist eingebrochen ins Glück. Hilde: „Mit meiner Tochter Anna gehe ich in die Mutter-Kind-Gruppe im Ort. Anna hat schon kurz nach dem Unglück gesagt, dass sie dort hin möchte. Da konnte ich nicht Nein sagen. Als wir das erste Mal nach Hause gekommen sind, wurde mir schnell bewusst, dass Wolfgang nicht auf uns wartet. Das war ein furchtbarer Moment.“ Wolfgang war hinter dem Steuer seines Autos zusammengebrochen. Sein Herz war geschwächt. Hilde sagt: „Wir wussten zwar von der Vorerkrankung und natürlich von der Operation. Aber Wolfgang ging auch nicht gern zum Arzt. Vielleicht wollte er das alles nicht so genau wissen. Im Nachhinein meinten die Ärzte, es sei ein Wunder gewesen, dass er so lange gelebt hat. Seine Zeit war einfach abgelaufen, damit müssen wir uns arrangieren. Sein Leben sollte einfach nicht länger dauern.“

Nicht länger als bis zu diesem 12. April. Hilde: „Ich konnte durch das Fenster des Notarztwagens sehen, wie Wolfgang reanimiert wurde. Ich habe die Tür aufgerissen und zu ihm gesagt: Komm, Wolfgang, kämpfen! Du packst das!“ Diese Hoffnung: Sie trog. Das Rettungs-Team brachte Wolfgang ins Krankenhaus – aber es gab keine Hilfe mehr. Hilde: „Am Eingang der Notaufnahme kam uns schon der Arzt entgegen. Ein Blick von ihm – und ich wusste, was los war.“

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