Sonntag geht Finalserie in Berlin weiter

Heimvorteil dahin: EHC kassiert Watsch‘n von den Eisbären

+
Den Kürzeren gezogen: Jon Matsumoto (M.) und der EHC unterliegen den Eisbären Berlin.

Der EHC hat zum Start in die Finalserie der DEL-Playoffs gepatzt. In eigener Halle läuft der Titelverteidiger quasi von Beginn an einem Rückstand hinterher.

München - Watsch’n zum Final-Auftakt! In einem packenden Spiel zeigt der EHC Red Bull München zuhause ein engagiertes Spiel, zieht aber gegen überragende Eisbären Berlin mit 3:4 den Kürzeren - eine verdiente Niederlage, die zeigt: Will der EHC das Meister-Triple perfekt machen, darf er sich keine Fehler mehr erlauben.

„Get the Jackpot!“ - die Marschroute, die die EHC-Fans ihrem Team mit einer aufwendigen und spektakulären Choreographie mit aufs Eis gaben, war unmissverständlich. Doch leichter gesagt als getan, denn die Eisbären ließen ihren Kampfansagen vor dem Spiel Taten folgen und gingen mit ihrer ersten Offensivaktion prompt in Führung, als Eisbären-Stürmer Jamie MacQueen einen Abpraller nur noch einschieben musste (2.).

Lesen Sie auch: Final-Serie wird zur Rekord-Jagd: Drei EHC-Stars können Historisches schaffen

Matsumoto trifft mit dem Rücken zum Tor

Aber der EHC musste diese Saison schon öfter seine Geduld unter Beweis stellen und näherte sich immer mehr dem Gäste-Gehäuse an - zunächst aber ohne Erfolg, auch weil die Eisbären im Forecheck extrem stark agierten. „Berlin spielt mit sehr viel Energie, da müssen wir besser mithalten!“ Jon Matsumoto fand noch im ersten Drittel klare Worte - und diesmal war er es, der Taten folgen ließ: Denn nur wenige Sekunden später setzte er nach einem Abpraller energisch nach und nagelte den Puck mit dem Rücken zum Tor aus der Drehung ins linke Kreuzeck (12.) - 1:1!

Der EHC blieb am Drücker, doch dann machte sich Eisbären-Stürmer Nicholas Petersen auf den Weg durch die neutrale Zone und legte unfreiwillig für Sean Backman vor, der zur erneuten Gäste-Führung abstaubte (15.). Die ausverkaufte Olympia-Eishalle bekam einen packenden, hochklassigen und chancenreichen Fight zu sehen - das Spiel hielt, was es versprochen hatte!

Lesen Sie auch: Ex-EHCler Buchwieser: „Wir wollen im Finale als rotes Tuch wirken“

Harte Bandagen: EHC-Profi Derek Joslin (r.) und Andre Rankel von den Eisbären Berlin tauschen Nettigkeiten aus.

Strafzeiten und Nickligkeiten nehmen zu

Déjà-vu dann im zweiten Drittel: Erneut kamen die Eisbären energischer als der EHC aus der Kabine und belohnten sich durch Sheppard mit dem 3:1. Wieder war der EHC gefordert - und wieder lieferte er, diesmal durch Brooks Macek, der zum Anschluss einschob (28.). Zwar häuften sich jetzt Nickligkeiten und Strafzeiten, doch beide suchten auch weiterhin einen spielerischen Weg nach vorne. EHC-Stürmer Patrick Hager war dennoch unzufrieden: „Wir müssen cleverer und kaltschnäuziger werden!“

Lesen Sie auch: EHC-Ass Abeltshauser vor Final-Serie ganz entspannt: „Das ist wie in der Schule“

Auch im Schlussdrittel zeigten sowohl der EHC als auch die Eisbären, warum sie bereits in der Hauptrunde die zwei besten Teams der Liga gewesen waren. Der EHC blieb angriffslustig, aber Gäste-Goalie Vehanen war nicht zu überwinden - so kam es, wie es kommen musste: Im 2-gegen-1 blieb Eisbären-Stürmer Rankel cool und legte auf Louis-Marc Aubry, der den alten Abstand wiederherstellte - 4:2 für Berlin (55.)! Das Spiel war jetzt entschieden, auch wenn Keith Aucoin kurz vor Schluss noch einmal verkürzte (59.).

So legt der EHC in den Final-Playoffs gegen starke Eisbären Berlin einen Fehlstart hin. Chance auf Wiedermachung gibt’s schon am Sonntag (14:30 Uhr) - dann will sich der EHC in Berlin den vergebenen Heimvorteil wieder zurückholen.

In unserer Playoff-Übersicht informieren wir Sie über Termine und Regeln der heißen Saisonphase.

Max Kramer

Auch interessant:

Kommentare