Volle Hütte für Titel Nummer drei

Zuschauerzahlen auf Rekordkurs: EHC hat sich in München etabliert

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Greift mit der Unterstützung der Fans nach dem Pott: EHC-Kapitän Michi Wolf will einmal mehr die Playoffs rocken.

Der EHC peilt seinen dritten DEL-Titel nacheinander an. Auf die Unterstützung der Fans können die Kufen-Cracks um die Olympia-Helden auf jeden Fall zählen. Die Zuschauerzahlen steigen weiter.

München - Bremerhaven heißt die erste Hürde für den EHC Red Bull München auf seinem Weg zum dritten Meistertitel in Serie. Von den Fans wird die Playoff-Zeit liebevoll „die geilste Zeit des Jahres“ genannt, entsprechend steigen die Zuschauerzahlen. Auch bei den Profis herrscht Vorfreude, bei Kapitän Michi Wolf und Co. kribbelt es schon. Für den Auftakt an diesem Mittwoch (19.30 Uhr) gibt es in der Eishalle nur noch wenige Sitzplätze, für das dritte Spiel sind sie ausverkauft. Hilft die volle Hütte im Titelrennen?

Blickt man auf die Entwicklung der Münchner Zuschauerzahlen, erkennt man: Der Kufensport boomt - und das in der einstigen Eishockey-Pleitestadt Nummer eins. Bayern, EHC 70, Hedos, Barons - sie alle verschwanden innerhalb kürzester Zeit. Der EHC hat sich etabliert - auch dank der Übernahme durch Red Bull, das den Verein 2012 vor dem Aus bewahrte.

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Magische Marke geknackt, aber wenige Sitzplätze als Problem

Bemerkenswert: Von den aktuellen DEL-Vereinen können nur München und Bremerhaven seit 2013 ausschließlich steigende Zuschauerzahlen verbuchen. Und die Kurve zeigt weiter nach oben, heuer knackte der EHC die magische 5000er-Schnittmarke in der Hauptrunde. Der Dauerkartenverkauf stieg seit 2010 um 65 Prozent, VIP-Dauerkarten sind komplett ausverkauft. Die VIP Lounge war bei 13 der 26 Heimspiele ausverkauft, deren Auslastung lag bei über 90 Prozent.

Wiederholung erwünscht: Vor einem Jahr setzte sich der EHC in der Finalrunde klar gegen Wolfsburg durch.

Mit der neuen Arena, die spätestens 2021 eröffnet werden soll und deren Namen nun angeblich feststeht, wird sich auch ein Problem erübrigen, mit dem sich der EHC durch den steigenden Zuspruch konfrontiert sieht. Im Eisstadion stehen lediglich 1515 Sitzplätze zur Verfügung - das ist gerade einmal ein Viertel der Gesamtkapazität (6142). Zum Vergleich: Bei DEL-Zuschauerkrösus Köln liegt der Sitzplatzanteil bei über 90 Prozent, in Berlin bei 81 Prozent. Die Folge: Immer öfter kann der Verein die Nachfrage nicht befriedigen, die Auslastung der Sitzplätze liegt konstant bei über 95 Prozent. Ligaweit gibt es nur in Iserlohn prozentual noch weniger Sitzplätze als in München.

Ein weiteres EHC-Plus: Seit 2013 stieg die Anzahl der offiziellen EHC-Fanklubs von fünf auf 15. Diese zählen zwischen zwölf und 80 Mitgliedern, insgesamt sind über 500 Fans in ihnen organisiert. Hinzu kommen noch rund 70 Personen aus der aktiven Fanszene, die in der Gruppierung „Der 7. Mann“ organisiert sind. Profi-Eishockey scheint endlich in München angekommen zu sein.

Zuschauerzahlen des EHC steigen seit 2013 stetig an

Die Entwicklung des Zuschauerschnitts des EHC Red Bull München. Die hellblauen Balken zeigen den Schnitt der Hauptrunde, die dunkelblauen den der Playoffs. Die Linie zeigt den Saison-Gesamtschnitt.

Vor zehn Jahren wollten im Schnitt 1519 Fans die EHC-Spiele in Liga zwei sehen, in der ersten DEL-Saison 2010/11 waren es schon 3889. Nach einem Rückgang auf 3432 Besucher in der Saison 2012/13 stieg der Zuschauerschnitt bis zur Spielzeit 2016/17 um ganze 48 Prozent. Maßgeblich daran beteiligt war Sponsor Red Bull, der die Münchner 2012 vor dem Aus rettete. Waren die Zuschauerzahlen im ersten Jahr der Brause-Dynastie noch rückläufig, hat sich die Eishalle in den vergangenen fünf Jahren stetig mehr gefüllt. Mit einem Hauptrunden-Schnitt von erstmals über 5000 Zuschauern liegt der EHC auch vor dem bundesweiten Schnitt von Handball (4900) und Basketball (4800). Auch verkürzt der EHC stetig den Rückstand auf die Bayern-Basketballer, deren Schnitt seit 2011 konstant zwischen 6177 und 5938 pendelt.

Zuschauerschnitt in der DEL-Hauptrunde 2017/18

Team

Schnitt

Hallenauslastung

1.

Eisbären Berlin 

11.384

80,17 %

2.

Kölner Haie

11.222

60,66 %

3.

Adler Mannheim  

10.191

74,93 %

4.

Düsseldorfer EG 

7656

57,14 %

5.

Nürnberg Ice Tigers

5717

69,49 %

6.

EHC Red Bull München

5035

81,98 %

7.

Augsburger Panther

5025 

81,85 %

8.

Schwenninger Wild Wings

4419

71,36 %

9.

Iserlohn Roosters 

4403

88,64 %

10.

Fischtown Pinguins Bremerhaven

4310

92,76 %

11.

Krefeld Pinguine

4186

52,13 %

12.

Straubing Tigers

3949

67,45 %

13.

ERC Ingolstadt

3700

76,83 %

14.

Grizzlys Wolfsburg

2753

61,13 %

Florian Weiß

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