Pleite für München in Nürnberg

EHC kommt im Derby unter die Räder - Nürnberg bereitet Ehliz Horror-Rückkehr

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Abgeblitzt: Der EHC erwischt in Nürnberg keinen guten Abend.

Im Derby in Nürnberg erlebt der EHC Red Bull München einen ganz bitteren Abend. Besonders Rückkehrer Yasin Ehliz muss leiden, während Nürnbergs Reinprecht gefeiert wird.

Nürnberg - Bittere Niederlage für den EHC Red Bull München! Bei den Thomas Sabo Ice Tigers in Nürnberg unterlag der Meister mit 1:4 (1:3, 0:0, 0:1), es bleibt allerdings bei den lediglich drei Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Mannheim. Die Adler verloren ihrerseits gegen Düsseldorf, womit sowohl Red Bulls als auch Quadratestädter ihre Generalproben für das direkte Duell am Sonntag in München (14.00 Uhr) verpatzten.

Spießrutenlauf für Ehliz

Es war der Abend, der im Zeichen zweier Männer stand. Zum einen war es der Abend von Steven Reinprecht, der im Sommer seine aktive Karriere in Nürnberg im Alter von 41 Jahren beendet hatte und dessen Rückennummer am Freitag unter das Hallendach gezogen wurde. Und dann war da noch der Spieler, der erstmals im Münchner Trikot an alter Wirkungsstätte das Eis betrat, das er im Sommer für den NHL-Traum verlassen hatte und auf dessen Rückkehr die Franken gehofft hatten: Yasin Ehliz. Während Reinprecht frenetisch gefeiert wurde, gestaltete sich der Abend für den Olympiahelden zum Spießrutenlauf. Da half es auch nichts, dass Reinprecht Ehliz zusammen mit Patrick Reimer namentlich als die Top-Sturmpartner bezeichnete.

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Die Nürnberg Ice Tigers waren in Feierlaune.

Eishockey gespielt wurde in der mit 7672 Zuschauern ausverkauften Nürnberger Arena zwischen den Thomas Sabo Ice Tigers und dem EHC Red Bull München dann auch noch. Sobald allerdings Yasin Ehliz das Eis betrat, wurde es so richtig laut in der Halle. Selten wurde einem Spieler so viel Missgunst entgegengebracht wie ihm – dagegen waren die Empfänge für die einstige EHC-Hassfigur Steven Pinizzotto richtig warmherzig gewesen.

EHC nutzt erstes Powerplay

Das erste Tor erzielte allerdings der Meister von der Isar. Gleich die erste Powerplaysituation nutzte Maxi Kastner zum 0:1 – er benötigte gerade einmal sieben Sekunden (5.). Da wollten sich die Hausherren nicht lumpen lassen und konterten umgehend. Erstes Powerplay Nürnberg, nur 13 Sekunden nach dem EHC-Treffer und Leo Pföderl netzte zum 1:1 ein – er benötigte lediglich sechs Sekunden (6.).

Es war der Startschuss zu einem furiosen ersten Drittel der Ice Tigers, die beflügelt von der Anwesenheit Steven Reinprechts den Meister förmlich überrannten. Chad Bassen (9.) und Brandon Segal (15.) schossen Nürnberg mit 3:1 in Front – nichts war zu sehen von den krisengebeutelten Franken der letzten Wochen, die auf Rang zwölf liegend nur eines der letzten sieben Spiele gewinnen konnten. „Siehst du, Yasin, so wird es gemacht“, schallte es von den Rängen.

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Reimer macht den Deckel drauf

Die Geschichte des zweiten Drittels ist schnell erzählt: Die Red Bulls kamen mit Dampf aus der Kabine, konnten aber weder bei gleicher Mannschaftsstärke, noch während der drei Powerplays einen Weg am starken Schlussmann Niklas Treutle vorbei finden.

Im Schlussdrittel war dem EHC das anstrengende Spiel gegen Malmö vom Dienstag in der Champions Hockey League (2:1) anzumerken, die gefährlicheren Chancen per Konter fuhr Nürnberg. Den Deckel drauf machte schließlich Reinprechts alter Sturmpartner Patrick Reimer, der im Powerplay die Scheibe in die Maschen zimmerte (57.). Wenige Momente zuvor hatten die Red Bulls noch den Anschlusstreffer verpasst.

Yasin Ehliz wartet auch nach dem achten Einsatz für den EHC Red Bull München noch auf seine erste Torbeteiligung. Immerhin versuchten die EHC-Fans ihn mit Sprechchören aufzumuntern.

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